Adventskranz mit 4 roten Kerzen.
Wenn am vierten Advent alle Kerzen brennen, kann sich durch ausgetrocknete Tannenzweige am Adventskranz schnell ein Feuer entzünden. Bildrechte: Colourbox

Service | 19.12.2018 Brandschutz zum Weihnachtsfest

Trockener Adventskranz oder Weihnachtsbaum mit Bienenwachskerzen - die Festtage bergen ein erhöhtes Brandrisiko. Zu keiner Zeit im Jahr brennt es so oft wie im Dezember. Besonders bei Adventskränzen und Weihnachtsbäumen ist Vorsicht geboten.

Adventskranz mit 4 roten Kerzen.
Wenn am vierten Advent alle Kerzen brennen, kann sich durch ausgetrocknete Tannenzweige am Adventskranz schnell ein Feuer entzünden. Bildrechte: Colourbox

Jährlich rund 11.000 Weihnachtsbrände

Versicherungsunternehmen verzeichnen in der Adventszeit besonders viele Feuerschäden. Die Zahlen sind in den letzten Jahren nahezu konstant bei rund 11.000 Bränden, bei denen Weihnachtsdeko in Flammen aufgeht – zusätzlich zu den Feuerschäden, die durch andere Unfälle wie Blitze, Überspannungen, Explosionen oder durch Brandstiftung entstehen. Somit ist die Brandgefahr im Dezember besonders hoch. Die Versicherungsunternehmen registrieren rund 40 Prozent mehr Feuerschäden als in den Frühjahrs- und Wintermonaten.

Besonders gefährlich: Trockene Tannenzweige

Hauptursache für die Brände im Dezember sind Adventskränze oder Weihnachtsbäume, die durch Kerzen in Flammen aufgehen. Dabei wirken vor allem Deko-Artikel, wie zum Beispiel Strohsterne oder Schleifen und bereits angetrocknete Tannenzweige, wie Brandbeschleuniger.

Brände vermeiden: Lichterketten und Löschmittel verwenden

Egal ob Adventskranz, Kerzenständer oder Weihnachtsbaum: Immer dann, wenn Kerzen angezündet werden, ist es wichtig, möglichst viel Abstand zu brennbaren Materialien einzuhalten, zum Beispiel zu Gardinen oder Vorhängen. Kerzenhalter sollten aus nichtbrennbarem Material bestehen. Auch bei der Auswahl der Kerzen kann man Bränden vorbeugen. Sicherheitskerzen haben einen Docht, der kurz vor dem Kerzenboden endet und so automatisch vor dem Herunterbrennen die Flamme erlöschen lässt.

Eine sicherere Alternative zur herkömmlichen Weihnachtsbaumbeleuchtung  können elektrische Lichterketten sein. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sie die notwendigen Qualitätsstandards erfüllen, zum Beispiel durch eine TÜV-Prüfung. Soll der Baum aber unbedingt mit richtigen Kerzen beleuchtet werden, ist es ratsam, ein Löschmittel in greifbarer Nähe zu haben. Das kann ein Eimer mit Wasser sein. Wichtig ist auch, feste Kerzenhalter und einen stabilen, mit Wasser gefüllten Ständer zu verwenden. Die Kerzen sollten immer genug Abstand zu den Ästen haben, von oben nach unten angezündet werden und nie unbeaufsichtigt brennen, schon gar nicht, wenn Kinder in der Nähe sind. Nicht nur Strohsterne, auch der Baum selbst, brennt vor allem dann wie Zunder, wenn er bereits angetrocknet ist. Es ist deshalb besser, den Baum erst kurz vor dem Fest zu kaufen, damit er noch möglichst frisch und voller Saft ist.

Rauchmelder in der Weihnachtszeit besonders wichtig

Eben weil es rund um Weihnachten häufiger zu Bränden kommt, sind in dieser Zeit auch Rauchmelder besonders wichtig. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen irgendwo unbemerkt brennen, schlagen sie Alarm und verhindern im Ernstfall damit eine Rauchvergiftung. Das kann Leben retten.

Hausratversicherung ist für Brandschäden zuständig

Wenn es in der Wohnung gebrannt hat, dann übernimmt in der Regel die Hausratversicherung die Kosten für die Gegenstände, die durch das Feuer oder das Löschwasser zerstört wurden. Das können Möbel, Kleidungsstücke oder Elektrogeräte sein. Auch die Geschenke, die unter dem Weihnachtsbaum verbrannt sind, ersetzt die Versicherung. Sollte das Gebäude ganz oder teilweise verbrannt sein, so springt die Wohngebäudeversicherung für die Schäden ein.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 19. Dezember 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2018, 12:41 Uhr