Operation am Herz.
Operation am Herz. Bildrechte: dpa

Service | 06.11.2019 Von Herzschwäche bis hin zum plötzlichen Herztod - Was tun?

Nach Erkenntnis der Deutschen Herzstiftung fallen jährlich mindestens 65.000 Menschen dem plötzlichen Herztod in Deutschland zum Opfer. Kein schicksalhaftes Ereignis, wie der Herzspezialist und Notfallmediziner Professor Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, betont.

Operation am Herz.
Operation am Herz. Bildrechte: dpa

Was genau ist eine Herzschwäche?

Bei einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz schafft es das Herz nicht mehr, die vom Körper benötigte Blutmenge zu pumpen. Dadurch wird der Körper nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt. Eine Insuffizienz kann entweder die linke oder die rechte Herzseite sowie beide Herzhöhlen betreffen. Fällt eine drastisch sinkende körperliche Leistung auf, begleitet von Atemnot, ist von einem “Vorwärtsversagen“ die Rede.

Bei einem "Rückwärtsversagen" wird das in den Körper gepumpte Blut nicht richtig abtransportiert. Es kommt zum Rückstau. Dadurch herrscht mehr Druck in den Blutgefäßen, Wasser wird in das Gewebe gepresst und kann sich in der Lunge oder in den Beinen einlagern. In Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Deutsche unter einer Herzinsuffizienz, die in fortgeschrittenen Stadien zu schweren Beeinträchtigungen führen kann.

Wodurch kann eine Herzschwäche ausgelöst werden?

Symboldbild Herz und Durchblutung 11 min
Bildrechte: Colourbox.de

65.000 Menschen sterben im Jahr an einem plötlichen Herztod. Im Interview erklärt Thomas Voigtländer von der Deutschen Herzstiftung, welche Auslöser es gibt und wie man reagieren kann.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 06.11.2019 11:55Uhr 10:30 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/service/audio-1213122.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich schleichend. Durch Anpassungen des Körpers wird die Schwäche relativ lange ausgeglichen, bis die Mechanismen nicht mehr ausreichen. Eine der häufigsten Ursachen ist ein langjähriger, unbehandelter Bluthochdruck: Das Herz pumpt gegen den ständig hohen Druck an - das Herz wird überlastet und dadurch geschwächt.

Auch Diabetes oder Übergewicht können den Herzmuskel schwächen und schädigen. Entzündungen,  Bestrahlungen einer Krebstherapie oder auch angeborene Herzfehler spielen ebenfalls eine Rolle. Herzrhythmusstörungen können auf eine Herzkrankheit hinweisen. Selten sind sie Vorläufer eines plötzlichen Herztodes, sollten aber unbedingt vom Arzt untersucht werden.

Auf diese Symptome achten (und einen Kardiologen aufsuchen):

  • Brustschmerzen und/oder Luftnot
  • Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
  • Hartnäckiges Herzstolpern
  • Kurze vermehrte Bewusstlosigkeit
  • Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeit

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Getreu dem Motto "Vorsicht ist besser als Nachsicht" gilt: Eine gesunde Lebensweise ist der beste Weg! Dazu gehört, auf Nikotin zu verzichten, sich ausgewogen und salzarm zu ernähren und sich regelmäßige zu bewegen - eine halbe Stunde an der frischen Luft ist ein guter Anfang. Dem Herz helfen auch geringe Mengen Alkohol und wenig Stress.

Jedes Jahr organisiert die Deutsche Herzstiftung im November hierzu Vorträge und Seminare zum Thema Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 06. November 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 05:00 Uhr