Grafik mit Ortsschild von Wolkramshausen im Kreis Nordhausen und Hügel sowie Häusern
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Kreis Nordhausen Wolkramshausen

Wolkramshausen ist eine Gemeinde im Landkreis Nordhausen und liegt nahe der Hainleite eingebettet im Tal der Wipper. Der Name des Ortes geht auf einen männlichen Vornamen zurück. Doch auf welchen genau?

Grafik mit Ortsschild von Wolkramshausen im Kreis Nordhausen und Hügel sowie Häusern
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Nach K.-H. Müller ist nicht klar zu entscheiden, welche urkundliche Form für den bestehenden Ort Wolkramshausen und welche für das inzwischen verschwundenen Dorf Wolkramshausen bei Helmsdorf gilt.

Historische Belege:

  • (um 900, Kopie 12. Jh.): Wolfgrimeshusen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 142; nach UB. Eichsfeld I Nr. 6 S. 4 ist unsicher, welcher Ort gemeint ist)
  • 1215 (Kopie): Wecrameshusen (UB Eichsfeld I Nr. 199 S. 119)
  • 1221: Wolchramishusen(UB Eichsfeld Nr. 213 S. 127: gemeint ist die Wüstung)
  • (nach 1239): in Wolcrammesh(usen) (UB. Walkenried I Nr. 244 S. 263)
  • 1253: de Wolcrameshusin (UB. Walkenried I Nr. 312 S. 319)
  • 1282: Wolkerameshusen (Dob. IV Nr. 1994 S. 285)
  • 1283 (A. 14. Jh.): Wolcrameshusen; Variante Wolkramshausen (Dob. IV Nr. 2162 S. 309)
  • 1307: de Wolckrameshusen (Ilfelder Regesten Nr. 165a S. 60)
  • 1312: de Wolcrameshusen (Amtsbuch Nordhausen S. 101)
  • 1320: de Wolckramshusen (Müldener Bergschhlösser S. 74)
  • 1325: de Wolcrammeshusen (Schannat, Lehnhof S. 231)
  • 1338: de Wolckramshusin (Mencke, SRG I S. 642)
  • 1339: de Wolcrameshusen (Amtsbuch Nordhausen, S. 93)
  • 1344: de Wolkramshusen (Amtsbuch Nordhausen, S. 98)
  • 1833: Wolkramshausen (König 2,19)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Klar ist, dass der Ortsname mit althochdeutsch oder altniederdeutsch -husen "bei den Häusern" = Siedlung gebildet ist. Klar ist auch, dass im ersten Teil ein Vorname gestanden hat. Aber ist es ein Wolfgrim, wie der älteste Beleg nahe liegt, oder vielleicht eher ein Wolfhraban, wie die übrigen Formen wahrscheinlich machen? Eine eindeutige Entscheidung ist nicht möglich, zumal man nicht weiß, welcher Beleg zu welchem Ort gehört. Es bleiben also Unsicherheiten, die offenbar nicht beseitigt werden können. Entweder hat man den Ort eines Wolfgrim oder den eines Wolfhraban vor sich.

Literatur-Angaben: E. Förstemann: "Altdeutsches Namenbuch", Bd. 1: Personennamen, Bonn 1900, Sp. 1651.

K.-H. Müller: "Die Ortsnamen der Kreise Nordhausen und Worbis". Masch.-Schr. Hausarbeit Jena 1954, S. 145f.

H. Walther: "Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts", Berlin 1971, S. 297.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 30. Oktober 2018 | 11:10 Uhr