Kind isst Keks im Auto
Familienväter kennen das wahre Grauen: Kekskrümel in den engsten Ritzen! Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 03.07.2019 Reisezeit, Krümelzeit - Tipps für die Pkw-Reinigung

Familienväter kennen das wahre Grauen: Kekskrümel in den engsten Ritzen, fleckige Polster und der halbe Sandstrand vom Ostseeurlaub plant seine Überwinterung im Fußraum der Familienkutsche. Welche Tricks helfen gegen verschmutzte PKW-Innenräume und auf welche Mittelchen kann man beim Auto-Putzen verzichten?

Kind isst Keks im Auto
Familienväter kennen das wahre Grauen: Kekskrümel in den engsten Ritzen! Bildrechte: Colourbox.de

Vorbereitung ist alles

Für eine gründliche Innenraumreinigung brauchen Sie warmes Wasser, die richtigen Putzmittel und einen Stromanschluss für den Staubsauger. Ist der nicht in der Nähe und kommen Sie auch mit Verlängerungskabel nicht zum Auto, saugen Sie das Auto an der nächsten Tankstelle aus. Den Rest können Sie dann wieder in Ruhe zu Hause erledigen. Machen Sie sich im Vorfeld klar, was Sie reinigen möchten und besorgen Sie sich entsprechende Putz- und Pflegemittel aus dem Fachhandel. Normale Haushaltsreiniger sind nicht unbedingt die beste Wahl für ihre Polster. Um Kratzer und Flecken auf den Oberflächen zu vermeiden, benutzen Sie sanfte Putzmittel, wie fusselfreie Mikrofasertücher, Baumwolltücher zum Trocknen und feine Pinsel. 

Raus mit dem groben Schmutz

Erster Schritt der Reinigung ist das Entleeren von Fächern und Aschenbechern. Entfernen Sie alles, was da nicht rein gehört. Räumen Sie den Innenraum und den Kofferraum aus. Auch die Ablagebretter und Abdeckungen im Kofferraum sollten Sie entfernen. Fußmatten gehören ebenso dazu. Die klopfen Sie gründlich ab und saugen oder wischen Sie sauber - je nach Material. So aufgeräumt saugen Sie das Auto gründlich aus. Achtung: Vergessen Sie nicht, von Zeit zu Zeit auch das Reserverad herauszunehmen und die Radmulde gleich mit zu reinigen. In den meisten Autos sind in den Reserveradmulden Bohrungen für Schwitzwasser vorhanden. Halten Sie diese Öffnungen sauber, so entsteht kein Rost. 

Gründlich in alle Fugen und Ritzen

Nachdem Sie den Boden und die Sitzoberflächen gesaugt haben, kümmern Sie sich intensiv um die Ritzen und Fugen zwischen Sitzen und Rückenlehnen, dort sammelt sich der meisten Dreck. Dann gehen Sie am besten mit einer Spezialfugenbürste in alle Ritzen zwischen Sitzen und Karosse und am Armaturenbrett. Achten Sie darauf, die Oberflächen nicht mit den Staubsaugeraufsätzen zu zerkratzen. Für kleinste Ritzen und Fugen in den Armaturen und Verkleidungen verwenden Sie am besten einen weichen Pinsel. Achtung: Die Borsten sollten in Kunststoff und nicht in Metall gefasst sein, es besteht Kratzergefahr.

Sanfte Reinigungsmittel

Eine Frau säubert den Innenraum eines Autos.
Für Kunststoff, Leder, Velours gibt es spezielle Reinigungsmittel. Bildrechte: IMAGO

Für die Reinigung der Oberflächen von Armaturenbrett und Verkleidungen ist warmes Wasser immer die erste Wahl. Nur wenn Sie Flecken bekämpfen müssen, sollten Sie zu einem Reinigungsmittel greifen. Für Kunststoff, Leder und Veloursleder gibt es spezielle Reinigungsmittel. Wenn Sie sich da bei der Anwendung genau an die Anleitung halten, kann nichts schief gehen. Reinigen Sie immer nur feucht und nie nass, spülen Sie den Lappen häufig und gründlich aus. Und wechseln Sie das Wasser lieber einmal mehr. Sonst verteilen Sie den Schmutz nur.

Vorsicht, Cockpitspray

Besonders bei älteren Kunststoffen können solche Sprays und Auffrischer für neuen Glanz im Innenraum sorgen. Gehen Sie aber sparsam damit um. Wird zu viel davon in Ritzen und Fugen gesprüht, könnte es während der Fahrt zu Quietsch- und Knarrgeräuschen kommen. Auf Lenkrad, Fußmatte und den Pedalen haben diese Sprays nichts zu suchen. Die Oberflächen werden zu glatt und rutschig. So verlieren Sie unter Umständen den richtigen Griff am Lenker oder rutschen vom Pedal ab.    

