Servicestunde | 22.02.2021 Der "Behaupte Dich gegen Mobbing"-Tag

Die Thüringerin Sandra Guttstein aus Klettbach will Kinder stark machen. Als eine von 600 Trainerinnen in Deutschland möchte sie Kindern Selbstsicherheit, mehr innere Stärke, Selbstbewusstsein und das Hören auf die eigenen Bedürfnisse auf spielerische Art und Weise nahe bringen. Dazu startet sie am Montag zum Internationalen "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag ein kostenloses Online-Training für Kinder von fünf bis zehn Jahren. Matthias Haase spricht mit ihr ab 11 Uhr in der Servicestunde.

Eine Gruppe macht sich über eine Person lustig. 10 min
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Gesprächspartnerin Sandra Guttmann erklärt in der Servicestunde zum "Behaupte Dich gegen Mobbing-Tag", was man tun kann.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 22.02.2021 11:50Uhr 09:54 min

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Mobbing ist keine Seltenheit

Rund 16 Prozent aller Jugendlichen sind regelmäßig Opfer von Mobbing an der Schule. Das geht aus Daten der 2015 erschienen Pisa-Studie über Lernumfeld und Lernverhalten hervor. Darin wurden mehr als eine halbe Million Schüler und Schülerinnen weltweit befragt. In Deutschland nahmen rund 10.000 Jugendlichte teil. Jeder zehnte Schüler in Deutschland gab an, regelmäßig Ziel von Spott und Lästereien zu sein. Von körperlichen Misshandlungen in der Schule sprachen etwas mehr als zwei Prozent der Befragten. Sie würden herumgeschubst und geschlagen.

Wie erkennt man, dass Schüler gemobbt werden?

Anzeichen von Mobbing können sein: Wenn die Schülerin oder der Schüler...

  • sich weigert, zur Schule zu gehen oder Erkrankungen vortäuscht.
  • nicht gern von der Schule spricht oder zu stottern beginnt.
  • sich von Eltern und Freunden zurückzieht.
  • schlecht schläft und Albträume hat.

Sind Anzeichen für Mobbing erkannt, gilt es für Eltern aber auch Lehrer und Mitschüler zu handeln.

Wie können Eltern helfen?

Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Kind über den Schultag zu sprechen. Zeigen Sie Interesse am Unterricht und der Pausenbeschäftigung, stellen Sie Fragen zu Klassenkameraden. Gehen Sie dabei einfühlsam vor und drängen das Kind nicht. Damit geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich Ihnen anzuvertrauen. Redet das Kind aus Scham oder Angst nicht, sollten Sie den Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin kontaktieren. Weitere Ansprechpartner können die Schulleitung oder der zuständige Schulpsychologe sein.

Wie können Lehrer helfen?

Experten betonen, dass Lehrer großen Einfluss darauf haben, ob es an Schulen Mobbing gibt oder nicht. Oftmals verkennen Lehrer die Situation und schätzen das Opfer als "zu sensibel" ein. Lehrer sollten das Thema unbedingt ernst nehmen, um frühzeitig reagieren zu können. Da Mobbing oft mit Gruppendynamiken innerhalb der Klasse zusammenhängt, sollten Lehrer besonders sensibel beim Umgang mit neuen Kindern in der Klasse sein. Auch bei neu zusammengewürfelten Klassen sollte Lehrer besonders aufmerksam sein.

Wie können Mitschüler helfen?

Mutige Mitschüler können sich mit dem Mobbing-Opfer im Klassenverband solidarisieren - denn bleibt das Opfer nicht allein, ist schon viel getan. Mitschüler können aber auch Sozialarbeiter oder Lehrer auf das Mobbing-Problem ansprechen. Mobbing-Opfer schämen sich meist und können diesen Schritt oft nicht selbst tun.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 22. Februar 2021 | 11:05 Uhr