Eine junge Frau sitzt, in Decken eingewickelt, auf einem Stuhl und liest von einem Fieberthermometer die Temperatur ab
Wenn Sie sich elend krank fühlen, bleiben Sie im Bett! Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 22.01.2019 Erkältungsmittel unter der Lupe

Apotheken und Drogerien bieten zahlreiche Mittel an, um Erkältungsbeschwerden zu lindern. Stiftung Warentest hat sie getestet. Am besten werden Sie Husten, Schnupfen und Halsweh aber mit viel Ruhe und Hausmitteln wieder los.

Eine junge Frau sitzt, in Decken eingewickelt, auf einem Stuhl und liest von einem Fieberthermometer die Temperatur ab
Wenn Sie sich elend krank fühlen, bleiben Sie im Bett! Bildrechte: Colourbox.de

Stiftung Warentest hat zusammen mit Gesundheitsexperten die teilweise wenig vorhandenen Studien zu Erkältungsmitteln ausgewertet. Ergebnis: Keines der Mittel heilt und macht gesund. Eine Erkältung dauert so lange, wie sie dauert.

Die vielverkauften und intensiv beworbenen Kombipräparate wie "Grippostad C", "Aspirin complex" oder "Wick MediNait" versprechen, verschiedene Symptome gleichzeitig zu lindern und enthalten daher mehrere Wirkstoffe. Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und andere Symptome treten aber bei einer normalen Erkältung (im Gegensatz zur Influenza) nicht zur selben Zeit auf. Typisch ist, dass die Erkrankung mit Halsschmerzen, Kopfschmerzen und/oder Fieber beginnt. Erst später gesellen sich Schnupfen und Husten dazu.

Es empfiehlt sich, die Symptome individuell und nacheinander zu "behandeln": Schnupfen mit Nasenspray, Halsschmerzen mit Lutschtabletten, Fieber mit Tabletten wie Paracetamol oder Ibuprofen. Kombipräparate empfiehlt Stiftung Warentest deswegen nicht. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen.

Erkältung oder Grippe? Ein "grippaler Infekt" ist eine schwere Erkältung. Sie kann durch diverse Erkältungsviren ausgelöst werden, während bei einer echten Grippe die Infektion durch sogenannte Influenzaviren verursacht wird.

Die Symptome der "echten" Grippe, der Influenza, sind zwar ähnlich wie bei einer Erkältung – aber meist deutlich heftiger. Zudem setzen die verschiedenen Beschwerden häufig abrupt ein: Halsweh, Husten, Schnupfen, hohes Fieber, heftige Kopf- und Glieder­schmerzen, starkes Ruhebedürfnis und Krankheitsgefühl.

Welche Mittel eingeschränkt helfen

Bei leichten Halsschmerzen empfehlen die Arzneimittelexperten Emser-Salz-Pastillen, die die Rachenschleimhaut befeuchten. Bei stärkeren Beschwerden können Betroffene auf Präparate mit den betäubenden Wirkstoffen Lidokain oder Ambroxol zurückgreifen. Allerdings sei die Wirksamkeit der Mittel nicht eindeutig belegt. Stiftung Warentest bewertet sie daher als "mit Einschränkung geeignet".

Sprays mit Salzlösungen reinigen die verstopfte Nase und befeuchten die Schleimhäute. Schleimhautabschwellende Sprays mit den Wirkstoffen Xylometazolin und Oyxmetazolin machen die Nase frei und lassen Erkältete besser atmen und durchschlafen. Alle schleimhautabschwellenden Sprays sollten aber nicht länger als sieben Tage verwendet werden, sonst gewöhnt sich die Nase daran und schwillt regelmäßig zu.

Beugen Sie Erkältungen vor

Händewäschen. Waschen Sie sich mehrmals am Tag für 20 bis 30 Sekunden die Hände, um Viren effektiv zu vertreiben. Verzichten Sie in der Erkältungssaison aufs Händeschütteln.

Abhärten. Wechselduschen, Saunagänge und Kneippmaßnahmen härten den Körper ab und machen ihn weniger anfällig für Infekte. Die Maßnahmen sind aber nur Gesunden zu empfehlen.

Lüften. Nasse Tücher auf der Heizung sowie Pflanzen im Raum und regelmäßiges Lüften befeuchten die Raumluft. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Viren.

Ratgeber

Prävention Die acht besten Tipps gegen Grippe

Winterzeit - Grippezeit. Ganz Deutschland niest und hustet. Wussten Sie, dass man vorbeugen kann? Wir haben für Sie die acht besten Tricks zusammengesucht, damit Sie sich möglichst nicht anstecken.

