ein Defibrillator liegt auf einer Zeichung, auf der ein menschlicher Oberkörper dargestellt ist.
Kann Leben retten: der Defibrillator! Bildrechte: colourbox.com

Service | 14.05.2019 Gegen plötzlichen Herztod: Defibrillatoren für Laien

Etwa 100.000 Menschen sterben pro Jahr an plötzlichem Herztod, so die Schätzung von Medizinern. Ein Defibrillator könnte manchem das Leben retten. Doch obwohl die kleinen Geräte mittlerweile an vielen öffentlichen Orten vorhanden sind, trauen sich Laien oft nicht, sie zu nutzen.

ein Defibrillator liegt auf einer Zeichung, auf der ein menschlicher Oberkörper dargestellt ist.
Kann Leben retten: der Defibrillator! Bildrechte: colourbox.com

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 100.000 Menschen an "Plötzlichem Herztod". Viele - wenn nicht gar die meisten - könnten gerettet werden! Dazu braucht es mehr hilfsbereite Menschen und gut zugängliche Defibrillatoren. Viele öffentliche Einrichtungen sind mit "Defis" ausgestattet worden, aber wie werden diese im Ernstfall bedient?

Verblüffend simpel

Ein Defibrillator
Das grüne Symbol steht für den Defibrillator. Bildrechte: dpa

Zu erkennen sind die kleinen Geräte an einem grünen Sticker. Darauf ist ein weißes Herz mit grünem Blitz und rechts daneben ein weißes Plus. Wenn man den Defibrillator angeschaltet hat, gibt das Gerät klare Anweisungen: Man soll zunächst einen Notruf absetzen und dann dem Betroffenen seine Oberbekleidung ausziehen. Der Brustkorb muss frei liegen, um die Elektroden auf der Haut zu plazieren. Wohin die Elektroden müssen, ist gekennzeichnet. Sind sie richtig angelegt, erkennt dies das Gerät und beginnt mit seiner analysierenden Arbeit.

Dann heißt es: "Nicht mehr berühren!" Ist die Analyse durch, kommt der Elektro-Schock. Vorausgesetzt, es liegt ein Kammerflimmern vor. Auch das erkennt das Gerät selbstständig.

Zahl der zugänglichen Geräte steigt

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, aber auch Privatpersonen Defibrillatoren angeschafft. Eine Pflicht dazu gibt es nicht. Der gemeinnützige Verein Definetz sammelt Standorte von Defibrillatoren und veröffentlicht sie in einem Kataster online. Nach Angaben des Vorsitzenden Friedrich Nölle gibt es aktuell etwa 26.000 Defibrillatoren in Deutschland. Zwar gibt es keine Meldepflicht, so dass die Zahlen nicht absolut verlässlich seien, genug Defibrillatoren sind es nach Einschätzung von Definetz in jedem Fall nicht.

Ein Defibrillator auf 1.000 Menschen

Der Europäische Rat für Wiederbelebung empfiehlt einen Defibrillator auf 1.000 Menschen. In einem Dorf mit 1.000 Einwohnern würde demnach ein Defigerät reichen. Nölle warnt vor derartigen formalen Rechnungen: Wenn das Dorf zersiedelt ist, reicht ein Defibrillator nicht aus." Doch selbst mit mehr Geräten würde ein großes Problem bestehen bleiben: Es traut sich kaum jemand, Defis zu benutzen.

Keine Hilfe aus Angst vor Fehlern

In Deutschland leisten bei Notfällen lediglich 20 bis 30 Prozent der Passanten Erste Hilfe. Aus Angst, etwas falsch zu machen, oder aus Überforderung. Beim Bedienen eines Defibrillators können keine Fehler gemacht werden. Nichts tun schadet nachweislich: Bei Herzstillstand bleibt nur eine Zeitspanne von drei bis fünf Minuten, um einen Menschen ohne bleibende Schäden wiederzubeleben.

In der MDR THÜRINGEN Servicestunde sprechen wir mit Definetz darüber, wie Defis gehandhabt werden, um Ängste zu nehmen, im Ernstfall etwas falsch zu machen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Haase und Waage am Vormittag | 14. Mai 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2019, 05:00 Uhr

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1 Kommentar

14.05.2019 20:40 Herr S. aus K. 1

Viele Menschen haben Angst weil sie einen Defibrillator schlicht und einfach nicht kennen. Natürlich hat man dann Angst etwas verkehrt zu machen. Schließlich ist es heute fast der Normalfall das egal was passiert ist geguckt wird ob es nicht jemanden gibt den man dafür verantwortlich machen kann.