Außenansicht Burg in Großbodungen
Beliebtes Ausflugziel in Großbodungen ist die Burg. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Eichsfeld Großbodungen & Kleinbodungen

Außenansicht Burg in Großbodungen
Beliebtes Ausflugziel in Großbodungen ist die Burg. Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

  • 9. Jh. .Jh. (Kopie 12. Jh.) in villa Badungen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 141)
  • 1124 Badungen (UB. Eichsfeld I Nr. 50 S. 32)
  • 1186 de Badungen (UB. Eichsfeld I Nr. 135 S. 81)
  • 1205 Badugnen (Dobenecker II Nr. 1291)
  • 1209 de Bodungen (UB. Eichsfeld I Nr. 184 S. 108)
  • 1253 de Badungin(UB. Walkenried I Nr. 312 S. 319)
  • 1253 de Badunge (UB. Walkenried I Nr. 315 S. 321)
  • 1255 de Badunge (UB. Walkenried I Nr. 339 S. 339)
  • 1255 de Badungen (UB. Walkenried I Nr. 342 S. 341)
  • 1257 de Badungen (UB.Walkenried I Nr. 360 S. 354)
  • 1260 de Badungen (UB. Walkenried I Nr. 381 S. 369)
  • 1262 Badunghen (Dobenecker III Nr. 2984)
  • 1263 de Badungen (UB. Walkenried I Nr. 402 S. 382)
  • 1267 Bodungen (Dobenecker IV Nr. 147)
  • 1276 Badungen (Dobenecker IV Nr. 1006)
  • 1312ff. Henningus etc. de Badungen (Lib. PC Nr. 82,5 u.a.)
  • 1344 Badungen (Wolf PGe 74)
  • 1359 Badungen (Wolf PGE 82)
  • 1506 Badungen maior (RegSubs 170)
  • 1796 Großen Bodungen, Gr[oß] Bodungen (Bube 58, 123)

Kleinbodungen

  • 1261 (oder 1262?) utraque Bodunghe (Dobenecker III Nr. 2984)
  • 1370 Wenigen Badungen (Wü. Kte 168)
  • 1506 Badungenminor (RegSubs 170)
  • 1573 KleinBodungen (Wü Kte 168)
  • 1593 KleinenBodungen (Wü Kte 168)
  • 1632 KleinenBodungen (Wü Kte 168)
  • 1833 Klein-Bodungen (König 2,4)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Die Ortsnamen wurden schon recht früh mit den Zusätzen Groß, latein. major, und Klein, auch Wenig = "klein" bzw. latein. minor, versehen. Sie gehören zu der großen Gruppe von ‑ungen-Namen, die in Thüringen ihren Schwerpunkt haben. Hier einige der bekannteren: Beverungen an der Weser, 826-876 Beuerungen; Birkungen, 1191 Bircunchen, 1206 in Berckungen; Bliedungen bei Bleicherode, 970 (A.) in villa Blidungen, Elsungen, Kr. Wolfhagen, 1256 apud Elsingen; Gerstungen, 744/747 Gerstunge; Haferungen bei Nordhausen, 1188 Haverunge; Hallungen bei Treffurt, 1378 Haldungen; (Burg)-Hasungen bei Kassel, 1019 (K. 12.Jh.) in monte Hasungo, 1021 Hasungun; Heldrungen bei Kölleda, 876 Heltrunga,1004 Haltrungin; Holungen bei Worbis, 1266 Haldungen, 1299 Bertolt von Haldunge; Kaufungen, 1020 (K. Mitte 12.Jh.) Cofunga, 1042 Coufungon; Leinungen bei Sangerhausen, 1253 Linunge, und Leinungen u.v.a.m.

Was bedeutet -ung(en) in Ortsnamen? Es sind entweder Ableitungen von einem Wort, das sich auf eine charakteristische Besonderheit der geographischen Umgebung bezieht oder von einem Flussnamen. Personennamen spielen eine geringe Rolle. Die Namen auf -ung(en) sind ziemlich alt. Einige gehen auch in die altgermanische Zeit zurück, was dafür spricht, dass Thüringen schon früh von germanischen Siedlern - lange vor der Zeit, in der deutsch gesprochen wurde - bewohnt war. Bei Bodungen liegt offensichtlich eine Ableitung von dem Namen der Bode vor.

Zuletzt hat A. Greule den Flussnamen behandelt. Seine Verbindung mit dt. Bad, baden, etwa im Sinn von "warmes Wasser führend" überzeugt mich aber nicht. Näher liegt eine alte Vermutung, die H. Jellinghaus (bei E. Förstemann) geäußert hat: "Die Grundbedeutung des Themas bada kann Einbettung, tiefe Lage gewesen sein". Dazu passen nämlich auch Ortsnamen wie etwa Beddingen (Kr. Wolfenbüttel), 780-802 (Kop. 12. Jh.) Bettingen, 1018 Beddigge, 1054 Beddungen, 1157 Beddigge; Badra (Kyffhäuserkreis); Badekofen bei Vorsfelde (Wolfsburg); Beber (Kr. Hameln-Pyrmont), 973-1059 Bedebure,und andere, die mit der indogermanischen Wurzel *bhedh- "graben" verbunden werden können. Hierher gehören auch dt. Bett, Beet, vor allem Flussbett,und altnord. beðr, poetisch "Ufer, Strand". Die Bode wäre demnach die in einem eingeschnittenen Tal bzw. die tief Liegende. Dazu passt der Flusscharakter vor allem zwischen Kleinbodungen und Bleicherode recht gut.

Literatur-Angaben: K. Casemir, Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, Bielefeld 2003, S. 111.

E. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, l. Hälfte, Bonn 1913, Sp. 312.

A. Greule, Deutsches Gewässernamenbuch, Berlin/Boston 2014, S. 65f.
J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994, S. 154f.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 226, 247.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 13. September 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2019, 14:37 Uhr

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