Menschenmenge auf einem U-Bahn-Bahnhof
1. Halten Sie Abstand! Während Grippewellen sollten Sie versuchen, Menschenansammlungen zu meiden. Ist Ihnen das nicht möglich, halten Sie größtmöglichen Abstand zu Ihren Mitmenschen. Hustet oder niest man neben Ihnen, versuchen Sie durch die Nase zu atmen: Die inneren Härchen fangen zumindest einen Teil der Krankheitserreger ab. Bildrechte: Colourbox.de
Menschenmenge auf einem U-Bahn-Bahnhof
1. Halten Sie Abstand! Während Grippewellen sollten Sie versuchen, Menschenansammlungen zu meiden. Ist Ihnen das nicht möglich, halten Sie größtmöglichen Abstand zu Ihren Mitmenschen. Hustet oder niest man neben Ihnen, versuchen Sie durch die Nase zu atmen: Die inneren Härchen fangen zumindest einen Teil der Krankheitserreger ab. Bildrechte: Colourbox.de
Händewaschen mit Seife
2. Immer schön Hände waschen! Da hatte Mutti ausnahmsweise mal recht: Gründliches Händewaschen ist die wichtigste Grippeprophylaxe. Experten schätzen, dass neun von zehn Infektionen über die Hand weitergereicht werden. Dazu reicht schon das Berühren einer Türklinke, die vorher ein Grippepatient angefasst hatte. Bildrechte: Colourbox.de
Das Gesicht einer Frau unter der Dusche.
3. Regelmäßige Wechselduschen! Mit Wechselduschen oder einer klassischen kalten Dusche nach der eigentlichen warmen Dusche können Sie Ihr Immunsystem stärken. Fangen Sie dazu bei den Füßen an und arbeiten Sie sich langsam (und tapfer) nach oben. Bildrechte: Colourbox.de
Wasser wird aus einer Glaskanne in ein Glas gegossen
4. Viel trinken! Reichlich Wasser oder ungesüßter Tee hält die Schleimhäute feucht. Dadurch entsteht ein wirksames Schutzschild gegen Viren und Bakterien. Versuchen Sie einmal heißes Ingwerwasser: Die Knolle regt das Immunsystem an und sorgt für innere Wärme. Frisch gepresste Säfte liefern zudem wichtige Vitamine. Bildrechte: Colourbox.de
Tabletten
5. Vorbeugen mit Zink und Vitamin C! Zink und Vitamin C spielen eine große Rolle für das Immunsystem. Ergänzen Sie Ihre Ernährung in der kalten Jahreszeit deshalb ruhig mit ein paar Kapseln. Am besten geeignet sind dabei sogenannte Depot-Kapseln, die den Wirkstoff über den Tag verteilt frei setzen. Bildrechte: Colourbox.de
Salz auf einem Holzlöffel
6. Nase spülen! Um auf Dauer gesund zu bleiben, sollten Sie abends Ihre Nase von Viren befreien. Eine Nasenspülung tut genau das und befeuchtet gleichzeitig die Schleimhäute. Dazu müssen Sie sich nicht extra ein Gerät aus der Drogerie kaufen: Stellen Sie sich einfach aus einem Liter Wasser und einem Esslöffel Salz eine Salzlösung her, die Sie aus einem Glas oder einer Tasse aufschnüffeln. Bildrechte: Colourbox.de
Ein geöffnetes Fenster mit Blick auf eine Winterlandschaft und stahlblauen Himmel.
7. Lüften Sie regelmäßig! Heizungsluft trocknet Ihre Schleimhäute aus. Das wiederum macht sie anfälliger für Viren und Bakterien. Sorgen Sie deshalb regelmäßig für frische Luft und bewegen Sie sich so viel wie möglich draußen. Bildrechte: Colourbox.de
ein Mann schläft auf einem Kissen
8. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf! Es ist längst erwiesen: Zu wenig Schlaf schadet dem Immunsystem und macht anfällig für alle Arten von Krankheitserregern. Einer Studie der Universität Pittsburgh zufolge erkältet sich, wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, dreimal so schnell wie jemand mit mehr als acht Stunden Schlaf. Bildrechte: Colourbox.de
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Behandeln Sie Erkältungen mit Hausmitteln

Schonen. Gönnen Sie sich im Erkrankungsfall nach Möglichkeit Ruhe, legen Sie sich aufs Sofa oder ins Bett. Das schont und hilft dem Immunsystem, den Infekt abzuwehren.

Trinken. Ungesüßter Kräutertee, Wasser, Saftschorlen beugen Flüssigkeitsverlusten bei Fieber vor und hilft außerdem Schleim zu lösen.

Inhalieren. Warme Dämpfe befeuchten die Atemwege und lösen festsitzenden Schleim. Ganz klassisch geht es mit Küchentopf und Handtuch. Dem Wasser können Sie Salz, Kräuter oder etwas ätherisches Öl beigeben.

Lutschen. Bonbons, möglichst zuckerfreie, regen den Speichelfluss an - und Speichel wiederum enthält verschiedene körpereigene Abwehrstoffe gegen Erkältungserreger.

Übrigens: Selbst die besten Mittel können Erkältungsbeschwerden nur lindern, nicht schlagartig vertreiben. Der Grund: Fast immer verursachen Viren den Infekt. Gegen die rund 200 bekannten Erreger ist kein Kraut gewachsen. Der Körper wird mit den Viren dank seiner Abwehrkräfte alleine fertig. Erwachsene brauchen meist sieben bis zehn Tage, um wieder fit zu werden. Kinder, deren Immunsystem sich noch ausbildet, sind oft länger und häufiger krank: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 22. Januar 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 14:02 Uhr

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