Ein älterer Herr fährt mit einem Wagen.
Auch im Alter mobil zu sein, ist ein Wunsch vieler Senioren. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Servicestunde | 15.01.2019 Im Alter sicher Autofahren

Das Auto ist für viele Senioren ein Stück Unabhängigkeit. Deswegen möchten viele bis ins hohe Alter mit dem Auto mobil sein. In der Servicestunde klären wir mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat, wie das gelingen kann und geben Tipps für Angehörige.

Ein älterer Herr fährt mit einem Wagen.
Auch im Alter mobil zu sein, ist ein Wunsch vieler Senioren. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Mit dem eigenen Auto mobil sein, bis ins hohe Alter - das wollen viele Senioren. Doch mit dem Alter verlängert sich die Reaktionszeit, Augen und Ohren werden zunehmend schlechter. Das kann sich auch auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. Doch ab wann das Auto besser in der Garage stehen bleiben sollte, dafür gibt es keine gesetzliche Regelung.

Der Führerschein hat kein Verfallsdatum und die Fahrtüchtigkeit jeden Autofahrers ist individuell verschieden. Ältere Menschen sind demnach aufgerufen, selbst zu überprüfen, ob sie noch sicher mit dem Auto fahren können. Dafür plädiert auch Torsten Buchmann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Bei kleineren Unfällen oder Beinahe-Unfällen sollten Angehörige aufmerksam werden.

Torsten Buchmann

Seit Jahren engagiert sich der DVR für ältere Fahrzeugführer. Statt harter Bandagen sei es vor allem die Verantwortung des Einzelnen, seine eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen, sagt Buchmann. Dabei bemerken die Angehörigen älterer Menschen oft als Erste, wenn das Autofahren Probleme bereitet. Sie sind besonders gefragt, damit sichere Mobilität auch im Alter möglich ist.

Die "Aktion Schulterblick" möchte Verwandte und Freunde von Senioren unterstützen, um die Mobilität Älterer so sicher wie möglich zu gestalten. Wer sich Sorgen macht, ob ältere Verwandte oder Freunde noch sicher Auto fahren können und plant, sie darauf anzusprechen, sollte sensibel vorgehen. Bereiten Sie das Gespräch sorgfältig vor.

Kernfragen können dabei helfen: Warum machen Sie sich Sorgen? Was ist Ihnen am Fahrverhalten konkret aufgefallen? Welches Ziel wollen Sie mit dem Gespräch erreichen?

Gemeinsam zur sicheren Mobilität

  • Suchen Sie eine ruhige Atmosphäre und nehmen Sie möglicherweise einen thematisch passenden Radiobeitrag, einen Zeitungsartikel oder Unfall eines Bekannten zum Anlass des Gesprächs.
  • Sensibilität ist gefragt, aber auch Sachlichkeit. Machen Sie deutlich, dass es Ihnen nicht darum geht, Senioren zu bevormunden.
  • Zeigen Sie Risiken auf, aber auch Möglichkeiten, um die Fahrsicherheit zu erhöhen. Bedenken Sie technische Hilfsmittel wie Rückfahrsensoren im Pkw. Oder gehen Sie gemeinsam mit dem Senior zum Fahrtraining - zu zweit macht es gleich mehr Spaß.
  • Ein Arztbesuch kann mit einfachen Tests Klarheit über die Fahrtüchtigkeit bringen.

Regelmäßiger Seh- und Hörcheck

Autofahrer ab 40 Jahre sollten einmal jährlich einen Seh-Check beim Augenarzt absolvieren und dabei vor allem ihre Sehschärfe bei Dämmerung und Nacht prüfen lassen. Ab 60 sollte im Turnus von zwei Jahren beim Ohrenarzt ein Hörtest anstehen. Überprüft wird vor allem die Fähigkeit, hohe Töne wahrnehmen zu können, dies ist entscheidend für das sogenannte Richtungshören. Ebenfalls ab 60 Jahre empfiehlt sich ein Check der Reaktionsgeschwindigkeit. Das geht am besten bei Begutachtungsstellen für Fahreignung oder bei einigen Betriebs- und Arbeitsmedizinern.

Angst, den Führerschein bei einer Untersuchung zu verlieren, muss der Betroffene nicht haben. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Oberstes Ziel ist es, sicher unterwegs zu sein, im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer, aber auch im eigenen Interesse.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 15. Januar 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 13:38 Uhr

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1 Kommentar

15.01.2019 11:48 Kurt Strotzer 1

1. Die Unfallstatistiken sind leider verfälscht, weil die unterschiedliche Altersstruktur der Ostbevölkerung dabei unberücksichtigt bleibt. Ein großer Teil der Ostjugend befindet sich im Westen wo es mehr Geld für die Arbeit gibt.
2. Die Schwere der Unfälle bleibt ebenfalls in der Statistik unberücksichtigt. Schwere Unfalle entstehen häufig durch Fahren unter Drogen oder mit dem Smartfon am Steuer und die Verursacher sind hier ebenfalls nicht die Alten. Ich glaube hier soll Politik gemacht werden. Vielleicht wird man in der nächsten Stufe den Alten auch noch das Wahlrecht absprechen. So etwas hatten wir schon einmal in der deutschen Geschichte. Euthanasie !