Ein Schlüssel und ein Zollstock liegen auf einem Mietvertrag.
Mietvertrag lieber prüfen lassen! Viele Klauseln sind ungültig. Bildrechte: imago/suedraumfoto

Service | 07.10.2019 Schönheitsreparaturen: Was muss der (Ver-)Mieter?

Wer auszieht, muss renovieren. Stimmt so nicht mehr - seit 2015. Viele Mietverträge enthalten unwirksame Klauseln zum Renovieren. Stiftung Warentest gibt Tipps...

Ein Schlüssel und ein Zollstock liegen auf einem Mietvertrag.
Mietvertrag lieber prüfen lassen! Viele Klauseln sind ungültig. Bildrechte: imago/suedraumfoto

  • Enthält der Mietvertrag keine Klauseln zu "Schönheitsreparaturen", können Mieter ohne Renovieren ausziehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht dann den Vermieter in der Pflicht.

  • Mieter, die in eine nicht renovierte Wohnung einziehen (Tipp: Fotografieren), müssen sie vor ihrem Auszug dann auch nicht renovieren. (Ausnahme: Der Vermieter hatte eine Ausgleichszahlung geleistet)

  • Stehen Klauseln zu "Schönheitsreparaturen" im Mietvertrag kann es sein, dass diese ungültig sind. Mietvereine etwa helfen beim Prüfen.

Eine Frau fällt schreiend von einer Malerleiter.
Bildrechte: imago/Westend61

Schönheitsreparaturen Das Mietrecht versteht unter "Schönheitsreparaturen" Beseitigen üblicher Gebrauchsspuren. Dazu zählen:
- Tapezieren, Anstreichen und Kalken von Wänden und Decken
- Streichen von Fußböden, Heizkörpern und -rohren, Innentüren, Fenster, Außentüren (von innen)

§28 Abs. 4 Satz 3 II BV (Berechnungsverordnung)

Starre Fristen sind ungültig. Der Vermieter darf nicht festlegen, dass "alle fünf Jahre" dies oder jenes gestrichen werden muss. Ist offener formuliert (z.B. "im Allgemeinen"), ist diese Klausel wirksam. Der Vermieter darf voraussetzen, dass die Arbeiten "fachgerecht" erledigt werden. Für Mieter heißt das: Es muss ordentlich gestrichen werden, aber nicht, dass es ein Handwerksbetrieb erledigen muss - der Mieter darf auch selbst renovieren.

Abwaschlappen hängt über Wasserhahn
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kleinreparaturen Für Kleinreparaturen ist der Vermieter zuständig - dazu zählt etwa ein tropfender Wasserhahn. Dies gilt, wenn es keine andere Vereinbarung im Vertrag gibt. Viele Vermieter versuchen, Kleinreparaturen auf die Mieter umzulegen - Stiftung Warentest sagt aber: "Viele Klauseln sind der Erfahrung nach unwirksam".

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Vormittag mit Haase und Waage | 05. Oktober 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 17:00 Uhr