Hund im Tierheim
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Service | 01.10.2019 Welttierschutztag - Tiere aus dem Tierheim suchen ein Zuhause

Tierheime nehmen in Not geratene Tiere auf, bringen sie vorübergehend artgerecht unter und versorgen sie sachkundig. Dann suchen sie für die herrenlosen Hunde und Katzen ein passendes, schönes und möglichst endgültiges Zuhause. Tiere aus dem Tierheim sind eine echte Alternative zu Tieren vom Züchter oder aus dem Zoohandel.

Hund im Tierheim
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Wenn eine Katzenbesitzerin stirbt oder ein Hund ausgesetzt wird, kommen die Tiere meist ins Heim. 23 Tierheime sorgen in ganz Thüringen dafür, dass sie versorgt und vom Tierarzt behandelt werden. Dann startet die Suche nach einem neuen Besitzer.

Sorgfalt bei der Auswahl der Bewerber

Es kommt vor, dass ein Interessent das gewünschte Tier nicht vom Tierheim vermittelt bekommt. Das stößt mitunter auf Unverständnis. Doch den Tierheimen obliegt eine besondere Sorgfaltspflicht bei der Auswahl der Bewerber. Schließlich soll es den Tieren in ihrem neuen Zuhause wirklich gut gehen. Tier und Bewerber müssen zueinander passen, doch nicht jede Rasse und jeder Charakter passen zu jeder Person oder Familie. Die Entscheidung treffen die Tierheimmitarbeiter nicht leichtfertig. Sie sollte deshalb akzeptiert werden.

Kriterien für eine Tiervermittlung

In der Regel wird der Interessent im Tierheim gebeten, einen Selbstauskunftsbogen auszufüllen. Erfragt werden die Wohnsituation, das mögliche Zusammenleben mit dem neuen Haustier sowie bereits gemachte Erfahrungen mit Tieren. Berücksichtigt werden müssen auch schon vorhandene andere Haustiere. Mit ihnen muss sich der neue Mitbewohner vertragen. Problematisch kann eine Abgabe an voll berufstätige Menschen sein, wenn das Tier zu lange allein bleiben muss und sich niemand in der Abwesenheit um das Haustier kümmert. Die Versorgung muss auch im Urlaub und im Krankheitsfall gesichert sein.

Gründe für eine Ablehnung

An Minderjährige werden grundsätzlich keine Tiere abgegeben. An Menschen über 70 Jahren sollten keine Welpen vermittelt werden. Bei Mietern muss das Einverständnis des Vermieters vorliegen. Wenn die Unterhaltskosten nicht gewährleistet sind, sollten ebenfalls keine Tiere übereignet werden. Kein Hund wird in eine Ketten-, Zwinger- oder Kellerhaltung gegeben. Bei Katzen wird mitunter eine Vermittlung mit Freigang einer Vermittlung in eine reine Wohnungshaltung vorgezogen. Bei Kleintieren und Vögeln erfolgt eine Abgabe nur in Paar- oder Gruppenhaltung. Käfige und Gehege müssen die geforderten Mindestmaße haben. Tiere, die im Tierheim gemeinsam leben, werden nur in Ausnahmefällen getrennt. Auf keinen Fall werden Tiere als Tierfutter oder zu Versuchszwecken abgegeben.

Kennenlernen und Vorkontrolle

Bei Interesse an einem Tier wird es im Tierheim zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch geben. Der jeweilige Betreuer stellt dem Bewerber dann das Tier vor. Hunde und Katzen werden nicht gleich beim ersten Besuch mitgegeben. Tier und Bewerber sollten sich erst näher kennenlernen und eine Beziehung aufbauen. Mit Hunden kann man Gassi gehen, mit Katzen spielen und schmusen. Mitunter führt das Tierheim eine Vorkontrolle beim Bewerber durch, bei der sich ein Tierschützer  ein Bild vom neuen Zuhause macht, die Angaben der Selbstauskunft prüft und noch offene Fragen zur Tierhaltung klärt.

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Schutzvertrag und Vermittlungskosten

Jedes Tier wird nur mit einem Schutzvertrag abgegeben, der neben Angaben zum neuen Halter die wichtigsten Angaben zum Tier enthält, zu dessen artgerechter Haltung, seinen Besonderheiten sowie rechtliche Belange. Die Vermittlung kann auch zunächst auf Probe erfolgen. Öfter taucht noch die Frage auf, weshalb man für ein Tier aus dem Tierheim eine Schutzgebühr zahlen muss. Diese liegt bei Hunden meist zwischen 200 und 300 Euro, bei Katzen bei 100 bis 200 Euro. Bei Kleintieren ist sie abhängig von der Tierart. Diese Vermittlungsgebühr dient als Kostenbeitrag für die geleisteten Aufwendungen des Tierheimes. In der Regel sind die Tiere kastriert, geimpft, entwurmt, mit einem Chip versehen und tierärztlich behandelt. Die Gebühr deckt bei weitem nicht die bisherigen Kosten des Tieres und das Geld kommt in vollem Umfang dem Tierschutz zugute, denn Tierheime sind keine kommerziellen Einrichtungen. Außerdem sollen die Gebühren die Tiere vor unüberlegten oder dubiosen Übereignungen schützen. Bei einer Rückgabe der Tiere wird diese Schutzgebühr nicht erstattet.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 01. Oktober 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2019, 12:55 Uhr