Service mit Live-Gespräch | 21.09.2020 Trotz Corona: Kontakt zu Demenz- und Alzheimer-Patienten halten

Kaum eine Patientengruppe traf die Corona-Krise so hart wie die Demenzkranken: Kontaktsperren und Besuchsverbote verunsicherten Patienten und Angehörige. In der Servicestunde sprachen wir live mit einem Experten.

Eine Pflegerin steht mit Mundschutz mit einer Seniorin am Fenster und winkt
Pflegeheime versuchten, während des Lockdowns mit kreativen Lösungen mehr Kontakt zwischen Bewohnern und Angehörigen zu ermöglichen. Eine Idee: das Besuchsfenster. Bildrechte: imago images / Max Stein

Kaum eine Patientengruppe trafen die Beschränkungen in der Corona-Krise so hart wie die Demenzkranken. Kontaktsperren und Besuchsverbote haben Angehörige und Pflegende belastet, zugleich wurden die Betroffenen laut Experten stark verunsichert.

Interview zum Thema Demenz in Corona-Zeiten

Der Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Jena, Professor Karl-Jürgen Bär, ist Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Thüringen. Mit ihm spricht Moderator Matthias Haase am Montag, 21. September: Themen sind die Herausforderungen der Corona-Pandemie, die bessere Vernetzung Angehöriger und Demenzkranker und die häufigsten Fragen bei Beratungen. Das Interview ist ab 11 Uhr live bei MDR THÜRINGEN - Das Radio zu hören. Sie können Ihre Fragen an den Demenz-Experten schon vorab stellen:

0800-2181616 (kostenfreie Rufnummer)

Bessere Unterstützung von Demenzpatienten gefordert

Mediziner und Fachverbände fordern eine bessere Unterstützung von Demenzerkrankten in Pandemie-Zeiten: Sollte eine neue Welle kommen, müsse sichergestellt werden, dass Heimbesuche trotz Corona möglich sind, erklärte die Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Monika Kaus, aus Anlass des Welt-Alzheimertages am 21. September. Fundamentale Menschenrechte sollten ohne Prüfung des Einzelfalls nicht eingeschränkt werden. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen hätten wegen der Kontaktsperren besonders unter der Pandemie gelitten. Viele Betreuungsmöglichkeiten wie die Tagespflege seien weggebrochen. Demente in Heimen seien oft von ihren Angehörigen getrennt gewesen.

Alzheimer ist häufigste Form der Demenz

In Deutschland gelten etwa 1,6 Millionen Menschen als demenzkrank. Ungefähr zwei Drittel davon haben Alzheimer, die häufigste Form der Demenz. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung rechnen Experten bis zum Jahr 2050 mit rund 2,8 Millionen Betroffenen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Die Erkrankung des Gehirns führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen.

Vergesslichkeit ist nicht immer ein Hinweis auf eine Demenzerkrankung. So hat jeder Siebte mit Gedächtnisstörungen eine andere körperliche Erkrankung, die die Merkfähigkeit stört, zum Beispiel eine nicht richtig behandelte Schilddrüsenerkrankung.

Quellen: MDR THÜRINGEN/AFP/epd

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. September 2020 | 11:10 Uhr