Luftaufnahme Bockelnhagen
Luftaufnahme der Ortschaft Bockelnhagen. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Eichsfeld Bockelnhagen

Die Ortschaft Bockelnhagen liegt im thüringischen Landkreis Eichsfeld, nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Gegend ist für Wanderer ideal: Bockelhagen liegt eingebettet in einer hügeligen Landschaft.

Luftaufnahme Bockelnhagen
Luftaufnahme der Ortschaft Bockelnhagen. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Historische Belege:

  • 1143: Bokelinhagen (UB Eichsfeld I, Nr. 75;Mainzer Urkundenbuch, Bd. II, Nr. 40)
  • 1216: Doklehagen (WüKte 180)
  • 1219: Buckelhagen (WüKte 180)
  • 1219: de Bokelhagen (UB. Walkenried I, Nr. 103, S. 149)
  • 1219: de Buokelhagen (UB. Walkenried I, Nr. 108, S. 153)
  • 1229: de Boclehagen (UB. Walkenried I, Nr. 156, S. 189)
  • 1230: Bokelhagen (Dobenecker III Nr. 10; (UB. Eichsfeld I, Nr. 237)
  • 1263: Buchelhagen (UB Eichsfeld 1, Nr. 444)
  • 1267: Bokelhagen (UB Eichsfeld 1, Nr. 474f)
  • 1267: Bockelehagen (UB Eichsfeld 1, Nr. 484)
  • 1289: Bokelhagen (UB Eichsfeld 1, Nr. 652)
  • 1298: Bokelenhaghen (UBEichsf 1, Nr. 774)
  • 1330: Thilo de Pokelhayn (Lib PC Nr. 43, 108)
  • 1796: Bockelhagen (Bube 4, 56)
  • 1833: Bockelhagen (König 2,4)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Im Grundwort steht -hagen. Das ist ein Ortsnamenelement, dem man nur im Nordwesten Thüringens, vor allem im Eichsfeld, begegnet. Dorthin gehören auch die Orte Freienhagen, Kaisershagen, Fürstenhagen und Bischhagen. Es gehört zu althochdeutsch, altsächsisch hagan, mittelniederdeutsch, mittelhochdeutsch hagen, eine Weiterbildung zu althochdeutsch -hag, -hac, mittelhocheutsch hag "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". -hagen kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen. Viel häufiger als in Thüringen sind die Namen in Niedersachsen (Stadthagen, Langenhagen) und in Mecklenburg-Vorpommern, wohin sie durch Auswanderung im Zuge der deutschen Ostsiedlung gekommen sind.

Problematischer ist der erste Teil, allerdings dürfte K.-H. Müller den richtigen Weg gegangen sein. Er sieht in ihm die niederdeutsche Entsprechung zu hochdeutsch Buche, nämlich Bōke. Das folgende -el- erklärt in Verbindung mit bōk- aus einer Zusammensetzung Bōkelōh, worin dt. "Buchenwald" vorliegt. Wir wissen auch aus anderen Ortsnamen, dass eine Verbindung Bōk(e)lō- nicht selten zu Bo(c)kel wird (s. Udolph, Germanenproblem S. 518f.).

An Bōkelō ist dann -hagen hinzugetreten, so dass der Ortsname so viel bedeutet wie "der Hagen am Buchenwald".

Literatur-Angaben: K.-H. Müller: "Die Ortsnamen der Kreise Nordhausen und Worbis" Masch.-Schr. Hausarbeit Jena 1954, S. 156f.

J. Udolph: "Namenkundliche Studien zum Germanenproblem", Berlin - New York 1994.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. September 2018 | 11:10 Uhr