Ein Kind spielt Ritter mit Helm, Schild, Schwert und Burg aus Pappe
Hier wurde gekämpft und beschützt: In Gumpelstadt Bildrechte: Colourbox.de

Wartburgkreis Gumpelstadt

Kühne, germanische Krieger gaben Gumpelstadt den Namen. Auch ein Gundbald hatte hier zu tun...

Ein Kind spielt Ritter mit Helm, Schild, Schwert und Burg aus Pappe
Hier wurde gekämpft und beschützt: In Gumpelstadt Bildrechte: Colourbox.de

Früher gab es auch noch ein Alt-Gumpelstadt in Richtung auf Fischbach zu (Regel, Ortschaften Thüringer Wald)

Historische Belege - Gumpelstadt im Wartburgkreis:

  • zw. 1015-1025 (K. um 1160) Gumboldesta[t], Gumboldestat (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 252)
  • [ca. 1150?] (Kop. um 1160) Gumpoldestat (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), I S. 318)
  • 12. Jh. (K. um 1160) Gumboldestat, Variante: Gunpoldestat(Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 280)
  • 1308 Cumpoldestat (Jacob S. 53)
  • 1321 Gumpelstedt (Annalecta Hassiaca XII S. 358)
  • 1347 Gumpoldestad, Gumpoldistate, Gumpolstadt (Jacob S. 53)
  • 1440 Gumpelstadt (Regel, Ortschaften S. 69)
  • 1506 Gumpelstat (Regel, Ortschaften S. 69)
  • 1796 Gumpelstadt (Bube 12)

Historische Belege - Alt-Gumpelstadt (Wüstung bei Gumpelstadt)

  • 1381 Aldin Gumpoldestad (Henneburg. UB III Nr. 115)

Aufgrund der historischen Belege lässt sich der erste Teil des Ortsnamens wesentlich besser erkennen als in der heutigen Form Gumpel-. Ausgehend von Gumbold-, Gumpold- kann man ziemlich sicher von einer ursprünglichen Personennamenform Gundbold ausgehen, denn das ist ein in den historischen Quellen und auch in Ortsnamen gut bezeugter Personenname. Gundbold ist allerdings schon eine veränderte Form aus älterem Gundbald, zusammengesetzt aus Gund- zu althochdeutsch gund (aus germanisch *gund- "Krieg, Kampf") und -bald zu althochdeutsch bald "kühn" aus germanisch *balda-  zusammen. Bereits frühzeitig wurde die Lautkombination /ndb/ bzw./ndp/ zu /mb/ bzw. /mp/ assimiliert, was sich an Rufnamenbelegen wie Gumbald, Gumpalt, Gumpold, Kumbold, Cumpold, Cumelt u.a.m. gut nachweisen lässt. Man kann somit von einer ursprünglichen Bedeutung "Siedlungsstätte, Siedlung eines Gundbald" ausgehen.

Literatur-Angaben: E. Förstemann, Ortsnamen, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, Teil 1, Nachdruck Hildesheim usw. 1983, Sp. 1131.
G. Jacob, Die Ortsnamen des Herzogthums Meiningen, Nachdruck Meiningen 2004, S. 53.
F. Regel, Die Entwicklung der Ortschaften im Thüringerwald (norwestliches und zentrales Gebiet), Gotha 1884.
H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 278.
A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln/Wien 1983, S. 51.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 02. Januar 2019 | 11:10 Uhr