Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Meer. Aus dem Schornstein quillt eine dicke schwarze Rauchwolke
Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Meer. Aus dem Schornstein quillt eine dicke schwarze Rauchwolke Bildrechte: Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Servicestunde | 09.01.2019 Urlaub auf dem "Traumschiff": Finanztest gibt Tipps für die Kreuzfahrt

Kreuzfahrten sind absolut in Mode. Finanztest hat zusammengefasst, was Verbraucher zu Versicherungen, Telefonieren an Bord, Käufen im Bordshop wissen müssen. Wir sprechen in der Servicestunde darüber.

Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Meer. Aus dem Schornstein quillt eine dicke schwarze Rauchwolke
Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Meer. Aus dem Schornstein quillt eine dicke schwarze Rauchwolke Bildrechte: Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Die Deutschen lieben Kreuzfahrten. 2017 waren 2,2 Millionen Bundesbürger auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See unterwegs. Eine halbe Million Passagiere zählten die Flusskreuzfahrten laut Finanztest.

Kreuzfahrten gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Ausführungen: Auf den meisten - vor allem den neuen - Passagierschiffen haben 1.000 bis 5.000 Gäste Platz. Je größer das Schiff, desto günstiger in der Regel die Kreuzfahrt. Je kleiner das Schiff, desto ausgefallener häufig die Route. Flusskreuzfahrten führen die Gäste über Donau, Rhein, Mosel oder Rhône. Vorausgesetzt die Flüsse führen genügend Wasser. Ansonsten bieten viele Veranstalter an, bis 14 Tage vor Reisebeginn, die Reise abzusagen oder umzubuchen.

Swimmingpool an Board MSC
Swimmingpool an Bord "MSC" Bildrechte: IMAGO

Anreise zum Schiff

Wer seine Anreise zum Hafen selbst organisiert, kann viel Geld sparen und sich bei Flügen zum Beispiel die Flugzeiten aussuchen. Allerding trägt, wer die Anreise selber organisiert auch selbst das Risiko bei Verspätungen (siehe Verspätungsschutz). Wer das "Paket" beim Veranstalter bucht, muss vom Veranstalter auch zum nächsten Hafen gebracht werden, wenn er zum Beispiel wegen eines verspäteten Fluges das Ablegen am Hafen verpasst.

Reiseversicherungen

Kreuzfahrtpakete sind zwar bequem - aber nur selten günstiger als Einzel-Policen für Auslandskranken- und Reiserücktrittsschutz. Bei günstigen oder sehr teuren Kreuzfahrten sind die Pakete laut Finanztest manchmal preiswerter. Ältere Reisende profitieren mitunter von Spezialangeboten der Reedereien, weil diese keinen Alterszuschlag verlangen.

  • Auslandskrankenversicherung: Unverzichtbarer Schutz für Reisen außerhalb Deutschlands, zahlt nötige Behandlungen und Krankentransporte, einzeln für knapp acht Euro pro Jahr zu bekommen
  • Reiserücktrittversicherung: Sinnvoll bei teuren Reisen, erstattet Kosten, wenn man vor Abfahrt schwer erkrankt und man nicht reisen kann.
  • Reiseabbruchversicherung: Sinnvoll, wenn man auf der Reise krank wird, sie abbrechen, unterbrechen oder verlängern muss, darauf achten, dass vorabgebuchte Ausflüge an Land eingeschlossen sind (Finanztest empfiehlt Kombi-Tarife aus Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung)
  • Unfallversicherung: Deckungssummen in Paketen oft zu gering (meist nur 40.000 Euro für Erwachsene, besser: 500.000 Euro)
  • Haftpflichtversicherung: Besser eine Einzelpolice abschließen, braucht man unbedingt - nicht nur auf Reisen, Deckungssummen in Paketen auch hier oft unzureichend (meist nur 500.000 bis 1,5 Millionen Euro. Besser: zehn Millionen Euro
  • Verspätungsschutz: zwischen 800 und 1.500 Euro pro Person für die Anschlussreise zum Schiff, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die mehr als zwei Stunden verspätet sind. Der Schutz greift nicht bei Anfahrt mit dem Auto
  • Reisegepäckversicherung: Zu viele Einschränkungen, zum Beispiel für Schmuck, Kameras und andere Wertsachen, vor Abschluss prüfen, was Hausratversicherung abdeckt
  • Versicherung gegen Seekrankheit: Verzichtbar!

Der Versicherer ERV bietet laut Finanztest den Versicherungsbaustein "Kreuzfahrt-Schutz" mit Verspätungsschutz bei der Anreise, Stornoschutz für Landausflüge und einer Seekrankheitsversicherung an. Dieser Versicherungsbaustein lässt sich unabhängig von bereits bestehenden Versicherungen abschließen und kann sinnvoll sein, wenn Reisende bereits eine Auslandsbanken- und eine Reiserücktrittsversicherung haben. Der Kreuzfahrt-Schutz kostet 40 Euro ohne Selbstbeteiligung für Paare oder Familien.

Blick in ein Restaurant des Schiffes Queen Elizabeth
Blick in ein Restaurant des Schiffes Queen Elizabeth Bildrechte: IMAGO

Mobilfunk an Bord

500 Megabyte auf hoher See "versurft": 2.000 Euro Handyrechnung. Ein WhatsApp-Filmchen geguckt: 60 Euro. Auf hoher See bauen Schiffe ein eigenes Mobilfunknetz auf, das mit einem teuren Satellitennetz verbunden ist. Deshalb ist auch WLAN an Bord oft kostenpflichtig. Die Funkverbindungen auf hoher See sind zudem langsamer als auf dem Festland. Wenn Sie an Bord gehen, erhalten Sie Textnachrichten, die Sie über die anfallenden Kosten aufklären. Darauf sollten Sie gut achten. In vielen Fällen ist es günstiger, ein Daten- oder Mobilfunkpaket bei den Kreuzfahrtanbietern zu buchen. Oder in Festlandnähe (in der EU) noch zum Inlandstarif zu surfen und zu telefonieren (das kostenlose EU-Roaming) und draußen auf dem Meer auf Flugmodus umzustellen, Mobile Daten und WLan ausschalten. Außerdem sollten Sie automatische Aktualisierungen ausschalten - Apps und das Betriebssystem müssen sich ja nicht beim teuren Meerestarif aktualisieren.

Wenn die Rechnung zu hoch ausfällt, haben Sie wieder an Land acht Wochen Zeit, um sie zu reklamieren. Fordern Sie zunächst einen Einzelverbindungsnachweis und ein technisches Prüfprotokoll an, rät Finanztest. Der Nachweis muss die Verbindungen nachvollziehbar mit genauer Uhrzeit, angewählter Nummer und der verbrauchten Datenmenge aufführen.

Ein Mann sitzt mit einem Mobiltelefon an einem Pool
Lieber nicht auf dem "offenen Meer" surfen... Bildrechte: colourbox
Ein weiß-blau lackiertes Kreuzfahrtschiff liegt in einem Hafen 10 min
Bildrechte: MDR/Jörn Schulz

Schiff ahoi - gut versichert und möglichst nicht abgezockt geht's auf Kreuzfahrt. Kirsten Schiekiera von Finanztest erklärt, welche Versicherungen und Telefonpakete sich lohnen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 09.01.2019 11:50Uhr 09:41 min

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Vormittag mit Haase und Waage | 09. Januar 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 08:13 Uhr