Landkreis Eichsfeld Glasehausen

Glasehausen ist eine Gemeinde im Landkreis Eichsfeld. Durch den Ort fließt der Glasehausener Bach. Bei soviel Glas erklärt sich der Ortsname schon fast von selbst.

Ein Schleifer bei der Arbeit. 1000 Grad sind nötig, damit Sand und Bleiersatz zu Bleikristal verschmelzen. Kristalle aus dem tschechischen Hacharov sind  Handarbeit. Vom Blasen bis zum Schleifen.
Wahrscheinlich haben in Glasehausen einmal Glasbläser gewohnt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Deutung kann man dem Vorschlag von E. Müller folgen. Er schreibt: "Der Ortsname stellt sich zu althochdeutsch, mittelhochdeutsch glas "Glas (Bernstein)". Der Name bezeichnete die Siedlung bei einer Glashütte, oder wo Glasbläser wohnten. Im weiten Teil stand ursprünglich niederdeutsch bzw. mittelhochdeutsch -husen, ursprünglich "bei den Häusern" = später "Siedlung, Dorf", das sich im 16. Jahrhundert zu hochdeutsch -hausen entwickelte.

Historische Belege

Ortsname:

  • 1300 :Iohannes de Glasehusen (UB. Eichsfeld I Nr. 801 S. 497)
  • 1336: de Glasehusen (UB Stadt Duderstadt Nr. 52)
  • 1341: Glasehusen (Werneburg, S. 104)
  • 1548: Glashawsenn (E. Müller 1958, S. 35; E. Müller 1989, S. 20)
  • 1600: 1618 Glasehausen (Wüstungen Eichsfeld, S. 413)
  • 1673: Glasehausen (Wüstungen Eichsfeld, S. 414)
  • 1676: Glasenheüser Landwehr (E. Müller 1958, S. 35; E. Müller 1989, S. 20)
  • 1760: Clasehausen (E. Müller 1958, S. 35; E. Müller 1989, S. 20)
  • 1833: Glasehausen (König 2,7)


Flussname:

  • 1914: Glasehausener Bach (Kettner S. 88)

Nachtrag

Ein Hörer aus Worbis hat nach der Sendung noch eine Idee zu Orts- und Flussname geschickt. Professor Udolph schreibt:

"Der Anruf eines Hörers führt jetzt dazu, dass diese Deutung überdacht werden muss! Wie mir Herr Kulle aus Worbis mitteilt, gab es in oder bei Glasehausen niemals eine Glashütte. Wenn das stimmt - und ich habe keinen Grund, an seiner Aussage zu zweifeln - dann bleibt nur die Möglichkeit, den Ortsnamen vom Gewässernamen abzuleiten, der aufgrund seines klaren Wassers ("glasklar") so benannt worden ist. Man kann damit einem Gedanken folgen, den schon E. Ulbricht, Das Flussgebiet der Thüringischen Saale, Halle 1957, S. 84 geäußert hat:

Glasbach, Glasebach: Die hier genannten Gewässer können ihren Namen der Glasindustrie verdanken, doch sind sie vielleicht eher nach dem Glanz und der Helligkeit ihres Wassers benannt worden

E. Ulbricht

Literaturangaben: B.-U. Kettner, Flußnamen im Stromgebiet der oberen und mittleren Leine, Rinteln 1972.

E. Müller, Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt, Halle 1958, S. 35.

E. Müller, Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt, Heiligenstadt 1989, S. 20.

A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln-Wien 1983, S. 104.

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2017, 11:00 Uhr