Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen die häufigste Todesursache. Bildrechte: IMAGO

Service | 03.04.2019 Was Frauen über ihr Herz wissen sollten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen die häufigste Todesursache. Viele Todesfälle ließen sich vermeiden, würden die Herzinfarkt-Symptome richtig gedeutet. Was Frauen über ihr Herz wissen sollten: unser Thema in der Servicestunde.

Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen die häufigste Todesursache. Bildrechte: IMAGO

Lange hat die Medizin Unterschiede zwischen Mann und Frau vernachlässigt. Seit einiger Zeit gelangen sie jedoch allmählich ins Bewusstsein. Die Herzen von Mann und Frau schlagen buchstäblich anders. Anatomisch betrachtet sind Frauenherzen meist etwas kleiner und leichter als Männerherzen. Diese können im Schnitt 320 Gramm auf die Waage bringen, während das weibliche Herz mit durchschnittlich 260 Gramm schon fast ein Leichtgewicht ist. Die Konsequenz: das Frauenherz hat mehr zu tun, muss schneller schlagen, etwa zehn Schläge pro Minute zusätzlich. Das sind in einem Jahr etwa 31,5 Millionen Schläge mehr.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch bei Frauen ein Problem

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen die häufigste Todesursache. So starben nach Zahlen der Deutschen Herzstiftung allein im Jahr 2015 117.518 Frauen an Herzkrankheiten. Bei den Männern waren es 103.993 Tote. Ein häufiges Problem: Herzinfarkte werden immer noch häufig als "Männerproblem" gesehen. So melden sich Frauen oft zu spät beim Arzt, weil sie den Infarkt häufig nicht erkennen. Die Symptome bei Frauen unterscheiden sich nämlich von denen, die bekannt sind und bei Männern auftreten.

Beschwerden unterscheiden sich von denen bei Männern

Eine Frau hält sich mit ihren Fingern den Kopf.
Auch Stress kann einen Herzinfarkt bei Frauen begünstigen. Bildrechte: Colourbox.de

Schon Jugendliche lernen, Druck hinterm Brustbein und eine schmerzhafte Ausstrahlung in Arm oder Kopf sind sichere Anzeichen für einen Herzinfarkt. Nicht so bei Frauen. Sie klagen meist über eher unspezifische Beschwerden wie Übelkeit und eine verringerte Belastbarkeit. "Für Frauen gibt es bestimmte Faktoren, die sie und ihr Arzt besonders im Blick haben sollten, weil diese die koronare Herzkrankheit, die dem Herzinfarkt immer vorausgeht, begünstigen: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes", betont Prof. Dr. med. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Kardiologin am Marien-Hospital Wesel. Auch erhöhte Blutfettwerte, Bewegungsmangel und Stress können einen Herzinfarkt begünstigen. Bei Frauen können zum Beispiel auch Bauchschmerzen ein Symptom sein, der bekannte Brustschmerz fehlt nicht selten. Durch diese eher unspezifischen Beschwerden sind Herzkrankheiten bei Frauen etwas schwieriger zu erkennen.

Herzinfarktrisiko steigt nach den Wechseljahren

Bis zu den Wechseljahren sind Frauen wegen der Geschlechtshormone (Östrogene) relativ gut gegen eine Verengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose) und damit vor dem Herzinfarkt geschützt. Ausnahme: Frauen, die rauchen und die Pille nehmen, haben ein hohes Herzinfarktrisiko. Rauchen allein erhöht ihr Herzinfarktrisiko um das Sechsfache. Nach den Wechseljahren nimmt das Herzinfarktrisiko stark zu. Aus diesem Grund sollte man sorgfältig auf den Blutdruck achten, weil dieser bei Frauen nach der Menopause sehr schnell ansteigt. Dies sei auch ein Grund dafür, dass bei Frauen mehr Schlaganfälle auftreten. Sehr wichtig sei eine regelmäßige Blutdruckkontrolle beim Arzt oder zu Hause mit dem Messgerät, so Prof. Dr. med. Christiane Tiefenbacher. Nicht empfohlen werde eine östrogenhaltige Ersatztherapie für Frauen nach den Wechseljahren, weil eine Hormontherapie das Risiko für Herzkreislauf-Komplikationen eher erhöhe.

Alarmsignale erkennen

Eine Übersicht von Signalen bei denen an einen Herzinfarkt gedacht werden kann, finden Sie auch auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 03. April 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2019, 17:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

04.04.2019 17:20 Martin Vomberg 2

@ Atheist aus Mangel an Beweisen Nr. 1
"Es gibt keine Unterschiede! Hier soll eine Art Geschlechtertrennung installiert werden!
Schon jetzt wurde ich in der Herzreha in Frauengruppen gesteckt! Gemischte Gruppen wurden laut Genderstudie abgeschafft."

Ich kann für Sie nur inständig hoffen, dass diese Geschichte, die Sie uns hier erzählen, auch wirklich stimmt , und Sie nicht eine Herzerkrankung nur vorschieben, um damit billige politische Stimmung gegen Gender zu machen. Das wäre nämlich höchst verachtenswürdig und widerlich! Etwas reichlich merkwürdig (verräterisch?) finde ich nämlich Ihre Formulierung im letzten Satz ("Gemischte Gruppen wurden laut Genderstudie abgeschafft"). Warum "laut Genderstudien"? Sie behaupten doch, Sie berichteten als selbst Betroffene ("wurde ich in der Herzreha in … gesteckt") aus erster Hand und persönlicher Anschauung. Oder ist das doch nur erfunden? Warum berufen Sie sich dann auf Genderstudien?

03.04.2019 09:15 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Es gibt keine Unterschiede!
Hier soll eine Art Geschlechtertrennung installiert werden!
Schon jetzt wurde ich in der Herzreha in Frauengruppen gesteckt! Gemischte Gruppen wurden laut Genderstudie abgeschafft.
Furchtbare Erfahrung!
Ich werde nie wieder in eine von Genderstudien regierte Reha gehen!
Hier gehts doch nicht um Frauen sondern ehr um das neue Gesellschaftsbild der Geschlechtertrennung!