Bald nicht mehr kostenlos möglich? Geld abheben am Automaten.
An manchen Geldautomaten im Ausland werden beim Abheben Gebühren fällig, andere Anbieter versuchen Urlauber mit der Option "In Euro umrechnen" über den Tisch zu ziehen. Bildrechte: Colourbox

Service | 11.06.2019 Geld abheben im Ausland: So können Sie sparen

Auch im Ausland gibt es genügend Geldautomaten und Banken. Da muss man nicht viel Bargeld im Urlaub mitschleppen. Doch Geldabheben kann teuer werden. Wer zum Beispiel am Automaten auf die Option "Sofort umrechnen in Euro" drückt, zahlt drauf. Der Wechselkurs ist meist viel schlechter als der Kurs, mit dem die Heimatbank abrechnet. Worauf Sie beim Geldabheben im Ausland achten sollten, ist Thema in der Servicestunde.

Bald nicht mehr kostenlos möglich? Geld abheben am Automaten.
An manchen Geldautomaten im Ausland werden beim Abheben Gebühren fällig, andere Anbieter versuchen Urlauber mit der Option "In Euro umrechnen" über den Tisch zu ziehen. Bildrechte: Colourbox

Bei einer Reise viel Bargeld mit sich herumzutragen, ist lästig und riskant. Zum Glück gibt es auch im Ausland überall Geldautomaten. Doch wer in Prag, Antalya, London oder Kopenhagen Geld abheben will, muss genau hinschauen: Werden beim Abheben Gebühren verlangt? Ist der Wechselkurs in Ordnung?

Bekannte Banken sind nicht unbedingt fairer

Für das Finanztest-Magazin der Stiftung Warentest sind 30 Tester in sechs Euro-Ländern und 23 Ländern ohne Euro unterwegs gewesen. Sie haben mit Girocard oder Kreditkarte Geld abgehoben und Einkäufe bezahlt. Dabei mussten die Tester feststellen: Wer sich beim Abheben die Summe in Euro umrechnen lässt, macht Einbußen durch einen schlechteren Wechselkurs, ohne es zu merken. Der Verlust beträgt nach Finanztest-Angaben meist fünf Prozent, sogar mehr als zehn Prozent sind möglich.

Bekannte Banknamen seien dabei keine Garantie, wie das Abheben bei der Commerzbank in Tschechien gezeigt habe. Wer dort die Sofortumrechnung wählt, zahlt laut Finanztest 12,9 Prozent drauf. Da helfe es auch nichts, wenn oben am Automaten steht: null Prozent Umrechnungsgebühr. Auch von Euronet-Geldautomaten rät Finanztest eher ab.

Frau will Geld an einem Geldautomten einer griechischen Bank abheben. 7 min
Bildrechte: IMAGO

In Nicht-Euro-Ländern kann Geldabheben am Automaten teuer werden - dank Wechselkursen und Gebühren. Wie Sie nicht in die Eurofalle tappen, klären wir in der Servicestunde.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 11.06.2019 11:10Uhr 06:40 min

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Vorsicht ist auch beim Bezahlen an der Kasse geboten

Nicht nur am Geldautomaten wird diese Masche angewendet. Auch beim Zahlen mit Kredit- oder EC-Karte in Supermärkten, Hotels und Restaurants werden Touristen gerne gefragt, ob sie direkt in Euro statt in Pfund, Lira oder Zloty zahlen wollen. Klingt nach voller Kostenkontrolle. Doch die angebliche Transparenz lassen sich Händler und Finanzdienstleister teuer bezahlen. Die sofortige Währungsumrechnung erfolgt dann zu einem viel schlechteren Wechselkurs, als es beim Bezahlen in Landeswährung der Fall wäre.

Clever reisen: So sparen Sie beim Geldabheben

Um ungeplante Urlaubskosten zu vermeiden, empfiehlt es sich grundsätzlich, den aktuellen Umrechnungskurs zu kennen. Nur so bleiben die Ausgaben in einem fremden Land mit fremder Währung transparent und übersichtlich. Informieren Sie sich vor der Reise auf den Webseiten der jeweiligen Zentralbanken. Laden Sie sich zusätzlich Apps mit Umrechnungskursen oder Währungsrechnern auf Ihr Smartphone.

  • Am günstigsten ist der Wechselkurs immer beim Abheben am Automaten, solange Sie die Landeswährung wählen.
  • Lehnen Sie die Möglichkeit ab, den abgehobenen Betrag sofort in Euro umzurechnen. Wenn Reisende Bargeld in ausländischer Währung abheben möchten, erscheint am Automaten oft das Angebot, den Betrag gleich in die eigene Währung umzurechnen. Vorsicht, dabei machen Urlauber immer Verlust, egal in welcher Höhe.
  • Nutzen Sie stattdessen die Abrechnung in Landeswährung. Dazu müssen Sie beispielsweise auf "Umrechung ablehnen" oder "Weiter ohne Konvertierung" drücken oder, falls die Anzeige in Englisch ist, "continue without conversion". Bleiben Sie hartnäckig, denn oft wird nochmals nachgefragt, um Touristen zu verunsichern.
  • Wählen Sie auch beim Bezahlen mit Karte an der Kasse die Abrechnung in Landeswährung, nicht in Euro.
  • Geldumtauschen in Wechselstuben ist meist auch keine günstige Alternative. Denn hier werden Touristen genauso mit schlechten Wechselkursen über den Tisch gezogen.
  • Informieren Sie sich vor der Reise über Ihre Bankgebühren, die können ebenso ein Loch ins Budget reißen.
  • Und wer sich ganz unsicher ist, welche Gebühren und Kurse anliegen, kann seine Urlaubskasse auch vor Reiseantritt in einer deutschen Bank umtauschen lassen - zu einem guten Währungskurs.

Dynamic Currency Conversion (DCC) Für die Option "Sofort umrechnen in Euro" gibt es einen Fachbegriff: Dynamic Currency Conversion (DCC), dynamische  Währungsumrechnung, nennt sich das Abrechnungsverfahren. In vielen Ländern wie der Türkei, Polen, Tschechien, Großbritannien und anderen EU-Staaten wird das System genutzt. Finanzdienstleister, die eine dynamische Währungsumrechnung nutzen, legen dabei Wechselkurse willkürlich fest.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 11. Juni 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2019, 11:10 Uhr