Laptop, Smartphone, Kreditkarte
Bezahlen im Internet und das Online-Banking soll sicherer werden. Die Europäische Zahlungsdienste-Richtlinie 2 tritt dafür Mitte September in Kraft. Bildrechte: IMAGO

Servicestunde | 02.09.2019 Neue Regeln für Online-Banking und Kreditkartenzahlung im Netz

Ein Kürzel erscheint immer öfter auf dem Monitor: PSD 2. Banken fordern Kunden auf, neuen Geschäftsbedingungen fürs Online-Banking zuzustimmen. Doppelte Authentifizierung, mehr Sicherheit im Online-Banking und bei der Bezahlung mit Kreditkarten, aber auch Zugriffsmöglichkeiten Dritter ("Zahlungsdienstleister") auf die eigenen Kontodaten - das alles verbirgt sich hinter den anstehenden Änderungen.

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Bezahlen im Internet und das Online-Banking soll sicherer werden. Die Europäische Zahlungsdienste-Richtlinie 2 tritt dafür Mitte September in Kraft. Bildrechte: IMAGO

Wofür steht PSD 2?

PSD 2 steht für "Payment Services Directive 2". Die Zweite Europäische Zahlungsdienste-Richtlinie soll elektronische Zahlungen sicherer machen, den Verbraucherschutz stärken und Wettbewerb im Markt steigern. Sie tritt am 14. September 2019 in Kraft.

Wie soll Bezahlen im Internet sicherer werden?

Online-Einkäufe sollen mit der neuen Regelung sicherer werden, indem für Kunden die sogenannte "Zwei-Faktor-Authentifizierung" obligatorisch wird. Bisher genügte es beispielsweise, sich mit Nutzername und Passwort einzuloggen oder bei einer Kreditkarten neben der Nummer noch das Ablaufdatum und häufig die dreistellige Sicherheitsnummer zu kennen. Künftig muss ein zusätzlicher Nachweis erbracht werden.

Eine Kreditkarte liegt auf der Tastatur eines Computers 9 min
Bildrechte: dpa

Doppelte Authentifizierung, mehr Sicherheit im Online-Banking und bei der Bezahlung mit Kreditkarten, aber auch Zugriffsmöglichkeiten Dritter ("Zahlungsdienstleister") - das sind die Änderungen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 02.09.2019 11:50Uhr 08:36 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/service/audio-service-onlinebanking-regeln100.html

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Wie kann ich mich authentifzieren?

Eine SMS, in der eine sogenannte mobileTAN zur Verifikation von Banküberweisungen angezeigt wird
TAN werden künftig aufs Handy geschickt oder von speziellen Generatoren erzeugt. Bildrechte: dpa

Die eigene Identität in einem zweiten Schritt nachzuweisen, ist in einer von drei Kategorien möglich: Wissen, Besitz, biometrische Merkmale. Zu "Wissen" gehört beispielsweise ein Passwort, das zusätzlich zu den Kreditkartendaten nötig ist. Der "Besitz" wird nachgewiesen, indem Transaktionsnummern auf das eigene Handy oder spezielle TAN-Generatoren geschickt werden. Und schließlich genügt ein Fingerabdruck am Handysensor als körperliches Merkmal. Je nach Bank können sich die angebotenen Verfahren unterscheiden. Die lange Zeit noch üblichen iTAN-Listen sind nicht mehr erlaubt.

Gibt es Ausnahmen für die Neuregelung?

Banken können auf die doppelte Identifizierung verzichten, wenn einzelne Einkäufe unter 30 Euro liegen oder die Bank anhand verschiedener Daten die Bezahlung als vergleichsweise risikolos einstuft. Außerdem ist die zweifache Authentifizierung bei regelmäßigen Zahlungen nur beim ersten Mal nötig. Banken können auch die Möglichkeit einräumen, dass Kunden bestimmte Händler als vertrauenswürdig einstufen und so auf die zweite Sicherheitsstufe verzichten können.

Was regelt die Zahlungsdienste-Richtlinie noch?

Von Kunden, die mit Kreditkarten zahlen, dürfen in Zukunft keine zusätzlichen Gebühren mehr verlangt werden.

Außerdem wird der Zugriff sogenannter Drittdienstleister auf die Konten einheitlich geregelt. Einige Finanzunternehmen benötigen diesen Zugang, um ihre Dienstleistungen überhaupt anbieten zu können. Bisher gab es hier eine rechtliche Grauzone, die nun durch klare Vorgaben ersetzt wurde. Kunden müssen dem Zugriff von Dritten auf ihr Konto in jedem Fall zustimmen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 02. September 2019 | 11:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 13:01 Uhr

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