Servicestunde | 18.02.2020 Körperpeelings im Test: Schmirgeln ohne Mikroplastik-Kügelchen

Schöner schmirgeln ohne Kügelchen aus Mikroplastik: Rund 50 Peelings hat der Ökotest-Verlag für die Februar-Ausgabe seines Magazins geprüft. Ergebnis: In den Produkten finden sich nur noch pflanzliche oder mineralische Schmirgelkörperchen. Doch manche haben trotzdem bedenkliche Inhaltsstoffe - oder enthalten lösliche Kunststoffe.

Eine Frau bei der Hautpflege
Peelings regen die Durchblutung an und sollen das Hautbild verfeinern. Es gibt sie in fester und flüssiger Form oder als Pasten. Bildrechte: IMAGO

Peelings gerieten vor einigen Jahren in Verruf, da die kleinen, festen Schleifkörperchen darin als Umweltsünder gelten. Denn sie bestanden meist aus Mikroplastik, die als schlecht abbaubar gilt. Bei der Verwendung gelangen diese Kunststoffe über das Abwasser in die Umwelt.

Hälfte der getesteten Peelings als "sehr gut" bewertet

Kleine Kunststoffpartikel, die einem Peeling Gel hinzugefügt waren, auf einer Fingerkuppe.
Kleine Partikel aus Kunststoff sind in Peelings nicht mehr enthalten. Doch als plastikfrei können nicht alle Produkte gelten. Bildrechte: imago/JOKER

Inzwischen haben die Hersteller reagiert: Nicht nur in Naturkosmetik, auch in herkömmlichen Produkten verzichten sie auf Mikroplastik-Kügelchen. Stattdessen kommen pflanzliche und mineralische Schmirgelkörperchen zum Einsatz. Das können Mandelschalen, Aprikosenkerne, Kaffee, Bambus, aber auch Kieselsäure, Bimsstein, Zucker oder Salz sein, wie Jürgen Steinert von Ökotest berichtet. Die Note "sehr gut" erhielten 25 Körperpeelings im Test. Dazu zählen insbesondere Naturkosmetik-Firmen wie Weleda, Alterra, Alverde oder Lavera. Sechs Körperpeelings fielen laut Ökotest mit den Gesamturteilen "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Dazu gehören bekannte Marken wie Yves Rocher, Palmolive und Nivea. Die Hauptprobleme verursachen dabei problematische Duftstoffe wie Lilial, künstliche Moschusdüfte und andere Zusätze, die Allergien oder gar Krebs auslösen könnten.

Ohne Kunststoff-Kügelchen heißt nicht automatisch plastikfrei

Und dann wären da noch die löslichen Kunststoff-Verbindungen. Diese synthetischen Polymere sollen für eine bestimmte Konsistenz sorgen. Sie sind aber nicht alle gleichermaßen gut und schnell abbaubar, können also mit dem Abwasser über die Kläranlagen in Gewässer gelangen, wie Jürgen Steinert sagt. In Naturkosmetik seien dieses "flüssige" Mikroplastik und problematische Konservierungsstoffe nicht zugelassen.

Eine Frau zeigt 2016 einen Teelöffel mit einer Kosmetik, die Mikroplastik enthält. 6 min
Bildrechte: dpa

Körperpeelings sind beliebt, enthielten aber lange Mikroplastik. Die Zeitschrift Ökotest hat die Inhaltsstoffe von 50 Produkten untersucht.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 18.02.2020 11:50Uhr 06:08 min

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Auf der sicheren Seite sind Sie mit zertifizierter Naturkosmetik.

Jürgen Steinert, stellvertretender Chefredakteur beim Magazin Ökotest

Noch ein Fazit des Tests: Kostspielige Peelings sind nicht immer die besten. "Es gibt teure Produkte, die gut sind, und teure, die schlecht sind", sagt Steinert. Beim Test habe das Magazin darauf geachtet, dass der Markt gut abgedeckt ist: unter die Lupe genommen wurden die Produkte großer Firmen, aber auch Eigenmarken von Discounter- und Drogeriemärkten.

Mikroplastik in Körperpeelings ist Geschichte, doch damit sind die Kosmetikprodukte nicht plastikfrei.

Ökotest, Magazin Februar 2020: Achtsam leben

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 18. Februar 2020 | 05:00 Uhr