Eine Tierärztin liest mit einem Gerät den Chip einer Katze aus.
Eine Tierärztin liest mit einem Gerät den Chip einer Katze aus. Bildrechte: imago/imagebroker

Service | 05.02.2019 Personalausweis für Haustiere

Eine Tierärztin liest mit einem Gerät den Chip einer Katze aus.
Eine Tierärztin liest mit einem Gerät den Chip einer Katze aus. Bildrechte: imago/imagebroker

Beim sogenannten "Chippen" oder Kennzeichnen wird den Tieren ein etwa reiskorngroßer Mikrochip eingesetzt. Das geht wegen der geringen Größe mit einer Injektionsspritze, zum Beispiel zeitgleich mit einer Kastration, wenn das Tier ohnehin in Narkose liegt.

Der Chip enthält nicht viele Informationen: Gespeichert ist nur eine 15-stellige Nummer, mit deren Hilfe sich das Tier genau identifizieren lässt. Die Nummer kann mit einem Standard-Lesegerät für Funkchips ausgelesen werden, das dafür an den Hals des Tieres gehalten wird. Der Chip enthält weder die genaue Adresse oder die Telefonnummer des Besitzers, noch kann er ähnlich wie ein GPS-Tracker über Funk oder Satellit geortet werden. Wichtig ist, dass die Nummer und das Tier registriert werden. Damit hilft der Chip immer genau dann weiter, wenn jemand ein herrenloses Tier findet und den Besitzer suchen will.

Sinnvoll für freilaufende Haustiere

Ein kleiner Hund mit Halstuch schaut in die Kamera.
Bildrechte: imago/Pacific Press Agency

Der Chip wird üblicherweise Katzen und Hunden eingesetzt. "Katzen sind einfach Tiere, die sich selbstständig frei bewegen. Da kommen immer mal wieder Tiere abhanden, weil Katzen zum Beispiel in Autos springen und mitfahren. Und Hunde können sich gern mal losreißen und entwischen", erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Bei kleineren Tieren wie Meerschweinchen oder Kaninchen sei der Chip sinnvoll, wenn die Haustiere überwiegend im Freien gehalten werden. Auch Pferden kann der Chip unter die Haut gesetzt werden. Vögel sind zu klein für den Chip und werden daher weiter klassisch über den Ring am Fuß gekennzeichnet.

Beim Fachmann "chippen" lassen

Rund 30 Euro müssen Haustierbesitzer für das Einsetzen des Chips beim Tierarzt einplanen. Die Injektion selbst kostet rund zwölf Euro, der Chip oder auch "Transponder" knapp 20 Euro. Die Bundestierärztekammer rät ausdrücklich dazu, den Chip nur vom Fachmann setzen zu lassen. Der habe Erfahrung mit Injektionen und könne auch schnell helfen, wenn an der Einstichstelle Blutungen oder Rötungen auftreten. Zudem könne der Tierarzt den Sitz des Chips überprüfen. Der sitzt üblicherweise auf der linken Halsseite. Dieser Standard gilt weltweit und daher setzen Finder üblicherweise auch an dieser Stelle des Tiers ihr Lesegerät für den Chip an.

Wie eine Impfung

Setzt der Fachmann den Chip, ist die Injektion für das Tier nicht gefährlich. Die Tierbesitzer müssten damit auch keine Sorgen haben, dass der kleine Chip etwa in Adern gelangt oder weit unter der Haut wandert.

Chip enthält nur eine Nummer

Tierärzte, Tierkliniken, Tierheime und die Polizei verfügen über die Technik, die Chips auszulesen. Auch Lesegeräte aus dem Internet können laut dem Deutschen Tierschutzbund von Haustierbesitzern genutzt werden. Die 15-stellige Nummer wird weltweit nur einmal vergeben. Damit ist das Tier eindeutig identifizierbar.

Ohne Registrierung geht gar nichts

Der Besitzer einer gekennzeichneten Katze oder eines Hundes kann nur über den Fund informiert werden, wenn er das Tier zusätzlich zum Chippen auch noch registriert hat. Drei Registrierungsstellen für Tiere gibt es in Deutschland:

  • Bei FINDEFIX vom Deutschen Tierschutzbund ist die Registrierung kostenlos. Für Finder und Haustierbesitzer gibt es eine 24-h-Hotline: 0228 - 6049635.
  • Kostenlos registriert werden können Haustiere auch bei TASSO e.V., dem Haustierzentralregisters der gleichnamigen Tierschutzorganisation. Deren Service-Telefon 06190 - 937300 ist ebenfalls rund um die Uhr erreichbar.
  • IFTA, die Internationale Zentrale Tierregistrierung, arbeitet mit dem Deutschen Tierärzteverband zusammen. Für die Registrierung wird eine kleine monatliche Gebühr von 12 Cent pro Monat (bei 20 Jahren 29,90 €) erhoben. Dafür gibt es auch eine weltweit gebührenfreie Notrufnummer, die 0080 - 43820000.

Die Datenbanken tauschen sich untereinander auch aus.

Dieses Thema im Programm: Vormittag mit Haase und Waage | 05. Februar 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 14:28 Uhr