Behrungen Bing Karte
Behrungen auf der Karte Bildrechte: Bing

Schmalkalden-Meiningen Behrungen

Behrungen ist ein Ortsteil der Gemeinde Grabfeld im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Das Dorf am Rande des Thüringer Waldes hat rund 550 Einwohner.

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Behrungen auf der Karte Bildrechte: Bing

Bei den alten Belegen ist nicht immer sicher, ob es sich um unser Behrungen handelt. Es spielen Behringen bei Arnstadt, Großenbehringen, Wolfsbehringen, Österbehringen bei Langensalza und der Gauname Baringen/Beringen, ein Untergau des Grabfeldgaus, hinein.

Historische Belege:

Ortsname:

  • (799): Baringe (CodDiplFuld 125; Walther, Namenkundliche Beiträge, S. 247)
  • (799) (Kopie um 800): Baringen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 94)
  • (799-800) (Kopie um 1160): Baringen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 113)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): Baringin (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 158)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): in loco Baringen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 160)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): in Baringin (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 164)
  • 12. Jh. (z.T. Kopien): Baringun, Paringe (E.F.J. Dronke, Traditiones et antiquitates Fuldenses, Fulda 1844, Nr. 93, 158, 215 u.ö.)
  • 1237: in Beringen (Fuchs, Meiningen, S. 45)
  • 1796: Behrungen, a[uch] Behringen, Baringe (Bube 34)

Gauname:

  • (822) (Kopie 12. Jh.): Barinheimero marcu (E.F.J. Dronke, Traditiones et antiquitates Fuldenses, Fulda 1844, Nr. 404; Bach, ON, S. 108)
  • (829) (Kopie 12. Jh.): in marcu Baringensium (Dobenecker I Nr. 152 S. 36; Bach, ON, S. 108)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): in terminis Beringen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 162)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): suam Baringen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 167

Von dem Orts- und Gaunamen ist der Ortsname Bahra in Hessen, der an dem Fluss Bahra liegt, nicht zu trennen.

Ortsnamen Bahra an der Bahra (Hessen):

  • 12. Jh. (Kopie um 1160): Baraha (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), I S. 334)
  • 12. Jh. (Kopie um 1160): in Baraha (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 164)
  • 1344: Bare (Sperber S. 11)
  • 1348: Bar (Sperber S. 11)

Zur Bedeutung:

Es ist ziemlich sicher, dass hier eine Gruppe von geographischen Namen vorliegt, die miteinander verbunden sind. Ausgangsbasis aller Benennungen ist - der Blick auf die Karte zeigt es - der rings um Behrungen liegende Kranz aus Wäldern (Behrunger Wald, Aspig, Geierseck, Baßberg). Dazu passt dann auch das in alten germanischen Namen, vor allem in Niedersachsen und Westfalen, verborgene Wort bar(u) "Wald", das schon im Altenglischen bei Beda um etwa 700 in der Form baruae i.e. ad nemus (latein. "Wald“) bezeugt ist. Es ist u.a. in den Ortsnamen Böbber, Drüber, Harper, Heber, Rabber, Schwülper, Velber, Warber u.a.m. verborgen. Ausführlich dazu hat sich K. Casemir, Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, Bielefeld 2003, S. 381ff. geäußert.

Für die thüringischen Ortsnamen heißt das im Einzelnen:

Der Flussname Bahra < Bar-aha enthält "Wald" + german. aha "Bach, Fluss", ist also ein "Waldbach".

Der Ortsname Behrungen hieß zunächst Bar-ing-. Durch den sogenannten Umlaut (Einwirken des -i- auf das in der ersten Silbe stehende -a-) entstand zunächst Ber-ing-. Diese Form wurde aufgrund der in der Umgebung häufigen -ungen-Namen wie Hendungen, Fladungen, Ober- und Unterwaldbehrungen sowie durch die weithin bekannten Salzungen, Gerstungen, Albungen, Kaufungen, Melsungen dann umgestaltet zu Behringen. Diesen Prozess können wir bei -ingen und -ungen-Namen der Öfteren beobachten. Der Ortsname Behrungen bedeutete ursprünglich etwa "Ort, Stelle im oder am Wald".

Der Gauname bedeutete dann so viel wie: Waldgebiet, das oder an dem die Menschen besiedeln bzw. siedeln.

Diese "Wald"-Deutung trifft auch auf weitere thüringische Orte zu, so wohl auf Behringen bei Arnstadt und Großenbehringen, Wolfsbehringen, Österbehringen bei Langensalza, so wie auch auf eine Wüstung Beringen bei Nordhausen.

Literatur: A. Bach: Deutsche Namenkunde. Die deutschen Ortsnamen, T. 2, Bd. 1, Heidelberg 1953, S. 108.

A. Greule: Deutsches Gewässernamenbuch, Berlin/Boston 2014, S. 50.

R. Sperber: Das Flußgebiet des Mains, Wiesbaden 1970 (= Hydronymia Germaniae A 7), S. 11.

H. Walther: Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 247.

A. Fuchs: Die Namen der Ortschaften, Höfe und Wüstungen des Altkreises Meiningen, in: Jahrbuch 2016 des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins, Bd. 31, S. 45.