Wasserfall Trusetal
Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Landkreis Schmalkalden-Meiningen Trusetal

Trusetal ist aus dem Zusammenschluss mehrerer Siedlungen entstanden, unter ihnen sind Herges-Auwallenburg und Trusen. Seit dem Jahr 2011 gehört der Ort zur Stadt Brotterode-Trusetal. Seine bekannteste Sehenswürdigkeit ist der künstlich angelegte, knapp 60 Meter hohe Trusetaler Wasserfall.

Wasserfall Trusetal
Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Historische Belege für den Ortsnamen Trusen

... unter anderem nach Rüdiger Sperbers "Die Nebenflüsse von Werra und Fulda bis zum Zusammenfluß":

  • 1185: Drusen (ZHVG. 61, 1936, 33)
  • 1348: von Drusen Hennebg. Urkb. V, 103 nr. 86
  • 1436: czu Drüsen, Drusen ebd. VII, 49 nr. 59
  • um. 1490: an der Dramm molin (Pusch, Meininger Franziskanerkloster 52}
  • 1511: Trusen, 1536: Drausen (Reimer, Ortslex. 472)
  • 1536: Drausen

Der Ort verdankt seinen Namen dem Fluss Trusen, der auch den Trusetaler Wasserfall bildet.

Historische Belege für den Flussnamen Trusen

Truse rechts zur Werra (in Herrenbreitungen), Oberlauf: Inselswasser, Inselbach, Laudenbach genannt, vgl. Beerbach, Ortsname Trusen, Trusen-Mühle.

  • 933: pertendit in fluviolum drusandam que nominatur Candida et ex ea in aliam drusandam quae dicitur nigra. Reg. Thur. I, 82 nr. 343
  • 1183: in fluviolum Drusandam, qu(e) vocatur Candida, et ex ea in aliam Drusandam, quae dicitur nigra, ebd. II, 126 nr. 653
  • 1438: gelegen by der Drosen, Hennebg. Urkb. VII, 67 nr. 90

Im ersten Beleg für den Flussnamen ist von einer weißen Truse (candida) und einer schwarzen (nigra) die Rede, aber bis heute ist nicht ganz klar, welche Flussläufe damit gemeint sind. Klar ist, dass der Ort Trusen seinen Namen vom Fluss hat. Dessen älteste Belege - drusanda(m) - enthalten ein Element -nd-, ein sogenanntes Partizip, das wir aus dem Deutschen heute noch kennen: lachend, weinend, schlafend.

In der Deutung ist man sich nicht ganz einig. Zum einen denkt man an eine Verbindung mit dem altenglischen Begriss drüsian für "träge sein", englisch für drowse "schläfern" (nach der Trägheit des Wassers), zum anderen - und wesentlich überzeugender - an gotisch driusan für "fallen", gadrausjan "hinabstürzen", driuso "Abhang", altenglisch dreosan, drüsian, altsächsisch driosan "fallen", norwegisch drjösa "herabfallen", wozu wohl auch das niederländische Wort druisen für "rauschen, brausen" und niederdeutsch drüüsch für "starker Regenguss" gehören.

Dabei ist darauf zu achten, dass der Trusetaler Wasserfall noch keine Rolle bei der Namensgebung gespielt hat, denn diesen haben Bergarbeiter erst 1865 künstlich angelegt. Es gibt aber alte Beschreibungen des Flusses, die seinen schnellen Lauf hervorheben und auch auf eine Vielzahl von Mühlen, Hammerwerken und Schmelzhütten verweisen. Letztere benötigen eine relativ starke Strömung. Schon 1348 ist ein Hammerwerk an der Truse erwähnt.

Literatur-Angaben "Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme"
Von Wilhelm Arnold
Nachdruck, Köln-Wien 1983, S. 76, 128

"Deutsche Namenkunde. Die deutschen Ortsnamen, T. 2, Bd. 1"
Von Adolf Bach
Heidelberg 1953, S. 213

"Die Flurnamen des Herzogtums Gotha und die Forstnamen des Thüringerwaldes"
L. Gerbing
Jena 1910, S. 574

"Deutsches Gewässenamenbuch"
Von Albrecht Greule
Berlin/Boston 2014, S. 547

"Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und
Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts"
Von Hans Walther
Berlin 1971, S. 232