Der Suzuki Seitenwagen mit Pilot Bernhard Sepp beim Sidecar World Championship, 2006, auf dem Schleizer Dreieck.
Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck starten und enden in Oberböhmsdorf. Bildrechte: IMAGO

Ortsteil von Schleiz Oberböhmsdorf

Als Start- und Zielpunkt der Rennen auf dem Schleizer Dreieck ist Oberböhmsdorf vielen Thüringer Motorsportfans ein Begriff. Der Ort mit seinen rund 460 Einwohnern zählt seit dem Jahr 1994 zu Schleiz.

Der Suzuki Seitenwagen mit Pilot Bernhard Sepp beim Sidecar World Championship, 2006, auf dem Schleizer Dreieck.
Die Rennen auf dem Schleizer Dreieck starten und enden in Oberböhmsdorf. Bildrechte: IMAGO

Historische Belege (aus T. Hecklau, Ortsnamen Schleiz):

  • 1333: czu Bemsdorf, Bemsdorf (UBV I, Nr. 727 u. 730)´
  • 1355: Behimstorfft [!] (Ronneberger, S. 158)
  • 1362: zuBemisdorf (UBV II, Nr. 106)
  • 1374: czu Bemsdorf (UBV II, Nr. 220)
  • 1377: Behemstorf (UBV II, Nr. 241)
  • 1399: zcu Behemstrof (UBV II, Nr. 397)
  • 1402: zcu Beheimstorff (UBV II, Nr. 424)
  • 1501: Behmstorff, Behemstofferwalt, Behmestorffer walt (Schmidt, FS, Nr. 3)
  • '1508: Behemerstorff (Schmidt, Schleiz, Nr. 215)
  • 1515: Pehemstorff, Behmestorff (Schmidt, Schleiz, Nr. 385 u. 404)
  • 1531: Pemmerstorfferthor (Schmidt, Schleiz, Nr. 810)
  • 1533: Behmsdorf, Behemesdorf, Behmerstorff, Bohmersdorff, zu Pemmersdorff (Brückner, S. 594; Hertel III, S. 14; Jauernig, S. 302)
  • 1534: Pehemeßdorff (Jauernig, S. 312)
  • 1552: Bemesdorf (HAS, Nr. 155, Fol. 7)
  • 1554-1563: Bemesdorf (Schmidt, FS, Nr. 4)
  • 1563: Bemestorff (Ronneberger, S. 158)
  • 1596: Behmsdorff (Burgker UB, Nr. 65)
  • 1647: Oberböhmsdorf (HAS Nr. 33, Fol. 88)
  • 1730: Böhmsdorf (Karte 1730)

In der Deutung können wir dem Vorschlag von T. Hecklau folgen. Er schreibt unter anderem: Die Überlieferung des Namens zeigt Schwankungen zwischen Bems-, Behe(i)ms- bis hin zu Behmers-/ Bohmers-. Die unbetonte zweite Silbe dieses Wortelements ist in der Mundart früh ausgefallen, so dass die verschiedenen Formen parallel existierten. Nach 1515 hat sich die einsilbige Form Be(h)ms- durchgesetzt. Die Formen Behmers-/Bohmers- sind als Angleichungen zu den Orten auf  -ersdorf (z.B. in Oettersdorf und Dittersdorf) zu betrachten. Durch den Einfluss der Hochsprache wurde das ostmitteldeutsche Be(h)m- in frühneuhochdeutscher Zeit zu Bö(h)m- verändert (erstmals 1533). Gelegentlich tritt eine Veränderung von -dorf zu -torf und sogar zu -drof, -trof auf.

Der Zusatz Ober- trat später hinzu, der zur Unterscheidung des etwa 20 km entfernten Niederböhmersdorf östlich Zeulenroda hinzugefügt wurde. Beide Orte befanden sich im Fürstentum Reuß jüngerer Linie und bedurften daher einer Unterscheidung.

Neben -dorf enthält der Ortsname einen Beinamen oder Familiennamen (Herkunftsnamen) *Be(h)m bzw. *Behe(i)m zu mittelhochdeutsch beheim, böheim "der aus Böhmen Stammende". Es kann daher von einer Grundform *Be(h)mes­dorf/Behe(i)mesdorf "Dorf eines Be(h)m/Be­he(i)m" angesetzt werden. Nach A. Bach sind Familiennamen im Bestimmungswort von Ortsnamen im Gebiet der deutschen Ostsiedlung besonders verbreitet. Es handelt sich um die Namen von Gründstücksverteilern, Verpächtern oder Grundbesitzern.

Literatur "Die Ortsnamen des Kreises Schleiz in den Grenzen von 1989" von T. Hecklau, Magisterarbeit Leipzig 2008, S. 12f

"Ortsnamen des Bezirkes Gera" von H. Rosenkranz, Greiz 1982, S. 34