Staubsauger
Handarbeit oder Roboter? Bildrechte: Colourbox.de

Service | 12.03.2019 Saug, Robby... Saugroboter im Test

Das klingt verlockend: der Boden wird automatisch gesagut, während Sie auf der Couch liegen. Saugroboter machen es möglich. Wie gut, das hat Stiftung Warentest untersucht. Die Ergebnisse gibt's in der Servicestunde.

Staubsauger
Handarbeit oder Roboter? Bildrechte: Colourbox.de

Stiftung Warentest hat die Haushaltshelfer untersucht. Nur zwei der acht getesteten Geräte erledigen ihren Job gut. Die Aufgaben insgesamt am besten erledigen der Vorwerk Kobold VR300 und AEGs RX9-1-IBM. Wer von seinem Saugroboter auch Video-Bilder aufs Smartphone bekommen möchte, kann zum "befriedigenden" Modellen greifen: Miele Scout RX2 Home Vision. Doch im Vergleich mit einem herkömmlichen Bodenstaubsauger schneiden auch die beiden schlechter ab.

Die Saugtechnik

Ein runder Staubsaug-Roboter auf einem braunkarierten Teppich.
...sucht sich sein "Futter" selbst. Bildrechte: Colourbox.de

Alle gängigen Saugroboter fangen den Staub an der Geräteunterseite mit einer Düse auf. "Ganz einfache Modelle haben nur die Düse. Bei besseren Geräten wird der Staub mittels Bürstenrollen zur Düse befördert und bei einigen Modellen sorgen Hartgummiwalzen für einen noch besseren Transport des Staubs zur Düse", erklärt Fachredakteur Rian Voß vom Computer- und Technikmagazin CHIP. In Wohnungen mit spitzen Winkeln in einigen Zimmerecken, kommen die Roboter schon an ihre Grenzen. Saugroboter funktionieren am besten in Räumen mit glatten Böden und übersichtlicher Einrichtung. Hohe Türschwellen und hochflorige Teppiche bremsen die Roboter aus.

Die Orientierung

Günstige Modelle fahren einfach kreuz und quer durch den Raum und saugen per Zufall. Der Nachteil dabei: Die Roboter fahren oft mehrfach über die gleichen Stellen. Sie brauchen am längsten, um einen Raum wirklich flächendeckend abzusaugen. Teurere Modelle sind mit Kameras ausgestattet und orientieren sich so im Raum. Oft arbeiten sie in parallelen Bahnen und sind so strukturierter unterwegs. Nachteil bei diesen Modellen: Sie finden sich im Dunkeln oft schlechter zurecht. Diese Geräte nachts arbeiten zu lassen, funktioniert also nur eingeschränkt.

Die teuersten und oft auch besten Saugroboter arbeiten mit einem Scanner. "Diese Geräte erfassen damit ihre Umgebung und legen so eine Karte vom Raum an, die sie dann nach und nach abarbeiten", erklärt Rian Voß von CHIP. Im Normalfall hat jeder Saugroboter an Unter- und Außenseite mehrere Sensoren, mit denen Absätze, Treppen und Schwellen erfasst und umfahren werden können. Für ganz sensible Bereiche geben viele Hersteller Magnetbänder oder Magnettürmchen mit. Wenn die richtig plaziert sind, wird der Sauger an diesen Stellen vorbeigeleitet.

Eine Frau steht mit einem Staubsauger auf einem Sofa und saugt es ab. 7 min
Bildrechte: IMAGO

Die Kosten

Stiftung Warentest hat im Februar 2019 Saugroboter zwischen 405 und 950 Euro getestet. Ganz einfache Sauger gibt es schon ab 90 Euro. Die saugen dann aber planlos hin und her und haben oft eine niedrigere Reinigungsleistung.

Achtung Allergiker!

Die Roboter pusten trotz entsprechender Filter deutlich mehr Staubpartikel in die Luft als herkömmliche Bodensauger. Bei einer Hausstauballergie oder bei gesundheitlich angeschlagenen Personen, kann das problematisch werden. Im aktuellen Test wurden die Geräte in einer speziellen Prüfkammer untersucht, wie viel Feinstaub sie wieder ausspucken: Schlusslicht ist der Ecovacs, aber auch die Sieger AEG RX9 und Vorwerk Kobold halten den Feinstaub eher schlecht zurück. Bessere Ergebnisse erreichen die Modelle von Dyson, iRobot, LG und Miele. Mit der sehr effektiven Filterwirkung eines Bodenstaubsaugers können sie aber nicht mithalten.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Vormittag mit Haase und Waage | 12. März 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 02:10 Uhr