Blick auf die Divi-Blasii-Kirche am Untermarkt und Museum am Lindenbühl Gesellschaft in Mühlhausen.
Bildrechte: imago/Karina Hessland

Unstrut-Hainich-Kreis Mühlhausen

Mühlhausen ist die Stadt der Tore und der Kirchen. Es waren die 59 Türme der Kirchen und der Stadtmauer, die dem Ort einst den Namen "Mulhusia turrita" - das turmgeschmückte Mühlhausen gaben.

Blick auf die Divi-Blasii-Kirche am Untermarkt und Museum am Lindenbühl Gesellschaft in Mühlhausen.
Bildrechte: imago/Karina Hessland

Im Mittelalter galt Mühlhausen nach Erfurt als bedeutendste Stadt Thüringens. Die architektonische Vielfalt und die gesamte Stadtanlage mit der erhaltenen und begehbaren Stadtmauer zeugen von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der einstigen Reichsstadt.

Historische Belege

... nach dem "Deutschen Ortsnamenbuch", "Altdeutschen Namenbuch" und anderen Quellen:

  • 967 actum Mulinhuson
  • 974 Mulenhusa
  • 985 Mulinhuson
  • 997 Molenhusen
  • 1006 Mulinhusun
  • 1013 Mulinhusin
  • 1015 Mulinhusen
  • 1016 Mulnhusen
  • 1019 Mulinhuson
  • 1069 Mulinhusun
  • 1098 Aldinmulhusin
  • 1107 Mulehusen
  • 12. Jh. Mulinhusun
  • 1179 Mulehusin
  • 1199 Mulhusen
  • um 1256 Mulihusin
  • um 1300 Mulhusen
  • 1302 Mulhusen
  • 1348 Mulhausen (mehrfach)
  • 1349 Mulhusin

Dieser Ortsname ist nicht schwer zu erklären: Er ist aus althochdeutsch mulī, mulīn "Mühle" und -hūsun "bei den Häusern" = "Siedlung" zusammengesetzt. Die Überlieferung zeigt die Veränderungen des Namens recht deutlich: Aus ursprünglichem -husun wird zunächst abgeschwächtes -husen und dann  die hochdeutsche Veränderung von ‑ū- zu -au-. Der Ortsname ist als "Siedlung (Häuser) an einer Mühle" zu verstehen.

Er besitzt in Thüringen eine Parallele in Groß-, Kleinmölsen, Lkr. Sömmerda, 876 in Mulinhus und in anderen Bundesländern als Mühlhausen (Oberpfalz), Mühlhausen (bei Erlangen) und anderswo.

Literatur "Altdeutsches Namenbuch" von E. Förstemann
Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, 2. Hälfte
hrsg. von H. Jellinghaus, Bonn 1916
Sp. 338.

K. Hengst in: "Deutsches Ortsnamenbuch"
hrsg. von M. Niemeyer, Berlin-Boston 2012
S. 418.

"Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts" von H. Walther
Berlin 1971
S. 294.

"Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens" von A. Werneburg
Nachdruck Köln-Wien 1983
S. 105.