Pilze
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Trockenheit Was der trockene Sommer für Pilzsucher im Herbst bedeutet

Waldgänger haben es schon gemerkt: Nicht nur die Bauern ernten weniger, auch die Pilzsammler müssen gründlicher suchen. Ein Trend, denn Pilze brauchen mehr als einen Tag Feuchtigkeit.

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Viele Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Die Bauern klagen über zu viel Trockenheit im Sommer 2019- und die Pilzsammler fürchten schon, dass dieses Jahr kein gutes Pilzjahr wird.

Pilz mit Sammlern im Wald.
Pilz mit Sammlern im Wald. Bildrechte: MDR/Ronny Arnold

Aufgrund der großen Trockenheit erwarten Pilzexperten nicht sehr viele Bodenpilze, maximal Pilze, die auf Holz wachsen (Holz speichert das Wasser) - oder an feuchten Ecken wie Bachtälern oder Wiesen mit Gewässern. An Stellen, an denen sonst Pilze zu finden sind, kann nach so einem Sommer durchaus Fehlanzeige sein. "Normale" Pilzsucher werden bei zu großer Trockenheit nicht fündig, wenn sie nach Pfifferlingen oder Steinpilzen suchen. Aber: Die Pilze sind im Boden.

Pilze sprießen erst nach mehreren Regentagen

Steinpilze im Wald.
Die Pilzsaison hat sich verschoben - noch gibt es Hoffnung für die Sammler. Bildrechte: Colourbox.de

Das Myzel, also das Pilzgeflecht, schlummert für uns unsichtbar im Erdreich und bildet erst dann oberirdisch neue Fruchtkörper aus, wenn es wieder regnet. Nach vielen trockenen Tagen, muss das Myzel erst mal durchwässert werden - dann können durchaus Steinpilz, Pfifferling und Co. wieder wachsen. Entscheidend bleibt der Regen.

Bei starkem Regen kann es schnell gehen mit dem Pilzwachstum an Wiesen, Lichtungen und Waldrändern. Im Wald selbst ist es vergleichbar mit dem heimischen Garten - das Blätterdach hält den Regen vom Boden fern. Hier ist es wichtig, dass es mehrfach regnet, damit das Wasser auch bis zum Boden durchdringt.

Chancen auf Baumpilze höher

Austernseitling an einem Baumstamm
Austernseitling an einem Baumstamm Bildrechte: imago/blickwinkel

Und an Bäumen finden sich durchaus schmackhafte Exemplare - wie der Austernseitling oder die Krause Glucke. Ein Drittel der mitteleuropäischen Pilze lebt in einer Symbiose mit Baumwurzeln.

Doch was, wenn die Bäume auch sterben, an denen die Pilze leben? So ist es etwa mit den Fichten. Das Fichtensterben in Thüringen wird vom Borkenkäfer befeuert.

Zwei Hände halten ein Stück Holz, in dem Borkenkäfer sind
Zwei Hände halten ein Stück Holz, in dem Borkenkäfer sind Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Darunter leidet zum Beispiel der beliebte Fichtensteinpilz. Noch wächst er in Massen, doch Pilzexperten gehen davon aus, dass sich das ändern wird. Denn die Fichtenwälder verschwinden wegen Borkenkäfern, Waldumbau und sinkendem Grundwasserspiegel - der Wald der Zukunft wird ein Mischwald sein.

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Viele Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Ob 2019 für Pilzsammler ein schlechtes Jahr wird? Kommt drauf an, wo sie suchen, sagen die Pilzberater.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 03.09.2019 12:00Uhr 09:01 min

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Doch damit werden die Pilze nicht aus dem Wald verschwinden. Denn Lärche und Weißtanne, die mit ihren langen Wurzeln resistenter gegen Trockenheit sind, gehen auch "Wohngemeinschaften" mit Pilzen ein. In ihrer Nähe finden sich zum Beispiel folgende Pilze:

Diesen Pilzen gehört die Zukunft

Sie wachsen an Bäumen, die sich das Wasser aus der Tiefe holen und deshalb werden sie wohl auch in den nächsten Jahren in Thüringen zu finden sein....

Frauentäubling . Russula cyanoxantha
Täublinge (hier Frauentäubling - Russula cyanoxantha) Bildrechte: imago/BildFunkMV
Frauentäubling . Russula cyanoxantha
Täublinge (hier Frauentäubling - Russula cyanoxantha) Bildrechte: imago/BildFunkMV
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Steinpilze Bildrechte: Colourbox.de
Marone im Wald
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Vormittag mit Haase und Waage | 03. September 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2019, 11:10 Uhr

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