Eine Auszubildende in einem Metallbetrieb
Bildrechte: imago/Westend61

Service | 14.10.2019 Augen auf bei der Berufswahl

Die Auswahl ist riesig - und genau das ist das Problem. Jugendliche können mit entsprechendem Noten-Spiegel werden, was sie wollen. Doch im Internetzeitalter ist die Entscheidung für den richtigen Beruf für junge Menschen schwieriger denn je.

Eine Auszubildende in einem Metallbetrieb
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Mangelte es früher an Ausbildungsplätzen, ist heute eher die Frage, welche Ausbildung man in welchem Unternehmen anstrebt. Lydia Schöller von der Arbeitsagentur Erfurt gibt Tipps zu Informationsmöglichkeiten, zu Berufsbildern und welche Rolle Eltern und Großeltern haben können.

Sinnvoll ist es, sich schon Gedanken zu machen, auch wenn es noch Zeit hat bis zum Schulabschluss. Lydia Schöller von der Arbeitsagentur Erfurt empfiehlt, sich mindestens ein Jahr vorher zu orientieren.

Einen passenden Beruf zu finden geht nicht von heute auf morgen. Das ist auch ein bisschen Zeit und Arbeit.

Lydia Schöller schlägt drei Schritte vor:

1. Schritt: Stärken

Am Anfang sollte immer die Frage nach den Stärken stehen, erklärt Lydia Schöller weiter.

Also was sind meine Fähigkeiten, was kann ich gut? Aber auch: was möchte ich mal in meinem späteren Leben?

Weil diese Fragen nicht immer einfach zu beantworten sind, rät Schöller, sich Hilfe zu holen. Gespräche mit den Eltern, oder einem Berufsberater können da Klarheit schaffen.

2. Schritt: Praktische Erfahrung

Kein Berufsberater kann ein Praktikum oder einen Schnuppertag in einem Betrieb ersetzen. Deshalb rät Lydia Schöller, sich so viel wie möglich in der Praxis anzusehen, unterschiedliche Dinge auszuprobieren und Eindrücke zu sammeln. So entstehen auch keine falschen Erwartungen, die in der Ausbildung dann enttäuscht werden könnten.

Wir sind für alle Dinge, bei denen junge Menschen mal in die Berufswelt hineinschnuppern können, Berufe kennenlernen können, sich selbst ausprobieren können. Das ist unheimlich wichtig für die Berufswahl.

3. Schritt: Die Entscheidung

Am Ende dieses Prozesses steht dann, sich tatsächlich für einen Beruf zu entscheiden und Bewerbungen zu schreiben.

Gerade beim ersten Schritt sind die Eltern besonders wichtig, weil sie ihre Kinder einfach gut kennen, sagt Schöller. Aber auch im weiteren Verlauf dieses Prozesses können Eltern ihren Kindern zur Seite stehen, in dem sie zum Beispiel bei den Bewerbungen helfen, mit ihnen zu Messen fahren oder bei der Suche nach einem Praktikum helfen. Besonders wichtig ist es für Eltern aber auch, die Erfahrungen, die das Kind gemacht hat auszuwerten.

Neben den Eltern hilft auch die Agentur für Arbeit bei der Berufsfindung. Die Agenturen schicken nicht nur Berufsberater in die Schulen, sondern helfen auch individuell bei der Suche nach dem passenden Beruf, nach Ausbildungsstellen in der Region und selbst beim Bewerbungsprozess. Außerdem gibt's auf der Webseite einen Test, mit dem man rausfinden kann, welcher Beruf möglicherweise zu einem passt.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 14. Oktober 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 05:00 Uhr