Verschiedene Gemüsesorten auf einem Teller: Zucchini, Chicorée, Rosenkohl, Brokkoli, Rucola
Chicorée, Rosenkohl, Rucola und andere Gemüsearten enthalten Bitterstoffe, die manche als angenehm empfinden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Service | 02.04.2019 Mit Bitterstoffen durch die Fastenzeit

Je näher Ostern rückt, desto schwieriger ist die Fastenzeit durchzustehen. Schokohasen und buntgefärbte Eier wirken verführerisch. Helfen können Bitterstoffe. Sie zügeln den Appetit und bremsen den Heißhunger auf Süßes.

Verschiedene Gemüsesorten auf einem Teller: Zucchini, Chicorée, Rosenkohl, Brokkoli, Rucola
Chicorée, Rosenkohl, Rucola und andere Gemüsearten enthalten Bitterstoffe, die manche als angenehm empfinden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die menschliche Zunge kann vier Geschmacksrichtungen unterscheiden: süß, sauer, salzig und bitter. Für letztere sind in Pflanzen die Bitterstoffe verantwortlich, für die der Mensch erst mit zunehmendem Alter empfänglich wird. Während Kinder noch mit einer natürlichen Ablehnung reagieren, empfinden Erwachsene eine bittere Note oft als sehr angenehm. Doch nicht nur als Geschmacksrichtung sind Bitterstoffe wichtig, sie können sogar in der Fastenzeit behilflich sein.

Weniger Heißhunger mit Bitterstoffen

Schon in der Antike setzte der griechische Arzt Pedanios Dioskurides Bitterstoffe bei Magenbeschwerden ein. Doch die Zusatzstoffe, die Pflanzen unter anderem vor Fressfeinden schützen sollen, können noch weit mehr. Auf der Zunge hemmt der bittere Geschmack das Verlangen nach Süßem und zügelt - im Gegensatz zu süßen oder salzigen Stoffen - den Appetit. Darum werden Kräuter-Bittersprays inzwischen auch in Apotheken als Appetitzügler angeboten. Darüber hinaus lässt sich mit bitteren Lebensmittel abnehmen. Sie sind in der Regel kalorienarm und regen die Magen- und Gallensaftsekretion an. So fördern sie zusätzlich die Verdauung.

Bitteres auf den Speiseplan

In der Lebensmittelindustrie sind die gesunden Bitterstoffe hingegen unbeliebt. In der Verarbeitung werden sie mit Absicht reduziert und durch viel Zucker und Geschmacksverstärker ersetzt. Auch in der Landwirtschaft werden die Bitterstoffe aus verschiedenen Gemüsesorten herausgezüchtet. Süßes verkauft sich einfach besser.

Dabei empfehlen Fachärzte, bittere Lebensmittel regelmäßig in den Speiseplan aufzunehmen. Neben verschiedenen Gemüsesorten wie Rucola, Chicorée und Artischocken, bieten sich hierfür auch grüne Tees, Hopfenbiere und Kaffee an. Bis heute beliebt ist nach deftigen Mahlzeiten auch der sogenannte Magen-, Kräuter- oder Schwedenbitter. Doch Vorsicht beim Verzehr, manchmal können Bitterstoffe auch gefährlich sein!

Wann sind Bitterstoffe schädlich?

Prinzipiell gilt: Früchte und Pflanzen die Bitterstoffe enthalten, dürfen auch leicht bitter schmecken. Stark bitter schmeckendes Gemüse sollte man aber nicht verzehren. Das Gemüse könnte dann die giftige Substanz Cucurbitacin enthalten.

Pflanzen verwenden Bitterstoffe als Fraßschutz. Sie wollen nicht gefressen werden und deswegen können Bitterstoffe auch giftig sein. Dazu zählen die Bitterstoffe in der Zucchini, in Zierkürbissen, manchmal auch in normalen Kürbissen, in Bittermandeln oder auch Auberginen.

Luise Hoffmann von der Thüringer Verbraucherzentrale

Um Vorzubeugen machen Sie am besten eine Schnittprobe direkt am Blütenansatz und kosten. Am Blütenansatz ist die Konzentration der Bitterstoffe immer am höchsten - keine Angst, nur bei übermäßigen Verzehr wird es gefährlich. Kürzen Sie das Gemüse von dort aus ein bis der bittere Geschmack angenehm ist. Im Übrigen reagieren Frauen empfindlicher auf bittere Geschmacksnoten als Männer. Allerdings kann das Bitterempfinden trainiert werden.

Rezept: Fitnessdrink aus Bitterstoffen

Zutaten:
2 Grapefruits
2 Orangen
100 ml Apfelsaft
ggf. 1 Spritzer Mineralwasser

Reiben Sie jeweils von einer Orange und einer Grapefruit die Schale ab. Bitte Bioware verwenden und die Früchte vorher heiß abschrubben.

Pressen Sie den Saft aus Orangen und Grapefruit aus. Mixen Sie alles mit Apfelsaft und (bei Bedarf) mit einem Spritzer Mineralwasser. Geben Sie anschließend die geriebene Schale dazu und rühren Sie das Ganze um.

In der geriebenen Schale befinden sich die meisten Bitterstoffe. Wer es noch eine Spur bitterer mag, kann sich in der Apotheke oder im Reformhaus geriebene Pomeranzenschale kaufen und eine Messerspitze dazu geben.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 02. April 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2019, 11:10 Uhr