Servicestunde | 13.01.2021 Butter ist nicht gleich Butter

Kennen Sie den Unterschied zwischen Deutscher Markenbutter und Deutscher Molkereibutter? Und was ist Sauerrahmbutter, was Süßrahmbutter? Und was mildgesäuerte Butter? Wir klären auf.

Ein Stück Butter liegt neben einem Messer auf einem Teller
Ein Stück Butter liegt auf einem Teller. Bildrechte: colourbox

Handelsklassen: Deutsche Markenbutter und Deutsche Molkereibutter

Welches Lebensmittel bei uns Butter heißen darf und welche Kriterien dafür eingehalten werden müssen, ist in der Verordnung über Butter und andere Milchstreichfette geregelt. Demnach gibt es die beiden Handelsklassen Deutsche Markenbutter und Deutsche Molkereibutter. Butter beider Klassen werden in einer Molkerei hergestellt. Die verarbeiteten Milchprodukte müssen pasteurisiert worden sein. Wer also sicherstellen möchte (z.B. Schwangere), dass die Butter kein Rohmilchprodukt ist, kann beruhigt auf die Deutsche Marken- oder die Deutsche Molkereibutter zurückgreifen.

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Von Schmand über Saure Sahne, bis hin zu allen Arten von Käse: In der Servicestunde frischen wir diesmal das Wissen rund um die Milchprodukte auf.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 13.01.2021 11:50Uhr 09:18 min

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Außerdem muss Butter der beiden Handelsklassen zu einer der offiziellen Buttersorten (siehe unten) gehören und regelmäßig geprüft werden. Bei der Überprüfung werden Aussehen, Geruch und Geschmack, aber auch Textur, Wasserverteilung und Streichfähigkeit sowie der pH-Wert kontrolliert.

Was ist Deutsche Markenbutter?

Deutsche Markenbutter darf sich Butter nennen, die strengen Qualitätsvorgaben entspricht. Sie muss in einer Molkerei hergestellt worden sein, die berechtigt ist, die bei ihr hergestellte Butter auch so zu nennen. Deutsche Markenbutter wird aus pasteurisierter Sahne hergestellt.

Die Qualität der Deutschen Markenbutter wird monatlich überprüft. Als Markenbutter darf auch Butter aus anderen EU-Mitgliedsstaaten bezeichnet werden. Ein Hinweis auf das Herstellungsland ist dabei ebenfalls erlaubt.

Was ist Deutsche Molkereibutter?

Bei der Deutschen Molkereibutter sind die Vorgaben für die Herstellung nicht ganz so eng, wie bei der Markenbutter. Im Gegensatz zur Markenbutter muss sie bei der Qualitätsprüfung nur drei Punkte erhalten, während die Markenbutter mindestens vier Punkte erreichen muss, um so bezeichnet werden zu dürfen. Die Qualität der Deutschen Molkereibutter wird alle zwei Monate überprüft.

Sorten: Sauerrahmbutter, Süßrahmbutter und mildgesäuerte Butter

Laut der Verordnung über Butter und andere Milchstreichfette gibt es drei Buttersorten: Sauerrahmbutter, Süßrahmbutter und mildgesäuerte Butter.

Was ist Sauerrahmbutter?

Sauerrahmbutter ist Butter, die aus mikrobiell gesäuerter Milch, Sahne (Rahm) oder Molkesahne (Molkerahm) hergestellt wird. Ihr pH-Werk darf 5,1 nicht überschreiten.

Was ist Süßrahmbutter?

Süßrahmbutter ist Butter, die aus nicht gesäuerter Milch, Sahne (Rahm) und Molkesahne (Molkerahm) entsteht und der auch später keine Milchsäurebakterien hinzugegeben werden. Der pH-Wert darf die 6,5 nicht unterschreiten.

Was ist mildgesäuerte Butter?

Die Definition von mildgesäuerte Butter in der Verordnung für Butter und Milcherzeugnisse klingt wie ein Scherz: "Butter, die weder der Definition für Sauerrahmbutter noch der für Süßrahmbutter entspricht und deren pH-Wert im Serum unter 6,4 liegt."

Dabei handelt es sich also um Butter, die weder sehr süß, noch sehr sauer ist. Im Gegensatz zu Süßrahmbutter werden ihr jedoch auch Milchsäurebakterien zugesetzt - allerdings erst nach der Butterung.

Butter wird in einem Supermarkt zum Kauf angeboten.
Butter im Kühlregal Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 13. Januar 2021 | 11:05 Uhr