Servicestunde | 22.09.2020 Licht am Rad – Akkuleuchten im Test

Die Tage werden kürzer, die Abende neblig. Da geht ohne Licht nichts. Lichtstarke LED-Scheinwerfer fürs Rad gibt es in jeder Preislage. Manche leuchten fast so hell wie ein Autoscheinwerfer. Doch Helligkeit allein reicht nicht. Was ist wichtig beim Einsatz von Akkuleuchten? Worauf muss man beim Kauf achten? Darüber spricht Moderator Matthias Haase in der Servicestunde ab 11 Uhr.

Eine aufsteckbare Akkulampe ist an einem Fahrrad-Lenker angebracht.
Mit aufsteckbaren Akkulampen lassen sich alle Fahrräder schnell straßentauglich ausrüsten. Bildrechte: dpa

Licht ist Pflicht! Aber seit einigen Jahren dürfen am Fahrrad neben der festinstallierten Beleuchtung auch Stecklampen mit Akkus genutzt werden. Die werden mit wenigen Handgriffen montiert und einfach über einen USB-Anschluss aufgeladen. Die Stiftung Warentest hat 19 dieser akkubetriebenen Front- und Rücklichter geprüft.

Das Vorderlicht

Dank LEDs leuchten Frontstrahler sehr hell. Sie haben einen breiten Lichtkegel und ermöglichen zügiges Fahren auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Getestet wurden Produkte zwischen 25 und 143 Euro. Alle Lampen mussten einen Feldweg ausleuchten. Dabei zeigte sich, dass nicht die von den Herstellern angegebene Lichtstärke entscheidend für die Qualität der Lampe war. Wichtiger war die ausgeleuchtetete Fläche. Und die war bei den guten Lampen bis zu 15 Metern breit und leuchtete bis zu 40 Meter tief den Weg aus. Schlaglöcher, Huckel und im Weg liegende Gegenstände ließen sich gut erkennen.

Stecklampen mit Akkus sind im Straßenverkehr erlaubt, wenn sie ein Prüfzeichen haben. Dieses besteht aus einer Wellenlinie, dem Großbuchstaben K und einer Nummer.

Akkulaufzeit und Ladedauer

Ebenfalls wichtig bei der Auswahl der neuen Lampe ist die Leuchtdauer und die Akkuladezeit. Während manche Lampen schon nach drei Stunden leer waren, leuchteten andere viele weitere Stunden. Auch in der Ladedauer unterschieden sich die Lampen deutlich. Einige Produkte brauchten mehr als elf Stunden, bis der Akku wieder voll war. Zu lang, wenn man abends nach Hause kommt und früh im Dunklen wieder losfährt.

Frontscheinwerfer richtig einstellen

Ein richtig eingebauter Frontscheinwerfer ist für die eigene und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer entscheidend. Während der Bereich vor dem Rad gut ausgeleuchtet werden soll, dürfen Autos und Motorräder nicht geblendet werden. Um die Lampe richtig einzustellen, sollte man sich in fünf Meter Abstand vor eine Wand stellen. An der Wand die Höhe des Scheinwerfers markieren und dann die Mitte zwischen Boden und Scheinwerferhöhe markieren. Scheinwerfer anstellen und den hellsten Punkt auf die untere Markierung an der Wand richten. Fällt kein Licht über die obere Markierung, kann der Scheinwerfer fixiert werden. Sonst muss er noch etwas nach unten geneigt werden.

Ergänzung: Ein aufmerksamer Hörer wies uns darauf hin, dass die von Stiftung Warentest vorgestellte Methode der Lichteinstellung vor allem für Halogenscheinwerfer gelte. Die neuen Akkuleuchten mit LEDs leuchten anders. Seit 2017 heißt es deshalb in der StVZO: Der Scheinwerfer muss so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Das funktioniere zwar mit der fünf-Meter Methode auch, aber damit wird das Potenzial der Lampe nicht genutzt. Stattdessen könnte man sagen: Auf einer geraden Strecke muss die Hell/Dunkel-Grenze in der Ferne noch auf der Fahrbahn erkennbar sein. Herzlichen Dank für diesen Hinweis!

Das Rücklicht

Bei Rücklichtern gibt es nicht so viele Punkte zu beachten. Fast alle Rücklichter leuchteten ohne Probleme. Allerdings war bei einem Licht schon nach fünf Stunden der Akku leer, bei einem anderen erst nach 22 Stunden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 22. September 2020 | 11:10 Uhr