Gelenk
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Servicestunde | 11.09.2018 Gicht erkennen und behandeln

Schmerzende, geschwollene Gelenke - einige Menschen kennen das. Wenn abgelagerte Harnsäurekristalle dafür ursächlich sind, sprechen Mediziner von Gicht. Dagegen hilft eine bewusste Ernährung mit purinarmer Kost, bzw. der Verzicht auf manche Lebensmittel. Diplom Oecotrophologin und Autorin Astrid Schobert hat in einem Ratgeber die 50 besten Gicht-Killer zusammengetragen. In der Servicestunde sprechen wir mit der Autorin darüber, wie man mit Gicht ein beschwerdefreies Leben führen kann.

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Gicht hat eine lange Geschichte. Schon die alten Römer bekamen die Gelenkkrankheit nach ausufernden Trink- und Essgelagen. Vor allem exzessiver Konsum von Alkohol führt zu regelrechten Gichtanfällen, bei denen die Gelenke am ganzen Körper schmerzen können. Gicht war früher vor allem unter der wohlhabenden Bevölkerung weit verbreitet. Wer sich viel Fleisch und Alkohol leisten konnte, musste auch mit den Folgeerkrankungen durch die ungesunde Ernährung leben. Arme Bauern, die sich vor allem von Getreide und Kartoffeln ernährten, blieben von der Krankheit verschont. Nach dem 2. Weltkrieg war die Gicht in Deutschland so gut wie gar nicht mehr verbreitet.

Wer kann Gicht bekommen?

Grundsätzlich können Männer und Frauen an Gicht erkranken. Frauen allerdings trifft die Krankheit etwa zehn Jahre später (Ü 50) als Männer, da sie bis zu den Wechseljahren durch den Hormonhaushalt vor zu hohen Harnsäurewerten geschützt sind.

Woran erkennt man Gicht?

Ein akuter Gichtanfall fängt mit extremen Schmerzen am Grundgelenk des großen Zehs an. Das Gelenk schwillt stark an und färbt sich blau-lila. Berührungen sind meist unerträglich.

Harnsäure ist im Körper ganz normal. Sie ist das Abfallprodukt der Purine, die in den Zellkernen enthalten sind. Unser Körper baut täglich Zellen auf und ab. Werden Zellen abgebaut werden auch die Purine mit abgebaut. Zusätzlich können Purine aber auch über die Nahrung aufgenommen werden. Wird der Körper mit zu vielen Purinen überflutet, reagiert der er mit geschwollenen Gelenken - Gicht.

Astrid Schobert | Autorin

Wie wird Gicht chronisch?

Harnsäure kann sich auskristallisieren und in den Gelenken festsetzen. Vor allem bei älteren Menschen führt das häufig zu Knoten an den Gelenken. Die Gelenke schmerzen bei jeder Bewegung, die Gliedmaßen werden mit der Zeit steif. Die Kristalle können sich auch in der Niere ablagern und dieses Organ langfristig schädigen.

Durch Ernährung Gicht beeinflussen

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich gut über die Ernährung beeinflussen lässt. Wer von erhöhten Harnsäurewerten weiß, sollte seine Ernährung umstellen, da Gicht langfristige Folgen für Gelenke hat und zu Nierenschädigungen führen kann. Wer seine Ernährung umstellt normalisiert sein Gewicht und damit gleichzeitig auch die Harnsäurewerte.

Diese Nahrungsmittel sollten Sie vermeiden:

  • Innereien enthalten besonders viele Zellen mit Purinen: Niere, Leber
  • Haut von tierischen Produkten (Geflügel, Fisch, Schwein)
  • Sprotten, Muscheln, Krabben
  • Hülsenfrüchte
  • Alkohol (blockiert die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren); vor allem Bier enthält viele Purine
  • Weintrauben, Honigmelonen , Rosinen, Feigen
  • Fruchtzucker
  • Hefe

Vorsicht vor Lebensmitteln mit Fruchtzucker

In vielen Lebensmitteln ist Fruchtzucker enthalten. Das klingt erstmal gut, ist es aber nicht. Die Lebensmittelindustrie profitiert von Fruchtzucker, weil er günstiger ist als Haushaltszucker. Dafür - und das wissen viele nicht - ist auch ungesünder sagt . Fruchtzucker ist die einzige Zuckerart, die die Harnsäurewerte nach oben treibt. Außerdem fördert Fruchtzucker eine Fettleber. Fruchtzucker aus Früchten sei aber bei angemessenem Konsum kein Problem, sagt Autorin Astrid Schobert, da viele andere wertvolle Inhaltsstoffe enthalten sind.

Diese Nahrungsmittel sind empfehlenswert:

  • Spargel
  • weniger süßes Obst und Gemüse
  • Wasser, Tees (Birkenblättertee, Brennnesseltee, Löwenzahntee)
  • Kaffee (enthält zwar Purine, diese werden aber nicht zu Harnsäure abgebaut)
  • Milch und Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Butter etc.)
  • pflanzliche Fette (Margarine und Öl)
  • Wasser

Buchtipp: Die 50 besten Gicht-Killer

Wer schon mal einen Gichtanfall hatte, weiß, wie schmerzhaft das ist. Auslöser sind zu hohe Harnsäurewerte im Blut. "Der Gichtanfall ist ein Alarmzeichen des Körpers. Spätestens jetzt wird es Zeit, sich mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu beschäftigen", rät Oecotrophologin und Autorin Astrid Schobert. Betroffene können selbst aktiv werden, so ihre gute Nachricht: "Kaum eine Stoffwechselerkrankung spricht so gut auf kleine Änderungen der Ernährung an wie Gicht." So könnten erhöhte Harnsäurewerte oftmals ohne Medikamente auf natürlichem Weg durch eine gezielt purinarme Ernährung gesenkt werden. Beim Abbau von Purinen, die vor allem in Fleisch und Wurst vorkommen, entsteht Harnsäure, die für die Entstehung von Gicht verantwortlich ist. Schoberts Ratgeber bietet über 50 praktische Tipps rund um Ernährung, Bewegung und Entspannung sowie wichtiges Hintergrundwissen zur Krankheit.

Die 50 besten Gicht-Killer von Astrid Schobert

TRIAS Verlag, Stuttgart. 2018
ISBN Buch: 9783432106243
ISBN EPUB: 9783432106267

Quelle: MDR THÜRINGEN

Der Vormittag mit Haase und Waage

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2018, 14:05 Uhr

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1 Kommentar

11.09.2018 11:52 Cornelia Böhm 1

Als Gichtbetroffener hilft Grüner Haferee.Am Anfang täglich 1-2 Tassen trinken.Nach ca.4 Wochen 1 x wöchentlich einen halben Liter trinken und Bier und knusprige Gänsehaut schmecken wieder ohne Schmerzen.