Eine Illustration des Ortssschildes vonn Dillstädt vor Feldern und Häusern.
Bildrechte: MDR Thüringen

Landkreis Sömmerda Werningshausen

Warnung oder Wurmger - Die Herkunft des ersten Teils vom Ortsnamen Werningshausen ist nicht ganz klar. Der zweite Teil "-hausen" ist hingegen fast schon selbsterklärend.

Eine Illustration des Ortssschildes vonn Dillstädt vor Feldern und Häusern.
Bildrechte: MDR Thüringen

Historische Belege

  • (750-802) in Wuremgereshusen (UB Kloster Fulda Nr. 300 S. 425; Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 132)
  • 1230 Weringishusin (Dobenecker III Nr. 155 S. 32)
  • 1246 in Werningeshusen (UB Stadt Arnstadt Nr. 18 S. 6)
  • 1246 Wericheshusin (Dobenecker III Nr. 1421 S. 230)
  • 1251 Weringeshusen (UB Pforte I Nr. 133 S. 155)
  • 1255 Werningeshausen (Zs. d. Harz-Vereinss 20, S. 394)
  • 1256 Weringeshusen (UB Pforte I Nr. 152 S. 174)
  • 1257 Weringeshusen(UB Pforte I Nr. 156 S. 180)
  • 1299 in Weringishuß (UB Pforte I Nr. 336 S. 322)
  • 1332 Weringeshusen(UB Pforte III Nr. 5 S. 5)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Unstrittig ist, dass der zweite Teil des Namens althochdeutsch oder altniederdeutsch -husen „bei den Häusern, Siedlung“ enthält. Sicher ist auch, dass im ersten Teil ein Personenname steht, erkennbar an dem -is-, -es- vor -husen. Aber von welchem Personennamen soll man ursprünglich ausgehen? Der erste Beleg spricht wohl für einen Personennamen Wurmger-,der in altdeutschen Quellen auch wirklich belegt ist (Förstemann I  Sp. 1666). Aber was ist dann in den 430 Jahren bis zum nächsten Beleg Weringishusin passiert? Kann man von Wurmger- zu Wering- kommen? Es bleiben Zweifel. Alle Forscher stellen aber den Wurmger-Beleg zu diesem Ortsnamen, so dass man wohl annehmen muss, dass es in dem knappen halben Jahrtausend doch zu erheblichen Veränderungen gekommen ist.

Geht man von der zweiten Überlieferungskette aus, dann wird man von einem anderen Vornamen, etwa Warning, der ebenfalls bei Förstemann belegt ist, ausgehen müssen. Im ersten Teil wäre dann germanisch War(in)- Im ersten Teil ist dann ein Wort zu vermuten, das mit dt. warnen, Warnung ursprünglich im Sinn von „sich vorsehen, hüten, auf etwas achten“ zu verbinden ist.

Literatur E. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch. Personennamen, 2. Aufl., Bonn 1900, S. 1666.

E. Förstemann, Ortsnamen, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, Teil 2, Nachdruck Hildesheim usw. 1983, Sp. 1245.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 296.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. Februar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 05:00 Uhr