Servicestunde | 21.01.2020 Fördermittel richtig nutzen: Wie modernisiere ich mein Haus und spare dabei?

Wer Wohneigentum energetisch auf Vordermann bringen will, kann beim Heizen Strom oder Erdgas sparen. Dabei können auch Förderprogramme helfen. Welche Programme gibt es? Und worauf sollte man beim Sanieren achten? Der Eisenacher Energieberater Cornelius Ober gibt Tipps in der Servicestunde.

ein Bauarbeiter wechselt an einem Haus die Fenster aus
Egal ob Dämmung oder neue Fenster. Für Wohneigentümer gibt es eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten. Bildrechte: colourbox

Energie und damit Geld sparen - klingt toll. Doch wer sein Wohneigentum energetisch auf Vordermann bringen will, sieht sich schnell mit hohen Kosten konfrontiert. Um diese finanzielle Belastung zu schultern, sollten sanierungswillige Hausbesitzer auf Förderprogramme achten. Damit möchte der Staat die Energiesparanstrengungen von Bürgern am Haus honorieren.

Grundlage für Förderung: Einsparungsnachweise

Grundlage für die Förderung ist oft eine seriöse Berechnung des Ist-Zustandes und der Spar-Effekte der geplanten Maßnahmen. Denn viele Fördermittel sind an entsprechende Nachweise der Energieeinsparung gekoppelt. Um die entsprechenden Nachweise zu bekommen, kann es sich lohnen einen Energieberater in die Modernisierungspläne einzuweihen.

Auswahl des Materials entscheidend für Förderung

Auch wenn man die energetische Modernisierung selbst durchführen möchte, besteht die Möglichkeit zumindest die Materialkosten fördern zu lassen, sagt der Eisenacher Energieberater Cornelius Ober. Dazu ist auch die richtige Auswahl der zu verbauenden Materialien entscheidend. Am Ende muss die Wand, das Fenster, das Dach oder der Fußboden einen sogenannten U-Wert, ein Wert, der die Wärmeübertragungseigenschaften widerspiegelt, erreichen.

Dieser Wert muss von einer Energieberatung ermittelt und bestätigt werden. Nur so können Materialien und damit Kosten gefördert werden ,so Ober. Entsprechende qualifizierte Ingenieur-Büros übernehmen Dienstleistungen rund um Energieberatung und Fördermittelantrag.

Förderanträge selbst stellen oder stellen lassen?

Ob man den Förderantrag selbst stellt oder diese Arbeit einen Energieberater machen lässt, ist grundsätzlich Geschmackssache. Energieberater Cornelius Ober rät jedoch eher davon ab. Ohne Berater fehle oftmals "der prüfende Blick" auf das, was eingebaut werde. Das kann schnell zu Schwierigkeiten bei der Förderung führen, so Ober weiter.

Fördermöglichkeiten in Thüringen

Auch das Land Thüringen fördert Wohneigentümer bei der energetischen Sanierung. Über die landeseigene Thüringer Aufbaubank können drei Arten von Sanierung gefördert werden:

  • bauliche Maßnahmen an und im Gebäude und innerhalb von Wohnungen, die den Gebrauchswert erhöhen
  • Arbeiten der modernisierungsbedingten und/oder technisch notwendigen Instandsetzung
  • heizenergiesparende Maßnahmen

Gefördert werden können bei dieser Art der Förderung bis zu 80 Prozent der Kosten. Die Förderung wird in Form eines zinslosen Baudarlehens oder als Baukostenzuschuss gewährt. Zurückgezahlt werden muss in der Regel binnen 20 Jahren. Mehr Informationen und Beratung für Wohneigentümer gibt es auch auf der Webseite der Thüringer Aufbaubank.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 21. Januar 2020 | 11:05 Uhr