Frau verzweifelt vor Laptop
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Service | 11.12.2018 Vorsicht vor falschen Online-Shops

Bei allen Anbietern kostet das Smartphone gleich viel. Nur dieser eine Onlineshop will dafür die Hälfte. Aufgepasst! Hinter solch extremen Niedrigpreisen kann ein Fake-Shop stecken.

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Online-Shops sind bequem, aber hinter dem Online-Händler können auch Betrüger stecken, die mit sogenannten Fake-Shops - also gefälschten Online-Shops - Käufer abzocken. Solche Fake-Shops sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Sie sind in der Regel professionell gemacht und können seriösen Originalseiten zum Verwechseln ähnlich sehen.Teilweise sind sie Kopien von Webseiten, die real existieren. Selbst Details wie die AGBs oder das Impressum erscheinen plausibel.

Vorsicht bei verlockenden Preisen!

Auffällig ist aber bei allen der scheinbar günstige Preis für ein gesuchtes Produkt. Er soll Kunden animieren, per Vorabüberweisung zahlen. Die Käufer bekommen dann nur minderwertige Ware geliefert oder warten vergebens auf das bestellte Produkt. Meist sind diese Online-Shops nur kurz online und agieren aus dem Ausland. Auch wenn es sich toll anhört, sollte man erst einmal skeptisch sein, wenn Produkte sehr günstig angeboten werden, und die Preise von anderen Anbietern miteinander vergleichen.

70 Prozent Rabatt
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Vor dem Kauf sollte man sich außerdem über den Betreiber der Seite informieren, rät Katja Henschler, Referatsleiterin für Digitales von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Gerade wenn man den Anbieter nicht kennt, sollte man den Namen des Shops einfach mal in eine Internetsuchmaschine eingeben und schauen, was für Einträge kommen." Am besten ist es, auch Suchbegriffe wie "Erfahrungen" oder "seriös" mit anzugeben. Das hilft im Normalfall schon, um auf Kundenmeinungen, aufschlussreiche Rezensionen und sogenannte 'Schwarze-Schafe-Listen' zu stoßen. Vorsicht ist geboten, wenn es noch gar keine Erfahrungsmeldungen von anderen gibt. Das deutet darauf hin, dass die Website erst neu erstellt wurde.

Einloggen, um Preise sehen zu können?

Ebenfalls nicht unbedenklich ist es, wenn man sich auf einer Internetseite erst einloggen muss, um die Preise einer Ware zu sehen. "Gerade wenn der Originalpreis rot ist und dann noch dreimal durchgestrichen und mit einem unwahrscheinlich niedrigen Preis geworben wird, ist das höchst verdächtig", erklärt Henschler. Obwohl es verlockend aussieht, rutsche man so aber leicht in eine Abofalle. Generell gilt: Wenn einem die Seite irgendwie suspekt vorkommt, besser auf Nummer sicher gehen und nichts bestellen.

Nicht in Vorleistung gehen

Bestellt man zum ersten Mal bei einem Onlineshop und kennt den Anbieter nicht, sollten man laut Henschler lieber nicht in Vorleistung gehen. Besser sei es, per Lastschrift zu zahlen. Denn im Gegensatz zur Überweisung kann bei einer Zahlung per Lastschrift das Geld noch acht Wochen lang zurückerstattet werden. "Dass man dabei die Bankdaten an den Anbieter weitergibt sehen wir hier eher nicht als Problem", meint Internetexpertin Henschler. Wenn nur eine Zahlung mit Vorabzahlung möglich ist, muss man überlegen, ob das Risiko eingegangen werden sollte.

Nur über verschlüsselte Verbindung

Auch sollte darauf geachtet werden, dass beim Kauf eine verschlüsselte Verbindung vorliegt, dass die Website also mit "https" geschützt ist, erkennbar an der grünen Schrift und dem kleinen Vorhängeschloss oben am Link. Korrekte Rechtschreibung ist laut Henschler übrigens kein Indiz mehr für die Seriosität der Seite. "Selbst Betreiber von unseriösen Seiten sind mittlerweile so schlau, dass sie keine Rechtschreibfehler mehr machen."

Nicht erweichen lassen

Wird die Ware nicht zum versprochenen Zeitpunkt geliefert, sollten man gerade bei emotionalisierenden Vorwänden hellhörig werden, sagt Internetexpertin Henschler: "Bei Verzögerungen kommen unseriöse Anbieter oftmals mit Geschichten, die auf die Tränendrüse drücken und Verständnis heischen sollen."

Bei Abzocke: Anzeige erstatten!

Ist man einem Fake-Shop auf dem Leim gegangen, sollte auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Am besten immer auch gleich Screenshots der Seite bereithalten und alle Dokumente und Mails gut aufbewahren. Denn nur so können Fake-Shops endlich eingedämmt werden. Um Zahlungen rückgängig zu machen, wendet man sich am besten so schnell wie möglich an die eigene Bank.

Fake-Händler bei Amazon

Jetzt-kaufen-Button auf der Amazon-Seite.
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Betrügerische Händler agieren auch als Marketplace-Händler bei Amazon. Sie nutzen die Popularität und Seriosität, um mit deutlich niedrigeren Preisen, Kunden in die Falle zu locken. Nach der Kaufbekundung versuchen sie, Kunden auf Webseiten außerhalb von Amazon zu lotsen und zur Zahlung über Dienste wie Paypal, Paysafe oder Western Union aufzufordern. Hier sollten die Alarmglocken schrillen: Wer nämlich der Zahlungsaufforderung nachkommt, ist sein Geld los, ohne Ware zu bekommen. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn plötzlich die Zugangsdaten für Amazon eingegeben werden sollen, obwohl man bereits eingeloggt war. Dann besteht zusätzlich die Gefahr, Opfer von Phishing zu werden.

