Grafik mit Ortsschild Hastrungsfeld
Hastrungsfeld gehört zur Gemeinde Hörselberg-Hainich. Bildrechte: Panthermedia

Wartburgkreis Hastrungsfeld

Hastrungsfeld ist ein Ortsteil der thüringischen Gemeinde Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis. Und was er mit Buchen zu tun hat, erklärt Namenforscher Prof. Jürgen Udolph.

Grafik mit Ortsschild Hastrungsfeld
Hastrungsfeld gehört zur Gemeinde Hörselberg-Hainich. Bildrechte: Panthermedia

Historische Belege:

  • 1143: Hastorofeld (Walther, S. 298)
  • 1321: Hastrungeveylt (Reg. Wangenheim I, Nr. 77, S. 72)
  • 1335: Hastrunfelt (Reg. Wangenheim I, Nr. 87, S. 80)
  • 1350: de Hastrungevelde (Walther, S. 298)
  • 1412: hastrungefelt  (Reg. Wangenheim I, Nr. 132, S. 174)
  • 1483: Hastringefelt (Horn UB, Nr. 194, S. 796)
  • 1483: Hasternfeld  (Reg. Wangenheim II, Nr. 311, S. 171)
  • 1512: Hastrungefelt (Heß, Thür. Wald, S. 71)
  • mundartlich: Hasterfeald, Asterfeald (Gerbing S. 321)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der Ortsname ist schwierig, aber man wird wohl dem Vorschlag von H. Walther folgen können, der annimmt, dass das -ung- erst später, wohl in Anlehung an die zahlreichen thüringischen Ortsnamen, auf -ung-, hinzugefügt worden ist. Dann wäre also von Hastorofeld o.ä. auszugehen.

Sicher ist, dass im letzten Teil dt. -feld steht, zumeist zu verstehen als "flache Ebene". Bei dem ersten Teil erwägt H. Walther althochdeutsch (h)agastra "Elster", das auch als niederdeutsch Heister bezeugt ist, daneben aber auch german. *haistr-, mittelniederdeutsch heister "junge Buche".

Es spricht mehr für die zweite Möglichkeit, wenn man einbezieht, dass das Buchenwort als frühneuhochdeutsch heisterund mittelniederdeutsch hester, heister bezeugt ist. Dieses Wort geht auf älteres *hais-tru- zurück, zusammengesetzt aus hees (german. *haisja-) "Buschwald, Strauch" + -tru-, dem germanischen Baumsuffix, vgl. engl. tree.

Demnach kann man den Ortsnamen als "Ebene, Fläche, auf der junge Buchen wachsen" erklären.

Literatur-Angaben: H. Walther: "Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts", Berlin 1971, S. 298.

A. Werneburg: "Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens", Nachdruck Köln/Wien 1983, S. 83.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 13. Dezember 2018 | 11:10 Uhr