Servicestunde | 03.06.2020 Corona-Pandemie: Wertgutscheine - Was Verbraucher wissen sollten

Wegen des Coronavirus sind zahlreiche Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen abgesagt worden. Hatten Verbraucher dafür bereits gezahlt, bekommen sie nur unter bestimmten Voraussetzungen ihr Geld zurück. Denn nach der von Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Gutscheinlösung müssen sie einen Wertgutschein akzeptieren. Die Verbraucherzentrale Thüringen gibt in der Servicestunde am Mittwoch Tipps, was dabei zu beachten ist.

WertgutscheineEintrittskarten und Wertgutschein
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Wertgutschein-Regelung gilt für Tickets, die vorm 8. März gekauft wurden

Für wegen der Corona-Krise ausgefallene Kultur- und Sportveranstaltungen müssen Ticketkäufer vorübergehend auch Gutscheine akzeptieren. Betroffen sind alle Tickets, die vor dem 8. März 2020 gekauft wurden - für Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Vorträge, Lesungen, Fußballspiele und andere Sportwettkämpfe. Auch Dauerkarten und Abos für Theater oder Fitnessstudios sollen über Gutscheine kompensiert werden. Die Wertgutscheine können entweder für eine Nachholveranstaltung oder für ein anderes Angebot des Veranstalters eingelöst werden.

Auszahlung wenn Gutschein unzumutbar

Kunden können aber eine Auszahlung verlangen, wenn ein Gutschein wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist. Wie Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen erklärt, müssen sie dazu beispielsweise nachweisen, dass sie ohne Auszahlung des Gutscheinwertes nicht in der Lage sind, existentiell wichtige Lebenshaltungskosten wie Miete oder Energierechnungen zu begleichen. Gutscheine, die nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst werden, müssen ausgezahlt werden.

Tipps von der Verbraucherzentrale

  • Grundsätzlich dürfen dem Verbraucher im Zuge der neuen Regelung nur Wertgutscheine ausgestellt werden, wenn explizit auf Covid-19 als Grund der Veranstaltungsabsage verwiesen wird.
  • Verbraucher sollten die Wertgutscheine genau prüfen. Diese müssen alle entrichteten Kosten in voller Höhe umfassen, d.h. einschließlich aller Gebühren wie etwa für Vorverkauf oder Versand.
  • Den Gutschein müssen Verbraucher beim Veranstalter der ausgefallenen Veranstaltung frei für all seine Angebote nutzen können. Wird eine Veranstaltung ausgewählt, die weniger kostet als die ausgefallene, muss die Differenz gutgeschrieben werden.
  • Die Gutscheine sind nicht gegen Insolvenz abgesichert. Geht ein Veranstalter Pleite, bleiben Verbraucher vermutlich auf den Kosten sitzen. Die Kunden tragen zudem auch das Preissteigerungsrisiko, wenn etwa Miete oder Dienstleistungen im Rahmen der Veranstaltung teurer werden.

Achtung: Es ist auch nach der neuen Gesetzeslage nicht zulässig, dass der Veranstalter Sie auf einen späteren Termin der ursprünglichen Veranstaltung vertröstet. Solche "Sachgutscheine" müssen Sie nicht akzeptieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/Verbraucherzentrale Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 03. Juni 2020 | 11:00 Uhr