Ein Bär
Lebte hier eins ein Bär? Bildrechte: Stiftung für Bären/Alternativer Bärenpark Worbis

Wartburgkreis Borbels

Borbels bei Buttlar taucht erst spät in den Quellen auf. Vermutlich war es das Dorf oder die Siedlung eines Mannes namens Ber(w)ald.

Ein Bär
Lebte hier eins ein Bär? Bildrechte: Stiftung für Bären/Alternativer Bärenpark Worbis

Borbels ist ein Weiler von Buttlar im Wartburgkreis. Der Name des kleinen Ortes tritt erst sehr spät in den Quellen auf. Gefunden habe ich bei K. Loga, die den Namen ausführlich behandelt hat, nur einen sicheren Beleg.

Historischer Beleg:

  • 1605 Borwatz

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Eine ausführliche Diskussion des schwierigen, weil spät überlieferten Ortsnamens, bietet allein K. Loga. Auf ihren Ausführungen beruht der folgende Deutungsversuch: Mit einiger Sicherheit kann man sagen, dass es sich wie beim benachbarten Merkels um einen der so genannten genitivischen Ortsnamen handelt. Das bedeutet, dass man sich noch einen weiteren Zusatz hinzudenken muss, etwa -dorf, -siedlung, -heim o.ä., der aber in den Quellen nicht mehr erscheint. Ausführlich ist dieser Ortsnamentyp von G. Winkler behandelt worden.

Bleibt noch zu erklären, welcher männliche Vorname - erkennbar an dem auslautenden -s- in Borbel- steckt. Nach K. Loga ist in einer Chronik von Bermbach ein Personenname Boranbold angenommen worden, der jedoch nur schwach belegt werden kann. Sie zieht daher eine Bildung mit dem Erstglied Ber- (zu dt. Bär, häufig zu finden) und dem Zweitglied ‑walt (zu Gewalt, verwalten usw.) vor, der auch als Beroald bezeugt ist. Man kann der Deutung von K. Loga durchaus folgen und darf demnach in Borbelseine ursrpüngliche Bedeutung "Dorf, Siedlung eines Ber(w)ald" vermuten.

Literatur-Angaben: K. Loga, in: Südthüringer Zeitung vom 3.8.2015, S. 10.
G. Winkler, Genetivische Ortsnamen in Ostmitteldeutschland und in angrenzenden Gebieten, Berlin 2007.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 03. Mai 2018 | 11:10 Uhr