Slow Fashion - Second Hand
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Servicestunde | 16.09.2019 Tipps für die nachhaltige Gardrobe

Kaufen, anziehen, wegwerfen - wer billige Klamotten shoppt, ist meist schon nach wenigen Tagen enttäuscht. Der Glanz aus dem Schaufenster ist nach wenigen Wäschen passé, die Nähte lösen sich in Luft auf oder reißen bei der ersten Beanspruchung. Der Ärger mit schlechten Textilien steckt aber fast immer im Preis mit drin.

Slow Fashion - Second Hand
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Denn das Geschäftsmodell von Billig-Modeketten wie Primark, H&M, C&A oder Kik basiert nicht auf Qualität, sondern auf dem Verkauf vieler Produkte zu einem niedrigen Preis. Fünf Euro für ein T-Shirt sind ein echter Schnapper, aber eben nur beim ersten Kauf. Wer Billigpreise zahlt, kauft am Ende Wegwerfprodukte und kauft sie wieder und wieder. Auf lange Sicht ist das weder für den Geldbeutel noch für die Umwelt gut.

Nachhaltige Kleidung ist die Lösung

Um dem vorzubeugen, können Sie beim Kleiderkauf auf nachhaltige Produkte achten. Dafür gibt es neuerdings den - durchaus umstrittenen - "Grünen Knopf", der fair und nachhaltig produzierte Kleidung kennzeichnet. Aber auch ohne diese Kennzeichnung gibt es Möglichkeiten, die eigene Gardrobe nachhaltiger zu gestalten, weiß Modeblogger Alf-Tobias Zahn. In seinem Buch "Einfach anziehend" zeigt er, wie das in zehn einfachen Schritten geht. Die drei wichtigsten Punkte dabei sind: wiederverwerten, Qualität kaufen und reparieren.

Second Hand und Kleidertausch

Secondhand Textil Shop am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg 10 min
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Aufgetragen von großen Geschwistern, günstig erworben "Second Hand" oder bei einer Kleidertauschbörse - es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich "nachhaltig" anzuziehen. Welche noch - das hören Sie hier.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 16.09.2019 11:50Uhr 09:58 min

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Die einfachste Methode, Kleidung wiederzuverwerten, ist der preiswerte Second Hand-Kauf. Dafür gibt es in den meisten Städten spezielle Läden oder natürlich auch Flohmärkte. Die Alternative dazu sind Online-Händler, die sich auf Second-Hand-Angebote spezialisiert haben. Letztere bringen Sie aber um die besondere Kauferfahrung, wenn Sie im Second-Hand-Laden das perfekte Kleidungsstück für wenig Geld ergattern. Für manche Menschen ist Second Hand nämlich regelrecht Kult. Sie feiern es als Gegenkultur zur Wegwerfgesellschaft, so wie der Rapper Mackelmore in seinem 2012 erschienen Hit "Thrift Shop".

Noch günstiger als Second Hand sind Kleidertauschbörsen, die sich im Internet großer Beliebtheit erfreuen. Hier können sie ausrangierte Kleidungsstücke regional weiterverschenken oder sich schenken lassen. Mit Apps wie etwa Kleiderkreisel, Kleiderkorb, Mädchenflohmarkt oder Miralia finden Sie in ihrer Umgebung Tauschpartner. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Facebook-Gruppen und eBay-Kleinanzeigen: Dort wird Kleidung kostenlos an Selbstabholer abgegeben.

Auf Material und Verarbeitung achten

Wenn es doch mal etwas Neues sein muss, können Sie trotzdem auf Nachhaltigkeit Wert legen. Der Fokus sollte dabei auf der Qualität der Kleidung liegen, denn jedes Jahr, das ein Stück länger hält, ist gut für die Umwelt. Achten Sie beim Kauf auf sauber gestochene Nähte, gut funktionierende Reißverschlüsse und Knöpfe und natürlich auf das Material. Finger weg von synthetischen Fasern! Gerade bei Sport- und Outdoorbekleidung werden oft Kunstfasern (wie Polyester, Elastan, Acryl oder Nylon) verwendet, die zumeist auf der Basis von Erdöl hergestellt werden. Bei Schuhen, Jacken, Hosen und Accessoires aus Leder schauen Sie am besten aufs Etikett: Pflanzlich gegerbtes Leder hält nicht nur lange, sondern kommt - im Gegensatz zu Billigleder - auch ohne Chemie und Schwermetalle in der Produktion aus.

Selbst Hand anlegen oder reparieren lassen

Maßband, Garn, Fingerhut und Schere liegen auf einem Schnittmuster
Maßband, Garn, Fingerhut und Schere - viele Kleider lassen sich leichter reparieren, als man denkt. Bildrechte: Colourbox.de

Das Gute am Qualitätskauf ist, dass dadurch auch Reparaturen sinnvoller werden. Eine gute Ledertasche braucht man nicht wegzuwerfen, nur weil eine Schnalle abgebrochen ist. Ein Besuch beim Schuster oder bei Metallteilen auch Schlüsselmacher kann ein liebgewonnenes Stück fit für weitere Jahre machen. Bei Textilien kann der Schneider helfen, wenn das händische nähen mit Nadel und Faden daheim nicht reicht. Verwaschene Textilien lassen sich nachfärben - wobei der used-Look ja auch seinen Charme hat.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Vormittag mit Haase und Waage | 16. September 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 12:54 Uhr

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