Servicestunde | 11.05.2020 E-Book-Reader: Schöner lesen im Frühling

Es ist wie so oft im Leben. Man muss sich manchmal entscheiden: rot oder blau, hart oder weich, teuer oder preiswert, groß oder lieber handlich. Oder ganz und gar verzichten, weil Tablet und Smartphone für gelegentliches Lesen ausreichen? Die Stiftung Warentest hat gängige Geräte unter die Lupe genommen und gibt Empfehlungen für Freunde des digitalen Buches. Matthias Haase hat in der Servicestunde mit Stiftung Warentest-Redakteurin Sandra Schwarz gesprochen.

Eine Hand nimmt einen E-Book-Reader aus einem Bücherregal
Ob für Zuhause oder Unterwegs - E-Book-Reader bieten einige Vorteile. Bildrechte: imago images / Westend61

Mit einem E-Book-Reader braucht man unterwegs und auf Reisen keine Bücher mehr mitzuschleppen. Zu Hause auf der Couch kann man damit ganz entspannt zwischen mehreren Büchern hin und her wechseln und über die Internetverbindung sogar noch Nachschub ordern. Das sind die großen Vorteile von E-Book-Readern. Die Technik der Geräte ist inzwischen weitgehend ausgereizt. Die Reader unterscheiden sich daher vor allem in Ausstattungsmerkmalen und im Shop, der dahinter steht.

Bei Günstig-Geräten wird am Bildschirm gespart

Selbst die günstigsten E-Book-Reader für 50 oder 60 Euro sind gut genug für den Lesealltag. Diese haben allerdings oft einen kleineren Speicher. In der Günstig-Klasse setzen die Hersteller manchmal noch auf einen klassischen Bildschirm mit Bedientasten im Rahmen statt auf einen Touchscreen. Alternativ wird manchmal aus Spargründen auch ein Touchscreen mit Sensoren am Displayrand verbaut. Der reagiert auf Eingaben mit dem Finger etwas weniger präzise als etwa ein sogenannter kapazitiver Bildschirm, wie ihn viele Benutzer vom Smartphone kennen.

Mittelklasse-Reader kommen an gedrucktes Papier heran

Wer etwas mehr ausgibt, bekommt neben einem deutlich leichteren Gerät mit flüssigerer Bedienung in der Regel auch ein sichtbar besseres Display. Geräte um die 100, 120 Euro haben Bildschirme mit einer Auflösung von 300 dpi und reichen damit schon sehr nahe an gedrucktes Papier heran.

Frau mit Telefon und Mann mit Buch liegen auf einem Sofa
Sogar günstige E-Reader bieten hohen Lesekomfort. Bildrechte: imago images / Westend61

In die noch teureren Geräte für 200 Euro und mehr packen die Hersteller meist noch zusätzliche Ausstattung wie etwa einen Bluetooth-Anschluss für Kopfhörer. Der ist dann ideal, wenn man gern Hörbücher ohne nervige Kabel hört. Auch die Displays sind häufig etwas größer und damit lesefreundlicher. Zudem sind einige der Luxus-Reader wasserdicht und damit auch für die Badewanne oder den Strand geeignet. Bei einigen teuren Geräten wird zudem eine Displaybeleuchtung verbaut. Damit kann man dann auch abends im Bett lesen, ohne den Partner mit der Nachttischlampe zu stören. Durch die eingebaute Beleuchtung ähnelt der Bildschirm dabei zusätzlich noch der Optik von Papier.

Alternative Tablet

Für Bücherliebhaber können Tablets eine Alternative zu E-Book-Readern sein, über die man zumindest kurz nachdenken kann. Für die flachen Computer gibt es zahlreiche Apps, über die man Bücher wie bei den Readern auf dem Bildschirm liest. Tablets haben zudem meist schnellere Prozessoren an Bord als die E-Book-Reader, die auf Stromsparen getrimmt sind. Damit läuft etwa das Laden von Büchern oder das Umblättern flotter. Zudem lassen sich Tablets auch für zahlreiche andere Aufgaben wie Spiele, Surfen oder Musik nutzen, für die zumindest günstige Reader nicht geeignet sind. Allerdings können einlaufende Benachrichtigungen den Lesefluss stören.

Komfortentscheidung

Auf dem deutschen Markt gibt es derzeit im Wesentlichen E-Book-Reader von wenigen großen Anbietern. Wer sich für einen Reader entscheidet, entscheidet sich daher meist auch für den Buchverkäufer dahinter, denn in den Geräten sind immer Büchershops integriert, in denen Nachschub gekauft werden kann. Der wird dann über die Internetverbindung des E-Book-Readers heruntergeladen. Etwas falsch machen können Reader-Käufer derzeit bei ihrer Entscheidung für einen Anbieter nicht, denn für alle deutschen Bücher gilt die Buchpreisbindung.

Fazit

E-Book-Reader sind inzwischen technisch ausgereift. Wirkliche Unterschiede gibt es daher meist nur bei den verbauten Displays oder bei der Ausstattung. Käufer müssen sich vor allem entscheiden, welchen Bücherkosmos sie wählen. Die Preise sind aber aufgrund der Buchpreisbindung bei den Anbietern identisch.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 11. Mai 2020 | 11:00 Uhr