Service | 02.12.2020 Spielsachen kaufen und verschenken - aber bitte mit Augenmaß

Das richtige Geschenk für den Nachwuchs zu finden, ist oft ganz schön kompliziert. Worauf Sie beim Aussuchen und Kaufen von Spielsachen achten sollten, hat Meike Rix von Ökotest im Interview mit MDR THÜRINGEN - Das Radio erzählt. Oder wie wäre es mit einem Gutschein für gemeinsam verbrachte Zeit statt eines gekauften Spielzeugs?

Teddy Bären
Ein Teddybär ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Geschenk für den Gabentisch. Zu viele Spielsachen sollten sich nicht unter dem Weihnachtsbaum stapeln, da gerade kleinere Kinder schnell den Überblick verlieren und überfordert sind. Bildrechte: imago images / Pressefoto / Kraufmann&Kraufmann

In der Adventszeit machen sich Eltern, Großeltern und andere Verwandte auf die Suche nach den richtigen Geschenken für Kinder und Enkel. Wer lokal statt online kauft, kann genau betrachten und anfassen, was bei der Bescherung für Freude sorgen soll. Wenn‘s im Geschäft schon müffelt oder bedenklich wackelt, könnte das auf Schadstoffe in den Materialien und eine schlechte Verarbeitung hindeuten.

Ökotest hat sich genau angeschaut, welche Spielzeuge für welches Alter empfehlenswert sind - und was es hinsichtlich Sicherheit und ökologischer Unbedenklichkeit zu beachten gibt.

Tipps für sicheres und unbedenkliches Spielzeug

Baby mit Plastik Spielzeug
Babys und Kleinkinder nehmen Spielsachen gerne in den Mund. Die Materialien sollten daher hochwertig, sicher und für das Alter geeignet sein. Bildrechte: imago/Science Photo Library

  • Das Spielzeug besteht aus langlebigen und schadstoffarmen Rohstoffen, die möglichst natürlichen Ursprungs und recycelbar sind (zum Beispiel Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern).
  • Es ist stabil, robust und hat weder spitze Ecken noch scharfe Kanten.
  • Das Spielzeug verströmt keinen "chemischen" Geruch.
  • Vor allem kleine Kinder nehmen Spielsachen ständig in den Mund. Lackiertes Spielzeug sollte daher speichelecht sein. Das erkennen Sie laut Ökotest an der Kennzeichnung DIN 53160. Die Kennzeichnung DIN 71-1 hingegen weist darauf hin, dass Spielzeug besonders strapazierfähig ist.
  • Spielsachen für Kleinkinder unter drei Jahren dürfen keine kleinen Teile enthalten, die verschluckt oder eingeatmet werden könnten. Achten Sie daher auf die Altersangabe auf der Packung ("Für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet").
  • Das Spielzeug wurde mit dem GS- oder TÜV-Prüfzeichen ausgezeichnet.
  • Jedes Spielzeug in Europa trägt mindestens das CE-Zeichen. Lassen Sie lieber die Finger von Spielsachen, bei denen es fehlt oder möglicherweise gefälscht wurde - indem zum Beispiel die beiden Buchstaben zu nah aneinander gerückt oder erkennbar abgewandelt wurden.

Ökotest rät außerdem, auf Billigspielzeug zu verzichten, weil dabei in Tests am häufigsten gesundheitsschädliche Stoffe und überschrittene Grenzwerte festgestellt würden.

Vorsichtig bei "smarten" Spielsachen mit Internetverbindung

Die Bundesnetzagentur mahnt überdies zu Vorsicht beim Kauf von sogenannten Smarttoys und anderen Geschenken geraten, welche die Datensicherheit der Bürger gefährden und in Deutschland verbotene Funktionen haben. So gelte für per App gesteuerte Roboter, sprechende Puppen oder vernetzte Kuscheltiere in Deutschland ein Verbot, wenn sie mithören oder heimlich beobachten können. Erlaubt ist demnach Spielzeug, das Fragen eines Kindes beantwortet, ohne dafür eine Internetverbindung aufzubauen oder Daten zu übermitteln.

Idee: Gemeinsame Erlebnisse statt massenhaft Geschenke

Trotz - oder gerade wegen - der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie sind gemeinsame Erlebnisse ein tolles und nachhaltiges Geschenk für Kinder. Eltern und Verwandte sollten sich vor dem Spielzeugkauf fragen: Geht es um das Geschenk - oder geht es nur darum, eine allgemeine Erwartung zu erfüllen? So warnen Experten wie der Neurobiologe Gerald Hüther vor zu vielen, immer größeren Geschenken: "Vielmehr wird Tür und Tor geöffnet für eine Art Einstellung - je mehr ich habe, umso besser. [...] Und dann sind diese Kinder durch unser Zutun in der Konsum- und Wettbewerbsgesellschaft angekommen", sagte Hüther in einem Interview mit MDR KULTUR im Jahr 2019.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 02. Dezember 2020 | 11:10 Uhr