Woran kann man Onlinebetrüger und Fake-Shops erkennen?

  • Die Ware wird ungewöhnlich günstig angeboten.
  • Die Ware ist immer verfügbar.
  • Das Impressum ist unvollständig.
  • Die Internetseite beinhaltet zahlreiche Fehler in Rechtschreibung und Grammatik.
  • Wichtige AGB fehlen, sind fehlerhaft oder wurden von fremden Seiten kopiert.
  • Weitere Bereiche der Internetseite (Unterseiten) sind leer oder mit unsinnigen Fülltexten angereichert.
  • Der Domainname unterscheidet sich vom echten Hersteller.
  • Die Ware ist in der Regel nur gegen Vorkasse erhältlich.
  • Ein möglicher Kontakt findet nur auf Englisch oder in schlechtem Deutsch statt.
  • Sie erhalten keine korrekte Bestellbestätigung.
  • Sie bekommen ungewöhnliche Bankverbindungen genannt, die eher nach privaten Bankkonten aussehen.

Wie kann man sich vor Betrug durch einen Fake-Shop-Betreiber schützen?

  • Sind Sie unsicher, nehmen Sie Kontakt zum Shop-Betreiber auf.
  • Recherchieren Sie im Internet nach diesem Shop. Nutzen Sie Suchmaschinen.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn der Kontakt nur über E-Mail erfolgen kann.
  • Nutzen Sie Ihnen bekannte Bezahldienste oder den Kauf auf Rechnung.
  • Überprüfen Sie ggf. vorhandene Gütesiegel und führen Sie eine Gegenprobe beim Siegelaussteller durch (www.internet-guetesiegel.de).
  • Kontrollieren Sie den Domain-Namen z.B. www.shop-name.de über Dienste wie denic.de, die zentrale Registrierungsstelle für alle Domains mit der Endung .de. Sie können dann erkennen, wer hinter diesem Shop als Inhaber der Domain steht und wo diese Person und die Internetseite ihren Sitz haben.
  • Schauen Sie auf der Seite des Originalherstellers nach, ob dieser vor solchen Shops (z.B. angeblicher Outlet-Shop der Marke) warnt.
  • Kaufen Sie nur in Ihnen bekannten Shops.
  • Folgen Sie keinen Links aus Spam-Mails auf solche gefälschten Seiten.
  • Vermeiden Sie Käufe/Überweisungen außerhalb von Geschäftszeiten Ihrer Bank (z.B. Freitagabend), um im Notfall einen Ansprechpartner bei Ihrer Bank zu erreichen.
  • Nutzen Sie zusätzliche Tools (Add-Ons) wie z.B.: WOT, Abzockschutz, Flagfox oder WorldIP), die Sie vor möglichen Fake-Shops warnen und zusätzliche Informationen zur Herkunft der Internetseite geben.

Wie kann man Betrüger auf Online-Auktionen erkennen?

  • Lesen Sie aufmerksam die Bewertungen des Gegenübers durch andere Nutzer. Rechnen Sie auch mit gefälschten Beurteilungen.
  • Seien Sie vorsichtig bei neuen Anbietern mit nur wenigen oder gar keinen Bewertungen.
  • Nutzen Sie ggf. eine Suchmaschine und ein Online-Telefonbuch, um etwa den Verkäufernamen und die angegeben Adresse/Telefonnummer zu recherchieren.
  • Halten Sie bei Zweifeln ggf. telefonisch und per E-Mail Rücksprache.
  • Notieren Sie Absprachen und bewahren Sie diese mit dem geführten E-Mail-Verkehr auf.
  • Machen Sie einen Ausdruck, einen Bildschirmausdruck oder einen Screenshot der Verkaufsanzeige inkl. Bildern und Verkäufer-Angaben.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn der Geldempfänger ein anderer ist, als der Verkäufer.
  • Seien Sie vorsichtig bei anonymen Verkäufern, die ihr Bewertungsprofil nicht öffentlich zeigen.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn englischsprachige Angebote/Anfragen eingehen. Hier steckt oft sogenannter Treuhandbetrug dahinter oder es werden fremde Zahlungswege missbräuchlich benutzt.
  • Wickeln Sie Auktionen nicht außerhalb der Auktionsplattform ab. E-Mail-Verkehr und Verkaufsabwicklung können sonst im Notfall nicht immer nachvollzogen werden. Treuhanddienste, wie z.B. Paypal greifen dann auch nicht.

Was kann man tun, wenn die Ware bezahlt, aber nicht geliefert wurde?

  • Sollte die Ware nicht am Folgetag nach dem Überweisungsauftrag eintreffen, müssen Sie nicht immer gleich von einem Betrug ausgehen. Die Überweisung und auch der Paketversand können einige Tage dauern.
  • Sollte es doch zu Problemen, wie einer ungewöhnlich langen Lieferzeit kommen, setzen Sie ggf. schriftlich dem Verkäufer Lieferfristen oder treten Sie notfalls vom Verkauf zurück.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, betrogen worden zu sein, dann erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Setzen Sie sich auch schnellstmöglich mit Ihrer Bank in Verbindung und versuchen Sie, eine getätigte Zahlung rückgängig zu machen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Haase und Waage am Vormittag | 11. Dezember 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2018, 05:00 Uhr