Servicestunde | 16.01.2019 Was tun bei Bluthochdruck?

Die Volkskrankheit Bluthochdruck bereitet Pharmakonzernen ein Riesengeschäft. Doch einige Blutdrucksenker sind seit Sommer 2018 in Verruf geraten. Betroffen waren Medikamente mit dem Wirkstoff Valsartan. Das hat Patienten verunsichert. Welches Medikament kann man bedenkenlos einnehmen? Ab 11 Uhr ist Kardiologin Dr. Jana Boer aus Erfurt live in der Servicestunde im Studio.

Rund 20 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck. Zu hoher Blutdruck ist gefährlich und kann lebensbedrohlich sein. Er belastet Organe und Blutgefäße und vergrößert so das Risiko gefährlicher Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Nach Definition der WHO hat einen zu hohen Wert, wer einen Druck von 140 zu 90 mmHG hat.

Was ist mmHg? mmHg ist die Maßeinheit des Blutdrucks. Die Abkürzung steht für Millimeter Quecksilbersäule.

Die Methode geht zurück auf Evangelista Torricelli, daher wird die Einheit auch Torr genannt. Torricelli lebte von 1608 bis 1647, war Assistent von Galileo Galilei und erfand das Quecksilberbarometer.

Das droht bei dauerhaft schlechten Werten

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, tut nicht weh. Betroffene merken die Krankheit in der Regel nicht. Nur in wenigen Fällen, wenn der Druck hochschnellt, kann es unter anderem zu Schwindel oder Benommenheit kommen. Stehen die Gefäße dauerhaft unter zu hohem Druck, können winzig kleine Verletzungen entstehen.

Pflegerin misst bei einer Frau den Blutdruck.
Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck. Bildrechte: IMAGO

Der Körper repariert sie mit bestimmten Eiweißverbindungen, die wie ein Kleber funktionieren. Daran können sich wieder andere Stoffe anlagern, sodass sich das Gefäß mit der Zeit verengt und die Durchblutung gestört wird. Das kann zu weiteren massiven Schäden an den Blutgefäßen führen. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren können so besonders Herz, Gehirn und andere Organe wie die Nieren Schaden nehmen. Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen drohen. Auch Schäden an den Augen können auftreten.

Die Ursachen von Bluthochdruck

Viele Faktoren wirken auf den Blutdruck ein. Nervensystem, Organe, Blutgefäße und biochemische Botenstoffe spielen dabei zusammen. Bluthochdruck entsteht aber auch durch eine Summe beeinflussbarer Angewohnheiten. Zu viel und dauerhafter Stress, Rauchen, zu wenig Bewegung, falsche Ernährung und Übergewicht wirken sich ungünstig aus und verengen langfristig die Blutgefäße. Das Risiko, unter Bluthochdruck zu leiden, wächst zudem mit dem Alter. Die Gefäße verlieren mehr und mehr ihre Elastizität, der Stoffwechsel wird allgemein schlechter.

Das kann jeder tun

Jede Maßnahme zu einem gesunden Leben fördert einen normalen Blutdruck. Viel Bewegung, gesunde Ernährung und ein ausgeglichenes Berufs- und Privatleben gehören dazu. Auch gezielter Sport, Yoga und Entspannungsübungen können zu einer Senkung des Blutdruckes beitragen.

Was bedeuten die Blutdruckwerte? Unser Herz schlägt in zwei Phasen. Erst zieht es sich kräftig zusammen, um Blut in den Körper auszustoßen. Und dann entspannt es sich wieder, um sich neu mit Blut zu füllen.

Die Phase, in der das Herz sich zusammenzieht, heißt "Systole". Dabei entsteht hoher Druck. Wenn das Herz zwischen zwei Schlägen wieder erschlafft, heißt das "Diastole". Der Druck in den Blutgefäßen wird niedriger.

Wenn wir den Blutdruck messen, kommen immer zwei Werte raus, ein hoher und ein niedriger. 120 - das ist der normale systolische Blutdruck. 80 - das ist der normale diastolische Blutdruck.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 16. Januar 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 13:56 Uhr

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3 Kommentare

16.01.2019 11:48 Elke Martin 3

Sehr geehrte Frau Dr. Boer, sehr geehrter Herr Hasse,
so wie Sie mein Anliegen in der Sendung schilderten war es leider nicht. Auf dem Rezept von meinem Hausarzt wurde Valsacor von TAD ( sauber ) verordnet und die Apothekerin wollte mir unbedingt
Valsartan dura aushändigen. Was sollte ich da noch mal den Arzt anrufen ?

16.01.2019 11:42 Frau Köhler 2

Guten Tag. Eine Frage an Frau Dr. Boer: Mir wurde 2015 die Schilddrüse inklusive Gewebe und Nebenschilddrüsen entfernt. Die Einstellung mit Schilddrüsenhormonen gestaltet sich bei mir sehr schwierig. Mittlerweile bekomme ich L-Thyroxin 125 mg und 1/2 Thybon, weil eine Umwandlungsschwäche vermutet wird. Seit einem halben Jahr habe ich nun Probleme mit dem Blutdruck. 2x eine hypertensive Krise und in Abständen mehrere Tage trotz Medikamente Probleme, den Blutdruck zu senken. In diesen Zeiten bewegt sich der Blutdruck zwischen 130mmHg und 160mmHg. Zusätzlich bin ich sehr schwach und zittrig. Ich nehme normalerweise 1 Candesartan 8mg und 1 Nebivolol 5 mg, was in den normalen Phasen auch gut funktioniert (Blutdruck hält sich dann um die 100mmHg-120mmHg. In den Hochdruckphasen muss ich die Dosis auf das Maximum erhöhen und erziele trotzdem keine Blutdrucksenkung. Kann die Schilddrüse damit zusammenhängen und was kann man tun? Vielen Dank und freundliche Grüße