Nahaufnahme eines Mannes mit mobilen Smartphone.
Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 20.05.2019 Die perfekte digitale Bewerbung

Firmen suchen händeringend Mitarbeiter und werben dafür im Netz und in sozialen Kanälen. Doch wie sieht die perfekte digitale Bewerbung aus? Eine Mail mit 50 Anhängen an die allgemeine info-Mailadresse des Wunschunternehmens senden? Oder alle Zeugniskopien in ein pdf? Wir geben Tipps in unserer Servicestunde.

Nahaufnahme eines Mannes mit mobilen Smartphone.
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Eine Mappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen an ein Unternehmen schicken und dann auf die Einladung zum Jobinterview warten: Dieser klassische Weg wird immer seltener genutzt. Bei vielen Stellenangeboten setzen die Firmen auf einfachere Bewerbungswege über Onlineplattformen, soziale Netzwerke oder Apps. Einige Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Henkel oder Otto verzichten inzwischen sogar auf das klassische Anschreiben, in dem Bewerber ihre Motivation für den Job darstellen können.

Zeit für Lebenslauf investieren

Das Anschreiben oder Bewerbungsschreiben funktioniert als Blick in die berufliche Zukunft, der Lebenslauf sei eher der Blick in die Vergangenheit. Wer später im Berufsleben eine neue Arbeit sucht, sollte im Lebenslauf auf konkrete Erfahrungen mit ähnlichen Aufgaben hinweisen und dafür nicht so relevante Stationen im Zweifel eher kleiner aufführen.

Unterlagen fertig machen und hochladen

Bei einigen Firmen können Bewerber auf Jobangebote gleich auf mobilen Unternehmens-Webseiten antworten und die nötigen Unterlagen hochladen. Die kann man für solche Fälle zum Beispiel in einem Onlinespeicher vorhalten, am besten im pdf-Format, weil man da das Thema Viren weitestgehend eliminieren kann.

Bewerbungsunterlagen liegen auf Stellenanzeigen aus der Zeitung.
Die klassische Bewerbung wird immer weniger genutzt Bildrechte: IMAGO

Andere Firmen setzen auf Job-Portale wie Stepstone oder Monster. Die Firmen schalten dort Stellenanzeigen, von denen Nutzer auf die Karriereseiten der Unternehmen weitergeleitet werden. Als weitere Möglichkeit bieten die Jobportale auch ein eigenes Bewerbermanagement an. Dort trägt man sich ein und dann leitet das Portal alles weiter an die Unternehmen. Dafür müssen Kontaktdaten angegeben und parallel Lebenslauf und Anschreiben hochladen werden. Das geht von der Festplatte oder von einem sicheren Onlinespeicher aus.

Bewerben über soziale Netzwerke

Auch über berufliche Netzwerke wie XING oder LinkedIn sind Bewerbungen möglich, wenn man sich dafür ein Profil eingerichtet hat. Unternehmen können in den Netzwerken Stellenanzeigen schalten, auf die sich deren Nutzer mit wenigen Klicks bewerben können. Jobsuchende können sich zudem über kostenlose Apps auf passende Stellen hinweisen lassen. Bei XING lassen sich Bewerbung und Lebenslauf mit einem Mausklick aus den hinterlegten Daten generieren und gegebenenfalls anpassen. Zudem suchen Unternehmen in den Netzwerken aktiv nach passenden Bewerbern und scannen dafür die Profile der Nutzer.

Der Vorfilter bleibt

Eintrag "Vorstellungsgespräch" ein einem Kalender
Kein Auslaufmodell: das Vorstellungsgespräch. Bildrechte: IMAGO

Smartphone, Tablet und Laptop machen vor allem einen schnelleren Kontakt zwischen Jobsuchenden und Arbeitgebern möglich. Der Verzicht auf das Anschreiben macht das Ganze für den Personalchef etwas weniger arbeitsintensiv. Die einfacher gestaltete Bewerbung bleibt aber bildlich gesprochen trotzdem nur das erste Handheben für einen bestimmten Job. Der potentielle Arbeitgeber wird trotzdem immer noch eine Art Vorfilter nutzen, um nicht alle Kandidaten interviewen zu müssen. Im Trend liegen Anrufe oder Videointerviews: Da will man dann hören, welche Motivation der Kandidat hat und welche Stärken und Schwächen. Passt alles, folgt das klassische Vorstellungsgespräch, in dem sich der Arbeitgeber einen persönlichen Eindruck von den Bewerbern machen kann.

Diese Regeln gelten auch online:

  • Seriös bleiben

Auch wenn das Smartphone oder soziale Netzwerke genutzt werden, sollte im Anschreiben der Tonfall nicht zu locker und umgangssprachlich sein. Der Standard lautet immer noch: "Sehr geehrte Damen und Herren". Hat der Bewerber einen konkreten Ansprechpartner, richtet er die E-Mail direkt an ihn. Bei der Verabschiedung sollte auch auf Abkürzungen wie "HG" oder Floskeln wie "Liebe Grüße" verzichtet werden. Sind Bilder gewünscht, sollten die ebenfalls seriös sein.

  • Übersichtlich gestalten

Übersichtlichkeit ist das höchste Gebot. „Die wichtigsten Informationen zum Werdegang und zur beruflichen Absicht müssen klar erkennbar und schnell auffindbar sein“, sagt Sandro Freudenberg.  Bei Bewerbungen über Internet oder Smartphone sollte sich im Anhang nach Möglichkeit nur eine PDF-Datei befinden, die die komplette Bewerbung beinhaltet. Alles andere ist zu unübersichtlich. Die Personalabteilung müsste alle Anhänge einzeln durchklicken.

  • Kurz halten

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN A4-Seite sein. Vor allem am Bildschirm liest kaum jemand gern seitenlange Berichte. Wer sich über ein Online-Formular bewirbt, sollte den Text in einem Textverarbeitungsprogramm vorschreiben und erst dann ins Formular kopieren. So erhält er Hinweise über die Länge seines Anschreibens. Ansonsten gilt auch hier: Knapp und dennoch präzise schreiben.

  • Erreichbar und verlässlich sein

Wer sich übers Smartphone oder den Laptop schnell bewirbt, sollte auf Rückfragen ebenso zügig reagieren. Zudem sollten regelmäßig die in der Bewerbung angegebenen E-Mail-Postfächer kontrolliert werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. Mai 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 12:28 Uhr

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