Troistedt
Troistedt ist Teil der thüringischen Verwaltungsgemeinschaft Grammetal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Landkreis Weimar Troistedt

Troistedt liegt im Westen des Weimarer Landes. Im Jahr 2000 feierte das Dorf den 750. Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung. Was der Ortsname Troistedt bedeutet, erfahren Sie hier.

Troistedt
Troistedt ist Teil der thüringischen Verwaltungsgemeinschaft Grammetal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Historische Belege:

  • 1241: Drastethe (Dobenecker III, Nr. 961, S. 163)
  • 1245: Drastete (Dobenecker III, Nr. 1258, S. 205)
  • 1250: Dratsted (Dobenecker III, Nr. 1856, S. 296)
  • 1253: Dratstete (Dobenecker III, Nr. 2115, S. 334)
  • 1258: Drathstete (Dobenecker III, Nr. 2626, S. 414)
  • 1260: Drathstete (Dobenecker III, Nr. N 111, S. 569)
  • 1267: Dratstete (Dobenecker IV, Nr. 15, S. 3)
  • 1267: Dratstede (Dobenecker IV, Nr. 111, S. 17)
  • 1271: Drathstete (Dobenecker IV, Nr. 637, S. 93)
  • 1278: Dratstede (Dobenecker IV, Nr. 1501, S. 215)
  • 1307: Dratstete (Fuhrmann)
  • 1342: Dratstet (Fuhrmann)
  • 1378: Dratstete (Fuhrmann)
  • 1407: Dratstete (Fuhrmann)
  • 1422: Drostet (Fuhrmann)
  • 1506: Drostet (Werneburg, S. 55)
  • 1542: Droestet (Fuhrmann)
  • 1739: Trostedt (Fuhrmann)
  • 1790: Troyst(dt (Fuhrmann)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der zweite Teil des Ortsnamens enthält hochdeutsch -stete, gelegentlich auch die niederdeutsche Variante -stede, "Wohnstelle, Siedlungsstelle". Im ersten Teil vermutet man einen Vornamen, der zu althochdeutsch drâti "schnell" gestellt wird. Problematisch ist, dass bei Annahme eines Vornamens in der Fuge vor -stet- ein Genitiv Singular gestanden haben müsste, entweder *Drat-en-stetoder *Drat-is-stet. Man kann das Fehlen auf die späte Überlieferung schieben, auch wenn das etwas unsicher ist. Eine andere Deutung findet sich allerdings nicht, man wird also auf die "Siedlungsstelle eines Drat- (o.ä.)" schließen müssen.

Literatur-Angaben: W. Fuhrmann, "Die Ortsnamen des Stadt- und Landkreises Weimar", Diss. Leipzig 1962, S. 75f.

H. Walther, "Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts", Berlin 1971, S. 284.

A. Werneburg, "Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens", Nachdruck Köln-Wien 1983, S. 55.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: Servicestunde | MDR THÜRINGEN - Das Radio | 04.05.2017 | ab 11:00 Uhr