Für guten Durchblick

Ein normales Fensterputzmittel reicht für die Scheiben von innen und außen. Achten Sie innen darauf, das Mittel auf den Lappen aufzutragen und dann die Scheiben zu putzen. Sprühen Sie nicht mit dem Putzmittel im Innenraum herum. Verkleidungen und Sitze könnten Spritzer abbekommen, es drohen hässliche Flecken. Sind die Scheiben im Raucherauto besonders schmutzig, können Sie sanft mit warmen Wasser und Spülmittel vorreinigen.

So werden Sitze sauber

Einen normalen Sitz mit Stoffbezug oder Polsteroberfläche bekommen Sie mit einem Polsterreiniger am besten sauber. Testen Sie zu Beginn an einer unauffälligen Stelle. Manche Mittel ziehen die Farbe aus den Oberflächen. Behandeln Sie nicht nur den einzelnen Fleck. Meist verreiben Sie dabei nur den Schmutz an die Ränder und der Fleck wird größer. Besser Sie behandeln immer gleich die ganze Fläche, also Lehne oder Sitz.   

Spezialfall Leder

Kunstleder ist in der Behandlung eher unproblematisch und leicht zu reinigen. Kunstlederreiniger und -pflege gibt es schon für unter zehn Euro. Echtes Leder verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit. Das Naturprodukt droht mit der Zeit auszutrocknen. Wischen Sie Naturleder nur ganz leicht feucht ab. Auf keinen Fall zu viel Wasser beim Säubern verwenden, sonst saugt sich das Leder damit voll und nimmt später kein Pflegeprodukt mehr auf. Nach der Reinigung lassen Sie das Leder eine Weile ablüften und trocknen und dann pflegen Sie es mit einer speziellen Lederpflege.

Die Ozonbehandlung

Frau putzt den Autoinnenraum.
Vorsicht beim Reinigen der Scheiben: Fensterputzmittel können hässliche Flecke auf den Polstern hinterlassen. Bildrechte: IMAGO

Gegen schlechte Gerüche und Bakterien im Innenraum helfen Hausmittel wie Essigwasser, Kaffeesatz oder der Duftbaum nur sehr begrenzt. Ab rund 130 Euro inklusive Innenraumreinigung bekommen Sie bei Autoaufbereitern und in Servicewerkstätten eine Ozonbehandlung, auch Ozonreinigung genannt. Eine Ozonbehandlung, die nur die Klima- und Belüftungsanlage reinigen soll, kostet ab 100 Euro aufwärts. Dabei werden die geruchsverursachenden Bakterien mit dem sehr reaktionsfreudigen Ozongas bekämpft. Dabei wird das Auto möglichst luftdicht verschlossen, was nur den Profis einigermaßen gelingt. Das Auto wird von innen begast und zum Schluss noch die Klimaanlage in Betrieb genommen. So werden auch die dort sitzenden Bakterien getötet, die manchmal für den Geruch nach modrigem, feuchtem Handtuch verantwortlich sind. Zum Schluss wird das Auto noch kräftig durchgelüftet. Es bleiben keine Rückstände im Innenraum und den Filtern. Die Ozonbehandlung ist also auch für Allergiker und empfindliche Menschen ideal für saubere Luft im Auto. Ein Tipp: Lassen Sie wenn nötig bei dieser Behandlung noch die Innenraumfilter wechseln. Dann gibt’s keine Quellen mehr für unangenehme Gerüche.

Autohimmel reinigen

Einen verschmierten Autohimmel müssen Sie vor einer Ozonbehandlung zunächst säubern. Dazu am besten großflächig absaugen, Flecken mit Polsterreiniger oder ähnlichem (je nach Material des Himmels) bearbeiten. Nehmen Sie sich den Autohimmel in Etappen vor und decken Sie alle anderen Flächen im Auto möglichst gut ab. Nutzen Sie am besten spezielle Innenraumreiniger und lassen Sie das Auto nach der Reinigung dieser großen Fläche am besten zwölf Stunden mit leicht geöffneten Fenstern stehen. So kann die Feuchtigkeit verdunsten. Ein vergilbter und grob verschmutzter Autohimmel überlassen Sie ohnehin lieber dem Fachmann.

Wann das Auto zum Profi muss

Die normalen Reinigungsarbeiten bekommen Sie ohne Problem selbst hin. Haben Sie aber hartnäckige Flecke oder Kratzer und gar kleine Löcher in den Armaturen, dann können Autoaufbereiter gut weiterhelfen. Ab 100 Euro bekommen Sie einen gut gepflegten Innenraum. Je nach Verschmutzung und Modell und ihren Wünschen kann es natürlich teurer werden. Die Ozonbehandlung sollten Sie ausschließlich den Profis überlassen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 03. Juli 2018 | 11:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2019, 14:18 Uhr