Servicestunde | 29.04.2020 Bewerbungsstrategien in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise hat Tausende in Kurzarbeit getrieben – und manch einer fragt sich, ob der alte Job wirklich noch der richtige ist. Wer sich tatsächlich bewerben möchte, kann die Corona-Freizeit nutzen, um sich mit den neuen Gegebenheiten bei der Jobsuche vertraut zu machen. Denn einfach nur eine Mappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen an ein Unternehmen schicken und dann auf die Einladung zum Jobinterview warten, ist nur noch selten zeitgemäß.

Frau sitzt an Schreibtisch vor Bauplänen und Laptop und hält ein Mobiltelefon. Neben ihr steht eine Salatschüssel.
Die Jobsuche hat sich längst ins Internet verlagert, viele Arbeitnehmer pflegen hier auch ihre beruflichen Netzwerke. Bildrechte: IMAGO

Anschreiben werden seltener

Tatsächlich verzichten einige Unternehmen auf das klassische Bewerbungsschreiben gänzlich, um das Auswahlverfahren zu beschleunigen. Deshalb ist es ratsam, in der Stellenbeschreibungen genau nachzulesen oder im Zweifel einfach anzurufen und zu fragen, ob wirklich ein Anschreiben gewünscht ist. Gerade bei den Unternehmen, die Bewerbungen nur noch online entgegen nehmen und die Bewerbung sogar auf eine Datengröße limitieren, sollten sie nur die gewünschten Unterlagen schicken.

Eine Frau, von der nur die Hände zu sehen sind, wirft einen Blick in eine Mappe mit der Aufschrift "Bewerbung", die sie an einem Tisch sitzend vor sich aufgeschlagen hat.
Immer weniger Unternehmen wollen ein Bewerbungsschreiben noch physisch in den Händen halten. Für Firmen sind Online-Bewerbungen oft praktischer. Bildrechte: IMAGO

Anderen Arbeitgebern ist das Schreiben aber immer noch wichtig. Für sie funktioniert das Anschreiben im Idealfall als eine Art Filter: Kann der Bewerber deutlich machen, welche Stärken er hat und warum er genau das Stellenangebot interessant findet? Kann er die Mitarbeiter aus der Personalabteilung mit glaubwürdigen und passenden Argumenten von sich überzeugen? Für viele Unternehmen ist ein Anschreiben immernoch die erste Arbeitsprobe. Wenn also ein Anschreiben gefordert ist, gilt nach wie vor: Investieren Sie hier angemessen viel Zeit, um sich gut zu präsentieren.

Online statt Papier

Immer beliebter bei Firmen auf Arbeitnehmer-Suche sind inzwischen Onlineplattformen. Soziale Netzwerke und Apps wie Xing und LinkedIn sind hier auf dem Vormarsch. Das hat viele Vorteile, denn Unternehmen sparen sich nicht nur den aufwenigen Papierkram, sondern können hier direkt Stellenanzeigen schalten, auf die sich Nutzer mit wenigen Klicks bewerben können. Und auch Jobsuchende können sich hier schnell über passende Stellen informieren. Deshalb ist es sinnvoll Zeit zu investieren, um sich auch hier ein aussagekräftiges Profil anzulegen und einen Lebenslauf hochzuladen. Im Idealfall sollten Sie versuchen, sich auf diesen Portalen ein Netzwerk aufzubauen. Denn auch Online-Bekanntschaften sind als "Vitamin B" auf der Jobsuche nicht zu unterschätzen. Zudem suchen Unternehmen und Headhunter in den Netzwerken aktiv nach passenden Bewerbern und scannen dafür die Profile der Nutzer. Mit etwas Glück wird Ihnen hier also eine Stelle angeboten, an die Sie selbst noch gar nicht gedacht haben.

Bewerbungsgespräche per Videoschalte

Mann sitzt vor Laptop
Schaffen Sie die technischen Voraussetzungen für ein Bewerbungsgespräch per Videoschalte. Bildrechte: Colourbox.de

Gerade während der Corona-Krise werden Sie auf der Jobsuche verstärkt Bewerbungsgespräche per Videoschalte führen müssen. Aber auch ohne das Virus, dürften sich Online-Schalten in Zukunft im Bewerbungsprozess häufen. Damit Sie in einem Video-Gespräch mit einem potientiellen Arbeitgeber glänzen können, müssen Sie dafür auch die technischen Vorraussetzungen schaffen. Neben einer guten Internetverbindung benötigen Sie einen stabil laufenden Laptop, PC inkl. Webcam oder ein Smartphone. Für letzteres gilt während des Gesprächs: Stellen Sie ihr Telefon vor sich auf den Tisch. Auf keinen Fall sollten Sie es in der Hand halten, da das Bild dann verwackelt und ihr Gegenüber sich schlechter auf Sie konzentrieren kann. Noch wichtiger als die Bildqualität ist das Audiosignal. Damit ihr Gesprächspartner sie gut verstehen kann, ist ein Headset ratsam, das Umgebungsgeräusche unterdrückt.

Vier goldene Regeln bei Bewerbungen

Und schließlich gelten seit jeher vier goldene Regeln für eine gelungene Bewerbung.

1. Immer seriös bleiben
Auch wenn Sie sich über Soziale Netzwerke mit einem potentiellen Arbeitgeber in Kontakt treten, sollte Sie im Tonfall nicht zu locker und umgangssprachlich sein. Im Anschreiben lautet der Standard immer noch: "Sehr geehrte Damen und Herren". Und auch bei der Verabschiedung sollten Sie auf Abkürzungen wie "HG" oder Floskeln wie "Liebe Grüße" verzichten.

2. Übersichtlich gestalten
Übersichtlichkeit ist das höchste Gebot. Im Anhang sollte sich nach Möglichkeit nur eine PDF-Datei befinden, die die komplette Bewerbung beinhaltet. Alles andere ist zu unübersichtlich. Die Personalabteilung müsste alle Anhänge einzeln durchklicken.

3. Kurz halten
Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Gerade am Bildschirm liest kaum jemand gern seitenlange Berichte. Wer sich über ein Online-Formular bewirbt, sollte den Text in einem Textverarbeitungsprogramm vorschreiben und erst dann ins Formular kopieren. So erhält er Hinweise über die Länge seines Anschreibens. Ansonsten gilt auch hier: Knapp und dennoch präzise schreiben.

4. Erreichbar sein
Wer sich übers Smartphone oder den Laptop schnell bewirbt, sollte auf Rückfragen ebenso zügig reagieren. Zudem sollten regelmäßig die in der Bewerbung angegebenen E-Mail-Postfächer kontrolliert werden.

Weitere Informationen zum Thema:

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 29. April 2020 | 11:10 Uhr