Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte
Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte Bildrechte: IMAGO

Service | 04.03.2019 Veggie-Aufschnitt bei Stiftung Warentest

Er sieht aus wie Salami oder Lyoner und schmeckt sogar oft auch so - obwohl Ei, Tofu oder Seitan das Fleisch ersetzen: Veggie-Aufschnitt. Stiftung Warentest hat 20 vegetarische und vegane Aufschnitt-Imitate getestet.

Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte
Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte Bildrechte: IMAGO

Sie sollen aussehen wie Wurst, sich im Mund anfühlen wie Wurst, schmecken wie Wurst - aber ganz ohne Tier auskommen: Veggie-Aufschnitte. Erst gegen Ende 2014 im Standardsortiment der meisten Supermärkte und Discounter aufgetaucht, sind die zahlreichen vegetarischen und veganen Ersatzprodukte für Fleisch- und Wurstwaren nicht mehr aus den Regalen wegzudenken. Das ist gut für alle, denen Wurst schmeckt, die Tieren oder der Umwelt zuliebe aber auf Fleisch verzichten wollen.

Roher Seitan
Roher Seitan Bildrechte: IMAGO

Stiftung Warentest hat 20 der Aufschnitte unter die Lupe genommen, die mal auf Ei, mal auf Soja oder Weizen basieren. Trotz starker Verarbeitung - Soja wird zu Tofu, Weizen zu Seitan - sind pflanzliche Zutaten dem Fleisch ökologisch meist überlegen. Sie werden direkt zu Lebensmitteln verarbeitet, während sie in der Tierhaltung nur als Futter dienen – wo übrigens viel mehr davon gebraucht wird: Im Fleisch steckt ein Vielfaches an Pflanzenfutter.

Veggie-Aufschnitte sind deutlich fettärmer als das Original. Doch auch hier lohnt sich ein genauer Blick: Damit das Ganze nicht zu trocken wird, kommt Raps- oder Kokosöl zum Einsatz. Rapsöl ist gut, weil es bis zu zehn Prozent an Omega-3- Fettsäuren enthält. Kokos- und Palmfett sind nachteilig durch den hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren.

Im Kühlregal im Supermarkt liegt vegetarische Wurst.
Auf dem Vormarsch: Vegetarische Wurst ist überall in den Kühlregalen zu finden. Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Die getesteten fleischlosen Salamis sind auch weniger salzhaltig als echte. Die Produkte kommen aber auch ohne Zusatzstoffe nicht aus. Fast alle enthalten Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl, um schnittfest zu werden. Meist kommen Farbstoffe dazu. Die Grundzutaten des Aufschnitts haben oft wenig Geschmack, er braucht Würze. Bei den Bioprodukten nutzen Hersteller dafür Gewürze und Gemüse, teils noch Hefeextrakt mit Glutamat aus Hefezellen. Meist kommen die Produkte ohne künstliche Aromen aus.

Veggie-Lyoner und Mortadella

Von 20 getesteten Aufschnitten waren dreizehn brühwurstähnliche Produkte – wie Lyoner oder Mortadella. Zehn erreichten das Qualitätsurteil "gut". Testsieger ist hier die "Vegetarische Schinken Spicker Mortadella" des Wurstfabrikanten Rügenwalder Mühle. Sie schmeckt laut Test "sehr gut". Die Prüfer empfanden alle vegetarischen und veganen Lyoner-Sorten als würzig und salzig.

Die meisten schmecken tadellos und mal mehr, mal weniger nach Brühwurst. Viele haben auch einen Brühwurstbiss.

Stiftung Warentest

Zwei Aufschnitt-Produkte erreichten nur das Prädikat "befriedigend", eines gar mangelhaft. In der "Veggie Vegetarische Mortadella" fanden die Tester Listerien, die für Immunschwache und Ungeborene lebensgefährlich sein können. Dieser Aufschnitt ist aber nicht mehr im Handel erhältlich. 

Salami und Chorizo

Unter die Lupe genommen wurden auch Produkte mit dem Wort "Salami" oder "Chorizo" im Namen. Von sieben getesteten Aufschnitten erhielten zwei das Urteil "gut": die "Vegetarische Mühlen Salami klassisch" von Rügenwalder Mühle und "wie Salami vegan" von Heirler. Geschmacklich überzeugte jedoch nur das Produkt von Rügenwalder Mühle. Andere Test-Kandidaten waren in Geschmack und Konsistenz weit entfernt vom Fleischoriginal.

Fast alle Aufschnitte mit dem Wort "Salami" oder "Chorizo" im Namen haben mit dem klassischen Vorbild nur wenig zu tun.

Stiftung Warentest

Vier Produkte sind "befriedigend". "Vegane Salami auf Sojabasis" von Veggy Friends ist hingegen nur "mangelhaft". Die Prüfer fanden Verderbnis-Keime im Produkt. Die Packungen waren bei der Prüfung bereits kräftig aufgebläht.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 04. März 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. März 2019, 05:00 Uhr