Service | 08.05.2020 Vögel und Pflanzen per App erkennen

Der Frühling ist als eine von wenigen Großveranstaltungen nicht abgesagt worden. Doch was genau blüht und zwitschert da eigentlich? Zwei Apps können dabei helfen: die Pflanzen-App "Flora Incognita" und die Vogelstimmen-App "BirdNET".

Eine Hand hält ein Smartphone mit einer geöffneten App, auf der eine weiße Blüte zu sehen ist. 5 min
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Könnten Sie alle heimischen Vögel am Gesang erkennen? Kohlmeise, Star oder Rotkehlchen? Winfried Nachtigall kann es - und ja, der Vogelstimmen-Experten hat wirklich den passendsten Namen für seine Aufgabe. Er soll die App testen - und erkennt bei einem Test in der Oberlausitz zwei Vögel. "Wow, das hat funktioniert, er zeigt beides an, Rotkehlchen und Zilpzalp", bestätigt Fachmann Nachtigall. Er ist immerhin seit fast 40 Jahren Kiebitz, Milan und Co. auf der Spur.

Rund 1.000 Vogelarten aus Europa und Nordamerika kann die kostenfreie App "Birdnet" derzeit bestimmen. "Also uns interessiert natürlich das große Ganze auf Länderebene, auf Kontinentalebene übergreifend. Können wir Zugbewegungen von Vögeln zeigen?", erklärt Stefan Kahl, der die App mit Kollegen an der TU Chemnitz entwickelt hat. So könnte eventuell gezeigt werden, wo Bestände zu oder abnehmen.

Entwicklung von Forschern aus Jena und Chemnitz

Doch in der Natur gibt es neben Vögeln noch viel mehr zu entdecken. Mit der Pflanzen-App "Flora Incognita" können die heimischen Wildpflanzen schnell bestimmt werden. Bis zu 10.000 Pflanzen sind hinterlegt. Einfach nah rangehen - und ein Foto machen.

Bei der Entwicklung der "Flora Incognita"-App haben Biologen aus Jena und Informatiker der TU Ilmenau eng zusammengearbeitet. Nun heißt es: Abstand halten. Eine Folge der Corona-Krise. Eine andere: Die App wird sehr stark genutzt. "Allein im Vergleich zum Vorjahr haben wir ungefähr zehnmal mehr Bestimmungen pro Tag", sagt Professor Patrick Mäder, Informatiker an der Technischen Universität Ilmenau.

Wie schon die Vogelstimmen-App "Birdnet" bittet auch "Flora Incognita" die Nutzer um die Freigabe ihres Standorts. Anhand dieser Daten können die Forscher feststellen, wie sich die Entwicklung, etwa die Blühzeit von Pflanzen verändert und so Trends für die Zukunft vorhersagen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 08. Mai 2020 | 11:00 Uhr

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