Service | 30.11.2020 Stiftung Warentest: Lohnt sich ein Kaffeevollautomat?

Großfamilie, Bürogemeinschaft oder Kaffeejunkie? Dann könnte ein Vollautomat das Richtige sein. Aber so ein Automat geht ganz schön ins Geld. Stiftung Warentest hat geschaut, welche Automaten die besten sind.

Ein junger Mann trinkt einen Kaffee
Jetzt, wo die Cafés geschlossen sind, wird ein Vollautomat für manche zum perfekten Weihnachtsgeschenk Bildrechte: dpa

Kaffee trinken wie in Bella Italia! Das soll auch zu Hause ohne viel Aufwand klappen. Ein Kaffeevollautomat zaubert nach Belieben Espresso, Cappuccino, Café Latte und so weiter. Im Vergleich zur normalen Kaffeemaschine aber sind die Geräte enorm teuer. Lohnt sich die Anschaffung und wenn ja, was muss der Automat können?

Weihnachtsgeschenk

Kurz vor Weihnachten hat Stiftung Warentest wieder Kaffeevollautomaten getestet. Elf Stück waren es diesmal - dazu kommen Modelle aus den Vorjahren, die noch immer aktuell sind. Fast 630 Euro liegen zwischen der teuersten und der günstigsten Espressomaschine im Test. Manche davon bereiten per Knopfdruck auch Cappuccino und Latte Macchiato zu. Bei manchen werden die Milchtüten per Schlauch angeschlossen, andere haben extra Behälter. Manche werben damit, ganz einfach gereinigt werden zu können.

Display zeigt Kaffeetasse und Kaffeebohnen
Display zeigt Kaffeetasse und Kaffeebohnen Bildrechte: imago/Michael Eichhammer

Mit einem guten Gerät ist der italienische Milchkaffee oft in weniger als zwei Minuten fertig. Auch das anschließende Spülen übernimmt die Maschine, so Stiftung Warentest. Die Preise der getesteten Maschinen reichen von 395 bis 1.500 Euro.

Kaffee wie aus dem Café dank Siebträger


Siebträger-Espressomaschinen aus dem Einstiegssegment sind laut Stiftung Warentest meist deutlich günstiger als ein Vollautomat. Dafür ist auch mehr Handarbeit angesagt. Vielen getesteten Maschinen gelingt der Espresso rundum gut. Zwei Geräte aus dem Novembertest 2020 stachen durch besonders intensiven Espresso mit viel fester Crema heraus. Aus zwei anderen Automaten schmeckte der Muntermacher deutlich wässriger.

Milch aufschäumen wie die Profis

Für viele Kaffeetrinker ist der Milchschaum ein wichtiges Kauf-Argument. Die von Stiftung Warentest empfohlene Kaffeevollautomaten gibt es sowohl mit als auch ohne Milch­aufschäumer. Die meisten Kaffeevollautomaten im Test schäumen die Milch automatisch. So bekommt man keinen "Bauschaum", sondern cremigen, feinporigen, leicht süßlichen Schaum.

Geeister Espresso mit Milchschaum
Geeister Espresso mit Milchschaum Bildrechte: MDR/Jens Trocha

Manche Automaten besitzen eine Milchdüse. Durch Luft muss der Hobby-Barista die Luft unter die Milchoberfläche bringen. Es braucht etwas Übung - die Milch darf nicht "schreien", wenn man sie aufschäumt. Dazu gibt es aber gute Videos im Internet.

Vollautomaten ohne Milchaufschäumer sind für "Kaffeepuristen", so Stiftung Warentest - und für alle, die einen separaten Milchaufschäumer verwenden. Die getesteten Modelle sind kompakt, einfach zu reinigen und relativ günstig: Die drei Modelle des aktuellen Test kosten zwischen 222 und 300 Euro.

Wie wichtig ist die Reinigung?

Kaffeevollautomaten sind der ideale Brutplatz für Schimmelpilze. Es ist warm und feucht und gibt viele Ecken, Schläuche und Düsen, die schwer zugänglich sind. Das kurze Erhitzen der Teile beim Brühvorgang reicht nicht aus, um Bakterien zu töten.

In Kaffeeresten oder Milchtröpfchen können zum Beispiel E.coli-Bakterien wachsen. Und auch im Wassertank können sich Schmierfilme aus Bakterien bilden. Selbst im Behälter für die Bohnen kann das Bohnenfett ranzig werden. Oberste Pflicht ist also die tägliche Reinigung.

Alle herausnehmbaren Teile sollten dabei abgespült und im Idealfall ausgebaut getrocknet werden. Gute Geräte bestehen aus spülmaschinenfesten Teilen. Und entsprechend sollten die auch gereinigt werden. Die internen Reinigungsprogramme sollte man zusätzlich nutzen.

Das Wasser sollte man täglich wechseln, nicht nur der Keime wegen: Aus frischem Wasser gebrüht, schmeckt Espresso besser. Auch die Brüheinheit, also das Herzstück des Automaten, muss regelmäßig (2 bis 3 Mal pro Woche) von Pulveresten befreit werden. Ideal ist es, wenn der Automat eine herausnehmbare Brüheinheit hat.

Kaffeesatz in einem Espressokocher
Ganz einfache Variante: Hier lässt sich alles gut reinigen. Bildrechte: IMAGO

Je teurer der Automat, desto besser lässt er sich in der Regel reinigen. Vorhandene Bakterien müssen nicht krank machen, können aber auf jeden Fall den Geschmack erheblich beeinflussen. Und trotz aller Pflege sollte der Kaffeevollautomat wenigstens alle ein bis zwei Jahre in die Werkstatt zur Wartung.  

Dieses Thema im Programm: Der Vormittag mit Haase und Waage | 30. November 2020 | 11:10 Uhr