Luftaufnahme des thüringischen Ortes Pratschütz
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Saale-Holzland-Kreis Pratschütz

Pratschütz ist ein Ortsteil von Nautschütz, einem Ortsteil von Schkölen im Saale-Holzland-Kreis.

Luftaufnahme des thüringischen Ortes Pratschütz
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Historische Belege zumeist nach E. Eichler und H. Walther:

  • 1247: (Kopie 16.Jh.) Braschitz (SAW/R 3, 990, 1533)
  • 1299: (Kopie) Praschitz (UB Pforte I, Nr. 339)
  • 1302: (Kopie) Praschitz (UB Pforte I, Nr. 367)
  • 1320: Bratschitz(Schöttgen, Inventarium Sp. 205)
  • 1350: Bratschicz(Lehnbuch Fs, S. 68)
  • 1441: Bratschicz(Mansberg, Osterland, S. 31)
  • 1530: Bratschitz (Mansberg, Osterland, S. 69)
  • um 1750: Pratschütz (SAtlas Weißenfels)
  • 1821: Prat(z)schütz, Prazschiz (Postlex. 8, 548)

Es liegt ein slavischer Ortsname vor, der mit dem Suffix -ici gebildet ist, was so viel bedeutet wie "Siedlung der Leute des Soundso". Angesichts der späten Überlieferung bleibt aber leider unklar, welcher slavische Personenname im ersten Teil gestanden hat. Man erwägt ursprüngliches *Brašici bzw. *Bratšici, aber auch *Pravšici.

Dem entsprechend vermutet man im ersten Teil einen Personennamen *Braš, *Bratk oder auch *Pravš-, zu slav. pravy "recht" oder brat "Brude".

Es gab ähnliche Ortsnamen in Sachsen: Praschütz, eine Wüstung bei Dresden, und Pratschschwitz, eine Wüstung bei Oschatz.

Literatur-Angaben: E. Eichler: "Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße", Bd. 3, Bautzen 1993, S. 105.

E. Eichler, H. Walther: "Untersuchungen zur Ortsnamenkunde und Sprach- und Siedlungsgeschichte des Gebietes zwischen mittlerer Saale und Weisser Elster", Berlin 1984, S. 253f.

H. Rosenkranz: "Ortsnamen des Bezirkes Gera", Greiz 1982, S. 58.