Der Redakteur | 18.10.2021 Die Auffrischungs-Impfung gegen Covid-19: Wann und wo darf ich sie bekommen?

Es geht um den Pieks. Allerdings nicht um dem ersten, sondern den zweiten oder dritten mit dem Corona-Impfstoff. Doch darf man die Auffrischung überhaupt schon bekommen? Und wann und wo sollte man sie sich abholen?

Ein Arzt hält in der einen Hand einen aufgeschlagenen Impfausweis und in der anderen eine Impfspritze
Bald ein weiterer Aufkleber im Impfpass? Wir erklären, ab wann eine Corona-Auffrischung möglich ist. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Das empfiehlt die Stiko

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission ist deutlich, auch wenn aktuell noch die üblichen Stellungnahmen weiterer Expertengremien laufen, an der Empfehlung wird sich nicht mehr viel ändern. Demnach soll Personen über 70 Jahren eine Auffrischimpfung angeboten werden: 70 plus, dazu jüngere Bewohner in vollstationären Pflegeeinrichtungen, das Personal dort, Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe und medizinisches Personal mit direktem Patientenkontakt.

Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen, unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde. Bei mRNA-Impfstoffen soll möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen.

Aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Nun entstehen daraus einige Fragen, die häufig mit der ganz persönlichen Krankheitsgeschichte zu tun haben. Diese können wirklich nur vom behandelnden Arzt beantwortet werden. Allgemein kann man aber sagen, dass es international noch keine klar definierten Werte gibt, aus denen man schließen könnte, ob nun das Immunsystem einen ausreichenden Schutz aufgebaut hat oder nicht.

Antikörpertests nur bedingt aussagekräftig

Deshalb sind Antikörpertests auch nur bedingt aussagekräftig, weil das Immunsystem verschiedene sich auch gegenseitig beeinflussende Mechanismen hat, weshalb ein einfaches "Zählen" der Antikörper keine sichere Aussagekraft hat. Das zeigte auch die Neustadt-Studie:

Es gab eben auch Patienten, die hatten eine Covid-Infektion und keine Antikörperantwort gebildet und nach einer Impfung auch nicht. Im Labor haben wir uns die T-Zellen angesehen und gesehen, dass es eine starke T-Zell-Antwort nachweisbar war.

Prof. Mathias Pletz, Uniklinikum Jena

Allerdings ist der T-Zellen-Nachweis noch nicht so einfach möglich wie der Nachweis der Antikörper, auch wenn an besseren Testmethoden gearbeitet wird.

Grundsätzlich gehören das Feststellen des individuellen Schutzstatus und des Status ganzer Bevölkerungen zu den dringendsten Fragestellungen derzeit. Deshalb arbeiten auch die Wissenschaftler weltweit daran intensiv. Denn an den Antworten hängen auch viele Maßnahmen, die uns derzeit noch einschränken.

Der beste Zeitpunkt zur Auffrischung

Auch die Fragen des besten Zeitpunkts für eine Auffrischungsimpfung - in den meisten Fällen Impfung Nummer drei - sind noch längst nicht alle beantwortet, weil sie eben auch mit dem sehr individuellen Immunsystem zu tun haben und mit dem möglichen Nachlassen des Infektionsschutzes. Nun gilt es medizinisch und mathematisch als erwiesen, dass wir dem Virus irgendwann alle begegnen werden und diese Begegnung verläuft für "vorbereitete" Menschen deutlich verträglicher ab als für schlecht vorbereitete.

Sich quasi aus Vorsicht die dritte Impfung zu sparen und sich stattdessen lieber der Gefahr des Virus auszusetzen, das halten die Wissenschaftler für keine gute Idee, auch wenn die Kombination aus Infektion und Impfung nach dem momentanen Kenntnisstand zum höchsten Antikörperspiegel führt.

Jeder Kontakt mit dem Virus - die Geimpften werden das wahrscheinlich gar nicht spüren, selbst wenn sie eine asymptomatische Infektion haben - wird aber der Kontakt dazu führen, dass das Gedächtnis noch einmal richtig angeheizt wird.

Prof. Mathias Pletz, Uniklinikum Jena

Impfung für Genesene

Und das könnte auch dazu führen, dass - wie bei anderen Krankheiten auch - die Impfung nicht jährlich, sondern nur alle paar Jahre nötig wird. Aktuell kümmern wir uns aber zunächst um die Auffrischungsimpfung - gewöhnlich die dritte also - und viele Fragen werden schon bei der Terminvergabe für die Thüringer Impfzentren beantwortet, weil es nämlich gleich zum Einstieg Auswahlmöglichkeiten gibt, die auf dem bisherigen Impf- oder Genesenen-Status abzielen.

Und hier beantwortet sich auch die häufig gestellte Frage, wie man als Genesener zu seiner ersten Dosis kommt. Nach etwa vier Wochen lautet die Antwort und diesen Fall kann man im System jetzt auch direkt auswählen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 15. Oktober 2021 | 15:40 Uhr

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